OT: Soutbound

Regie: Roxanne Benjamin, David Bruckner, Patrick Horvath, Radio Silence

Darsteller: Kate Beahan, Matt Bettinelli-Olpin, Susan Burke, Zoe Cooper

Freigabe: FSK 18
Laufzeit: 85 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Auf einem einsamen Stück Highway mitten in der Wüste werden die Geschichten mehrerer Reisender verwoben… und in einer schicksalhaften Terror-Nacht scheinen die schlimmsten Albträume wahr zu werden.

Mitch und Jack sind auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, als sie blutüberströmt zu einem abgelegenen Diner gelangen, wo ihr schlimmsten Alpträume wahr werden zu scheinen. Auch die Rock-Band „Siren“ erhält Hilfe von einer fremden Familie, als ihr Tour-Van mitten auf der Straße zusammenbricht; nach einem Autounfall ist ein Geschäftsmann auf die Hilfe eines ungewöhnlichen Rettungshelfers angewiesen; ein ungehaltener Schießwütiger mischt eine Bar auf, weil er auf der Suche nach einer jungen Frau ist; bei einer Familie ist die Hölle los, als Maskierte ihren Urlaub stören…

Kritik:

Viele Köche verderben den Brei. So heißt es zumindest immer, wenn ein Gemeinschaftsprojekt nicht überzeugen kann. Ob das für das umfangreiche Regieteam von „Southbound – Highway to Hell“ gilt, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil habe mein Urteil allerdings gefällt.

Gleich von vornherein: Ja, die unterschiedlichen Regisseure bedeuten, dass es sich hier um einen Episodenfilm handelt, der (angeblich) von einer Rahmenhandlung zusammengehalten wird. Mag sein, allerdings habe ich genau die bei meiner Sichtung des Titels überhaupt nicht finden können. Ein paar krude Versatzstücke eines gemeinsamen Nenners vielleicht, mehr ist da allerdings nicht. So kommt es dann auch, dass kein durchgehender Spannungsbogen entsteht. Vielmehr finden sich in den unterschiedlichen Episoden einige Höhepunkte – wenn man es denn so nennen will, denn im Prinzip ist ein Großteil des gezeigten absolut vorhersehbar und langweilig. Zudem wird es irgendwann absolut unübersichtlich und viele angerissene Themen bleiben nach Abschluss der jeweiligen Episode im Raum stehen. Die Atmosphäre stimmt hingegen weitestgehend. Das Setting, so wenig innovativ es auch sein mag, wird gut in Szene gesetzt. Der verlassene Highwaystreifen mitten in der Einöde schafft ein Gefühl von Einsamkeit und Hilflosigkeit, was natürlich sehr gut zum Grundtenor des Films passt. Ein richtiges Ende gibt es allerdings nicht, es wird eine Brücke zum Anfang des Films geschlagen, was zumindest aber gut in den Kontext der entsprechenden Episode passt. Die restlichen Geschichten sind weitestgehend in sich abgeschlossen, sodass zumindest hier keine offenen Enden zu bemängeln wären.

Darstellerisch bewegt sich „Southbound“ auf einem eher durchschnittlichen Level. Klar, es war kein großes Budget vorhanden, also findet man auch keine bekannten Namen im Cast. Unter diesem Aspekt kann man sich eigentlich über die schauspielerische Leistung nicht beschweren, allerdings hinterlässt es doch einen etwas faden Beigeschmack, wenn auf dem Cover ein dicker „empfohlen vom Virus-Magazin“-Aufkleber bappt. Nichts gegen Low-Budget, ich mag sowas eigentlich. Dann sollte es aber auch bitte richtig trashig werden, denn sonst wirkt es, wie in diesem Fall, wie gewollt und nicht gekonnt. Den Charakteren geht es dabei ähnlich wie den Darstellern, sie wirken sehr zweckmäßig. Keine ausgefeilten Backgrounds oder Geschichten. Einfach irgendwelche auswechselbaren Figuren, die auf dem leeren Highway in der Scheiße stecken. Da hätte sicherlich mehr drin sein können.

Überzeugend hingegen waren die Effekte. Wie gesagt, über weite Strecken verbreitet „Southbound“ den Eindruck, dass es sich um eine Produktion ohne großes Budget handelt. Die SFX sind gemessen an diesem Eindruck aber sehr professionell und glaubwürdig ausgefallen. Man greift nicht auf billige und schlechte Computeranimationen zurück, sondern präsentiert ganz klassisch Handgemachtes. Das weiß zu gefallen. Streckenweise ist der Film dabei auch ziemlich derbe ausgefallen, die Freigabe erscheint mir als durchaus angemessen.

Fazit:

Leider konnte mich „Southbound“ über weite Strecken nicht überzeugen. Die Geschichte ist wirr erzählt, die einzelnen Episoden hängen zwar irgendwie miteinander zusammen, doch ein echter roter Faden will sich einfach nicht ergeben. Dabei bleibt die Spannung weitestgehend aus. Eigentlich schade, denn die recht ansehnlichen Effekte und die gelungene Atmosphäre zeigen auf der anderen Seite recht deutlich, dass hier sicherlich eine Menge mehr möglich gewesen wäre.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Tiberius Film

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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