OT: Snitch (USA/ ARE 2013)

Regie: Ric Roman Waugh

Darsteller: Dwayne Johnson, Susan Sarandon, Jon Bernthal, Barry Pepper

Laufzeit: 107 Minuten
Freigabe: FSK12

Inhaltszusammenfassung:

Als der 18-jährige Jason (Rafi Gavron) ein Paket voller Ecstasy- Pillen entgegennimmt, das ihm ein „guter Freund“ zugeschickt hat, soll er wegen Drogenhandels für zehn Jahre hinter Gitter – das Mindestmaß für Drogendelikte in den USA! Um ihn vor dieser drakonischen Strafe zu bewahren, vereinbart sein alarmierter Vater John (Dwayne Johnson) mit der resoluten Staatsanwältin Joanne Keeghan (Susan Sarandon) einen riskanten Deal: Sollte es John gelingen, einen der Drogenbosse ans Messer zu liefern, kommt sein Sohn frei. Zum Äußersten entschlossen lässt sich John, der ein erfolgreiches Transportunternehmen betreibt, als Kurierfahrer in die Drogenszene einschleusen, um dort auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei darf unter keinen Umständen auffliegen, dass John ein Spitzel – ein sogenannter „Snitch“ – ist, denn ein Menschenleben ist in diesen Kreisen nicht viel wert…

Kritik:

Dwayne Johnson ist wohl, neben seiner Karriere als Profiwrestler, vor allem für kurzweilige wie stumpfe Actionfilme und Komödien bekannt. Mit „Snitch – Ein riskanter Deal“ hat er im Jahr 2013 ein eher ungewohntes Terrain betreten und sich an eine etwas charakterbetontere Rolle gewagt. Ein Versuch, den viele Actionrecken in Angriff genommen haben – und daran gnadenlos gescheitert sind. Wenn dann auch noch „nach einer wahren Begebenheit“ in der Beschreibung auftauchen, sind gleich zwei Vorurteile fast schon greifbar.

Schnell zeigt sich jedoch, dass Regisseur Ric Roman Waugh ein sehr gutes Händchen bewiesen hat. Sicherlich, der Film kann definitiv nicht als Actionstreifen angesehen werden, sondern bewegt sich irgendwo zwischen Thriller und Drama. Es wird schnell eine sanft ansteigende Spannungskurve aufgebaut, die ihren Reiz nun nicht aus einer Menge Knall-Bumm zieht, sondern vor allem aus zwei Punkten. Der erste ist die Situation, die zwischen Johns Familien (er ist zum zweiten Mal verheiratet, glücklich, großes Haus und so weiter; seine Ex-Frau und sein Sohn leben in eher ärmlichen Verhältnissen) herrscht, der andere natürlich Johns Versuch, den abgeschlossenen Deal auch zu erfüllen. Da ihm hierbei immer wieder Steine seitens der Staatsanwaltschaft und der DEA in den Weg gelegt werden, bleibt über einen Großteil der Laufzeit offen, ob ihm das auch gelingen wird. Das Ende ist dabei trotzdem wenig überraschend, aber Langeweile kommt dennoch nicht auf.

Die Charaktere sind durchaus gelungen. Zwar muss man sagen, dass sie schon etwas klischeebehaftet sind (vor allem in Hinsicht auf die Staatsanwältin), aber sie funktionieren. Susan Sarandon füllt die Rolle der Joanne Keeghan gewohnt gut und überzeugend aus, wird dabei aber nicht zu einem Sympathieträger, sondern bleibt in erster Linie ein karrieregeiles Miststück, dem es in erster Instanz um ihre Wiederwahl geht. Dwayne Johnson erledigt seinen Job besser als zunächst erwartet/ befürchtet. Seine Figur verkörpert er überzeugend und mit Spielfreude. Natürlich darf man nicht erwarten, dass man es mit einer Ausnahmedarstellung zu tun bekommt, aber verglichen mit zum Beispiel einem Jason Statham verfügt er doch über ein deutlich größeres Repertoire an Gestiken und Mimiken. Überraschend gut, besonders da auch die Figur selbst nicht unbedingt seinen bisherigen Rollen entspricht, sondern eigentlich ein grundsolider Normalo ist, der in eine Situation gerät, die eigentlich ein paar Nummern zu groß für ihn ist.

Technisch kann man dem Film ebenfalls nichts vorwerfen. Wie schon erwähnt hat man es hier nicht mit einem der gewohnten Action-Streifen zu tun, sondern mit einer Mischung aus Familiendrama und Thriller. Schlägereien und Shootouts sind also eher die Ausnahme, die wenigen Sequenzen sind aber gut inszeniert und wissen zu gefallen. Lediglich die zu Beginn massiv eingesetzte „Wackelkamera“ war fast schon ein bisschen übelkeitserregend, wurde dann aber später auf ein vertretbares Maß zurückgefahren.

Fazit:

Snitch – Ein riskanter Deal“ ist kein typischer „The Rock“-Actioner, sondern ein durchaus gelungenes Thrillerdrama. Bis zum Ende spannend gehalten und solide in Szene gesetzt kann Ric Roman Waughs Film Dwayne Johnson von einer anderen Seite zeigen, die verdeutlicht, dass er vielleicht sogar das Zeug zu einem „richtigen“ Schauspieler hat, auch wenn natürlich noch eine Menge Luft nach oben ist. Sicherlich kein Highlight, aber trotzdem ein Titel, den man sich gut ansehen kann.

© des Bild- und Tonmaterials: Universal Pictures

 Das denken die anderen:

Die Nacht der lebenden Texte
Cellurizon: 7/10 Punkten

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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