OT: The Conjuring 2

Regie: James Wan

Darsteller: Vera Farmiga, Patrick Wilson, David Thewlis, Franka Potente

Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 128 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

James Wan verfilmt einen weiteren authentischen Fall aus den Akten der renommierten Dämonologen Ed und Lorraine Warren. Vera Farmiga und Patrick Wilson spielen erneut Lorraine und Ed Warren, die einen ihrer grauenhaftesten paranormalen Fälle übernehmen und im Norden von London eine alleinerziehende Mutter unterstützen, als diese mit ihren vier Kindern in ihrem Haus von heimtückischen Geistern geplagt wird.

Kritik:

The Conjuring“ war mir natürlich vom Namen her ein Begriff. Ich habe allerdings weder den Vorgänger, noch die anderen Filme von James Wan (wenn man „SAW“ mal außen vor lässt) gesehen. Das machte mir zunächst natürlich etwas Sorgen, schließlich ist mit „Annabelle“ auch noch ein Spin-Off erschienen. Aber nach vielen positiven Meinungen war die Versuchung einfach zu groß.

Es wird schnell klar, dass „The Conjuring 2“ mit dem einzigen mir bekannten Werk Wans wirklich gar nichts gemeinsam hat. Wo „SAW“ als Mitbegründer des modernen Torture Porn gilt, ist dieser Film schon vom Grundsatz her komplett anders. Die Atmosphäre ist von der ersten Minute an sehr unheimlich und düster, was nicht zuletzt durch ein heruntergekommenes Haus als Hauptschauplatz getragen wird. Dem Titel gelingt es also sehr gut, die Stimmung einzufangen. Besonders mit dem Eintreten der Geistererscheinungen wird das noch einmal weiter nach vorne getrieben und ja, es entsteht eine gruselige Atmosphäre, die heutzutage oft lieber zugunsten möglichst heftiger Gewaltexzesse vernachlässigt wird. Zudem spielt die Geschichte auch sehr gut mit der Skepsis des Menschen gegenüber solchen Geistererscheinungen. Verbunden mit dem Subplot um die Visionen von Lorraine Warren, die den Tod ihres Mannes voraussagen, ist also auch echte Spannung abseits der Gruselelemente gewährleistet.

Die darstellerischen Leistungen sind gut. Das fängt schon bei Madison Wolfe an, die ihre Janet sehr überzeugend spielt. Man nimmt dem Kind die Emotionen ab, die besonders in den Heimsuchungs-Sequenzen echt unter die Haut gehen. Auch Vera Farminga und Patrick Wilson als Lorraine und Ed Warren wissen zu überzeugen. Sie sind in ihren Rollen, auch wenn nach meinem persönlichen Dafürhalten der männliche Part des Dämonologenehepaares teilweise ein bisschen zu abgebrüht und cool erscheint. Das fällt dann besonders auf, wenn es tatsächlich einmal zu emotionalen Szenen mit Wilson kommt, die unter diesem Aspekt nicht immer ganz stimmig wirken. Hier hätte das Script sicherlich zumindest leichten Optimierungsbedarf gehabt. Anmerken möchte ich zudem, dass ich die deutsche Synchro nicht immer optimal gefunden habe.

Die Effekte wissen zu überzeugen. Natürlich muss man sich von vornherein im Klaren darüber sein, dass „The Conjuring 2“ ein klassischer Horrorfilm ist. Es gibt nur sehr wenige Gewaltspitzen, stattdessen wird wesentlich mehr auf die düstere Stimmung gesetzt. Diese wird, wie schon erwähnt, durch ein überzeugendes Setting getragen, auch die Kamerafahrten wirken weitestgehend „klassischer“, als es bei vielen modernen Genreproduktionen der Fall ist. Dazu werden immer wieder wohlplatzierte Schrecksekunden eingebracht, die den Puls in die Höhe treiben. Glücklicherweise allerdings nicht im Überfluss, sodass man eine gut funktionierende Mischung erhält. Lediglich die (wenigen) CGI-Einsätze haben mir überhaupt nicht gefallen. So hätte der „Krumme Mann“ zum Beispiel doch deutlich besser in einen Animationsfilm von Tim Burton gepasst als in einen ansonsten sehr überzeugenden Horrorfilm.

Fazit:

The Conjuring 2″ ist ein stimmungsvoller und überzeugender Horrorfilm klassischer Machart. An vielen Stellen hat er mich sehr an den „Überfilm“ in diesem Gebiet, „Der Exorzist„, erinnert. Es gibt in der Handlung einige Parallelen, die nicht übersehen werden können, insgesamt ist jedoch auch genug Eigenständigkeit vorhanden, um nicht von einem Abklatsch zu sprechen. Ein gutes Setting, gepaart mit einer überzeugenden darstellerischen Leistung sowie (meistens) sehr ansprechenden Effekten sind für mich jedenfalls überzeugend genug, um mir den ersten Teil doch endlich mal zuzulegen (den man übrigens für das Verständnis des Nachfolgers nicht gesehen haben muss).

Das denken die anderen:

Myofb: 7/10 Punkten
Die Nacht der lebenden Texte

(c) des Bild- und Tonmaterials: Warner Bros.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)