OT: Die Hard 2 (USA 1990)

Regie: Renny Harlin

Darsteller: Bruce Willis, Bonnie Bedelia, William Sadler, Franco Nero

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 124 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Washington, wieder kurz vor Weihnachten: Der Cop John McClane will eigentlich nur seine Frau Holly vom Flughafen abholen. Doch auch diesmal klappt Johns Rendezvous nicht so ganz: Eine Gruppe abtrünniger Elite-Soldaten ist angetreten, um die Auslieferung eines mittelamerikanischen Diktators zu verhindern. Mitten im Weihnachtsflugverkehr legen sie die Flugleitung des großen Airports lahm – die Mannschaft des Towers muss machtlos zusehen, wie die Terroristen ihr Vorhaben wahr machen. Als die Flughafenpolizei eingreift, beweisen sie ihre Macht. Kaltblütig schicken sie die 200 Passagiere einer anfliegenden Maschine in den Tod. Sie sind auf alles vorbereitet, haben für jeden Schritt einen Plan – doch sie haben McClane nicht eingerechnet, denn John hat einen ganz persönlichen Grund einzugreifen: Der Sprit in Hollys Flugzeug wird knapp. McClane hat nur 90 Minuten Zeit, seine Frau zu retten. Dabei hält ihn nichts auf. Nicht die bürokratischen Kollegen der Flughafen-Polizei und schon gar nicht eine übermächtige Gruppe durchtrainierter Söldner…

© 20th Century Fox

Kritik:

Das der erste Teil der „Stirb langsam“-Reihe zu meinen Lieblingsfilmen zählt, haben wir ja bereits geklärt. „Stirb langsam 2“ entstand unter etwas anderen Voraussetzungen, schließlich gab Regisseur John McTiernan hier das Ruder aus der Hand und wurde von seinem Kollegen Renny Harlin vertreten, der seinerzeit vor allem durch „Nightmare on Elm Street 4“ und „Prison“ eine gewisse Bekanntheit unter Horrorfans erlangen konnte. Man musste sich also die Frage stellen, ob dieser Nobody im Actiongenre nicht an der hohen Messlatte scheitern würde, die McTiernan angelegt hat.

Glücklicherweise kann man aber sagen, dass er seinen Job zwar nicht perfekt, zumindest aber gut gemacht hat. Auch „Stirb langsam 2“ lebt noch den Zeitgeist der ausklingenden 80er Jahre. Das bedeutet in erster Linie, dass der Film geradlinige Action und ein durchweg hohes Tempo an den Tag legt. Die Spannungskurve entsteht auch hier in erster Linie durch den Adrenalinpegel (denn wie sicherlich alle Genrefreunde wissen, folgten noch drei weitere Teile mit leider sehr wechselhafter Qualität). Das sorgt dafür, dass ich ihn mir, auch wenn ich ihn schon unzählige Male gesehen habe, jedes Jahr zur Weihnachtszeit für eine Neusichtung bereit lege. Dabei kann man im Grunde genommen sagen, dass der Film nichts anderes ist als eine Neuauflage des ersten Teils. Abgesehen vom Setting und dem Cast sind beide Filme weitestgehend austauschbar. Was bei anderen Titeln vielleicht zu einem Problem werden würde, ist her aber eben keines. Beide Teile sind schließlich annähernd auf Augenhöhe miteinander.

Bruce Willis gibt den John McClane auch in der Fortsetzung großartig. Klar, der Charakter gewinnt keine zusätzliche Tiefe, sondern bleibt ein klassischer Actionhaudegen. Gewohnt rotzig, mit großer Klappe, flotten Sprüchen und schnellem Zeigefinger an der Waffe ballert sich Willis durch die gut zwei Stunden Laufzeit. Allerdings muss man sagen, dass das Script McClane im direkten Vergleich schon sehr übermächtig aussehen lässt. War er im ersten Teil noch ein Bulle, der in einer ziemlich schwierigen Situation steckte, wirkt er hier wie eine fast unbesiegbare One Man Army. Die erste große Schwäche von „Stirb langsam 2“ offenbart sich schließlich auf Seiten der Antagonisten. Natürlich hat man zwangsläufig den Vergleich mit Alan Rickmans Jack Gruber vor Augen, wenn man die Filmschurken der Reihe betrachtet. An diesem Punkt muss man leider sagen, dass weder William Sadler als Colonel Stuart noch Franco Nero in der Rolle von General Esperanza ansatzweise das gleiche Charisma oder dieselbe Leinwandpräsenz haben wie ihr Vorgänger. Das ist schon etwas schade, denn besonders Gruber und somit Rickman waren ein ganz großer Pluspunkt des ersten Teils.

Was die Effekte und die Umsetzung angeht, hat Renny Harlin eine klare Marschline: Größer, lauter, knalliger. „Stirb langsam“ hat eine Menge Atmosphäre durch das sehr beengte Setting im Nakatomi Tower gewonnen, der Nachfolger weitet das nun auf ein ganzes Flughafengelände inklusive Nebengebäuden aus. Die Wirkung ist logischerweise weniger klaustrophobisch, dafür knallt es aber deutlich häufiger, größer und lauter. Musste sich McClane im ersten Teil noch vorwiegend mit einzelnen Gegnern herumschlagen, kommen und sterben sie hier in Scharen. Was das für die Glaubwürdigkeit bedeutet, habe ich ja weiter oben schon ausgeführt. Dem Actionfaktor hingegen kommt das natürlich zugute und bringt den Bodycount ziemlich weit nach oben (das DVD-Forum hat 256 Tote gezählt – den Flugzeugabsturz nicht mitgerechnet. Zum Vergleich: Der erste Teil kommt auf 21 Leichen.). Wie gesagt, mehr von allem scheint die Devise gewesen zu sein, was insgesamt auch gut funktioniert und sich zu einem furiosen Actionfeuerwerk kombiniert.

Fazit:

Im Grunde genommen ist „Stirb langsam 2“ nicht viel mehr als eine Neuauflage des ersten Teils. Nur größer und lauter, mit mehr Toten und Explosionen. Das funktioniert immer noch ausnehmend gut. Bruce Willis als John McClane liefert wieder eine coole Performance ab, auch wenn seine Gegenspieler im direkten Vergleich zum Vorgänger nicht über das Charisma von Alan Rickman und seinem John Gruber verfügen. Trotzdem ist Teil 2 immer noch die beste Fortsetzung der Reihe, bereits mit Teil 3 ging es meiner Meinung nach deutlich bergab.

© des Bild- und Tonmaterials: 20th Century Fox

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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