OT: Suicide Squad (USA 2016)

Regie: David Ayer

Darsteller: Will Smith, Jaime FitzSimons, Ike Barinholtz, Margot Robbie

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 118 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

It feels good to be bad … Man stellt ein Team aus den gefährlichsten derzeit einsitzenden Superschurken zusammen, rüstet sie mit dem schlagkräftigsten staatlich geprüften Waffenarsenal aus und schickt sie auf ein Himmelfahrtskommando, um einem rätselhaften, unüberwindlichen Wesen den Garaus zu machen: Die amerikanische Geheimagentin Amanda Waller ist überzeugt, dass nur eine heimlich instruierte Gruppe aus bunt zusammengewürfelten, zwielichtigen Gestalten vom Bodensatz der Gesellschaft diese Mission meistern kann – weil sie nichts zu verlieren hat. Doch schon bald merken die Mitglieder der Suicide Squad, dass sie nicht rekrutiert worden sind, weil sie eine Chance auf Erfolg haben – vielmehr sollen sie praktische Sündenböcke abgeben, wenn das Unternehmen unweigerlich scheitert. Wie aber reagieren sie auf diese Erkenntnis? Stellen sie sich der Aufgabe, um beim Versuch draufzugehen? Oder beschließen sie, dass jeder seine eigene Haut retten muss?

© Warner Bros.

Kritik:

Es gibt diese Filme, auf die man sich unglaublich freut. Deren Sichtung dann aber total enttäuscht. Oder die so miese Kritiken kassieren, dass einem schon wieder die Lust darauf vergeht. „Suicide Squad“ fällt in die zweite Kategorie. Bei Kritikern und Bloggern gnadenlos durchgefallen musste ich mich dann doch ziemlich zur Sichtung zwingen.

Zu Beginn schienen die schlimmsten Befürchtungen sich dann auch direkt zu bestätigen. Der Einstieg in den Film zieht sich ungemein. Das Team um Regisseur David Ayer versucht den wesentlichen Figuren Originstories zu verpassen, die einfach nicht so wirklich zünden wollen. Das mag zum Teil daran liegen, dass man sie zumeist ohnehin kennt, zu einem anderen Teil aber daran, dass sie einfach ziemlich lahmarschig inszeniert sind. So kann man also etwa die erste halbe Stunde getrost in der Pfeife rauchen. Es machte sich Langeweile breit und bis zum Griff zur Fernbedienung war es nicht mehr weit. Glücklicherweise hat „Suicide Squad“ dann aber doch noch halbwegs die Kurve bekommen. Nachdem das zusammengewürfelte Team von Villains am Brennpunkt eingetroffen ist, nimmt der Film Fahrt auf. Zwar ist es immer noch nicht zu jeder Zeit übermäßig spannend, aber die Action schaffte es dann immerhin, mich bei Laune zu halten. Das war dann aber auch tatsächlich der Hauptgrund, nicht abzuschalten. Die Geschichte selbst klingt im ersten Moment zwar reizvoll, wird aber nicht konsequent genug erzählt und im Grunde genommen nichts anderes als jede X-beliebige Superheldenstory. Die Twists kommen von daher auch nicht wirklich überraschend und wirken teilweise zudem auch unglaubwürdig. Mangelnde Konsequenz muss leider auch der Atmosphäre attestiert werden, die an manchen Stellen nicht weiß, ob sie nun düster, oder poppig-bunt sein möchte.

Ähnlich schwankend präsentieren sich auch die Charaktere. Hier fehlt mir ebenfalls die Konsequenz in der Ausgestaltung. Ernsthaft jetzt, wir haben es hier mit einigen der fiesesten Villains zu tun, die das DC-Universum zu bieten hat. Und dann kommt ein Will Smith daher und verkörpert Deadshot. Gut, darstellerisch kann man echt nichts sagen, aber die Figur selbst? Ein professioneller Auftragskiller, der davon fabuliert, Batman zu erledigen und dann aber doch unbedingt die Welt retten und ein Held für seinen Sohn werden will? Hmm. Inkonsequent. Harley Quinn, ebenfalls gut verkörpert von Margot Robbie, die sich den ganzen Film über knallhart gibt und dann… nein, mehr verrate ich nicht. Aber auch hier findet eine Wendung um 180 Grad statt, die einfach nur unglaubwürdig ist. Und über den „Suicide Squad„-Joker alias Jared Leto breiten wir am besten auch den Mantel des Schweigens. Der ist nämlich nicht mal darstellerisch gut.

Immerhin kann aber die Inszenierung überzeugen. Sieht man mal von der schwankenden Atmosphäre ab, ist der Film nach der ersten halben Stunde ein prall mit Action gefülltes Knallbonbon. Es gibt eine Menge Ballerei, Prügelei, Explosionen und so weiter. Und ja, in diesen Momenten sieht „Suicide Squad“ dann auch echt gut aus. In diesen Momenten sind dann auch die Charaktere meistens genau das, was man von inhaftierten Superschurken erwartet. Das sind dann die Passagen, in denen der Film mich dann doch überzeugen konnte und in denen er wirklich Spaß gemacht hat. Aber auch hier muss man dann unter dem Strich doch eines sagen: Durch alle anderen Faktoren wirkt auch die Inszenierung inkonsequent und schwankend. Nicht so sehr, dass ich am Ende keinen Spaß mit dem Film gehabt hätte, aber doch zumindest in einem Maß, das deutlich macht, wie viel Luft nach oben da noch gewesen wäre.

Fazit:

Nach den vielen vernichtenden Kritiken habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet, als ich „Suicide Squad“ in den Player geschoben habe. Ich kann sie zum Teil absolut verstehen, denn der Film macht vieles falsch. Die Ausgestaltung der Charaktere ist nicht so wirklich überzeugend und ihnen fehlt in letzter Instanz auch die Konsequenz. Die eingeflochtenen Originstories zu Beginn des Films sind schlichtweg langweilig, sodass man erst eine halbe Stunde überstehen muss, bevor er in Fahrt kommt und auch die Atmosphäre kann sich nicht entscheiden, in welche Richtung es nun gehen soll. Demgegenüber steht dann aber nette Inszenierung der Action, die bei Laune hält und „Suicide Squad“ doch immerhin ein gewisses Unterhaltungspotenzial gibt. Nicht, dass man den Film unbedingt gesehen haben müsste, aber als Zeitverschwendung würde ich ihn nun auch nicht zwangsläufig bezeichnen. Und ja, einen zweiten Teil würde ich mir wohl auch ansehen.

© des Bild- und Tonmaterials: Warner Bros.

Das denken die Anderen:

Die Nacht der lebenden Texte
Filmexe: 3/10 Punkten

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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