die krone des schäfersTerry Pratchett – Die Krone des Schäfers

OT: The Shepherd’s Crown
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Goldmann
Übersetzung: Regina Rawlinson

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Klappentext:

Tiffany Weh, die junge Hexe aus dem Kreideland, musste viele Prüfungen bestehen, bevor die anderen Hexen sie als eine der Ihren akzeptierten. Nun ist die sie die “offizielle Hexe ihrer Heimat” – und steht auch gleich vor ihrer bisher größten Herausforderung. Denn tief im Kreideland sammelt ein alter Feind neue Kraft. Und nicht nur hier, auf der ganzen Scheibenwelt hat eine Zeit der Umbrüche begonnen: Grenzen verschwimmen, Allianzen verschieben sich, neue Mächte formen sich. Als eine gewaltige Invasion bevorsteht, ruft Tiffany die gesamte Hexengemeinde auf, ihr zu helfen …

© Goldmann Verlag

Kritik:

ACHTUNG: Diese Rezension beinhaltet Spoiler!

Mit dem Voranschreiten der Alzheimer läutete Terry Pratchett einen Wandel auf der Scheibenwelt ein. Bereits »Toller Dampf voraus« leitete eine Umstrukturierung ein. Nein, besser gesagt leitete der Roman einen Abschied ein. Den Abschied von Terry Pratchett und den Abschied von seiner Schöpfung. »Die Krone des Schäfers« war sein letzter Roman, ein Schlusskapitel, welches weh tut, aber auch die Konsequenz des Briten unterstreicht.

Schon mit den ersten Seiten wird klar, dass es sich bei »Die Krone des Schäfers« um den letzten Vorhang handelt, der fallen wird. Ob man es nun will oder nicht. So ist ein Großteil des Buches dann auch eine Vorbereitung auf das unvermeidliche Ende. Eingeleitet durch den Tod einer von Pratchetts Lieblingsfiguren, Oma Wetterwachs, werden im Verlauf des Romans offene Enden aus der Geschichte der Scheibenwelt miteinander verwoben. Hierdurch zeichnet sich am Ende, bei welchem es schon die eine oder andere Träne zu verdrücken gab, ein wunderbar stimmiges Gesamtbild des kompletten Zyklus, insbesondere aber der Hexen-Geschichten. Das zentrale Thema »Leben und Tod« hängt zwar wie ein dunkler Schleier über allem, »Die Krone des Schäfers« vergisst darüber hinaus jedoch nicht, auch eine Geschichte zu erzählen.

Dem Stil merkt man die fortschreitende Krankheit Pratchetts an. Manche Passagen wirken mitunter (für seine Verhältnisse) etwas oberflächlich und nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Das ist, gemessen am insgesamt hohen Niveau seines Könnens, schon etwas auffällig. Allerdings kann man dennoch sagen, dass auch dieser Roman einen Großteil der Konkurrenz noch ohne Schwierigkeiten in die Tasche stecken kann. Für den Fan der Scheibenwelt gewöhnungsbedürftig ist auch der vergleichsweise ernste und getragene Ton, den »Die Krone des Schäfers« aufweist. Es blitzt zwar immer wieder ein wenig Humor durch, fast als ob Pratchett seinen Lesern vermitteln wollte, dass man seinen Tod doch bitte mit einem Augenzwinkern hinnehmen solle. Das fällt schwer, entspricht aber dem Wesen, welches er über seine gesamte Schaffensperiode an den Tag gelegt hat. Insofern ist der Roman auch in dieser Hinsicht ein würdiger und konsequenter Abschied.

Fazit:

»Die Krone des Schäfers« ist schwer zu lesen. Nicht, weil der Text kompliziert wäre und auch nicht, weil er für Pratchetts Verhältnisse vergleichsweise ernst daher kommt. Es ist schwer zu lesen, weil es das definitive Ende von etwas ist, was mein Leben seit über 20 Jahren begleitet hat. Weil es die Abschiedsvorstellung eines Menschen ist, der nicht nur die Literatur mit seiner augenzwinkernden Weisheit bereichert hat. Aber es ist ein geordnetes Ende, eines, mit welchem man gut leben kann. Und so bleibt an dieser Stelle nur »danke« zu sagen für das, was Sir Terry geschaffen hat und für das, wofür seine Bücher standen.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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