Taschenbuch: 120 Seiten
Verlag: Amrûn Verlag

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Zombie Zone Germany

Klappentext:

Wenn die Straßen nicht mehr sicher sind. Wenn das Überleben ein täglicher Kampf ist. Wenn der Traum von einem friedlichen Miteinander in Trümmern liegt.

Was wird geschehen, wenn die Verzweiflung die Überlebenden zum Äußersten treibt?

Simona Turini beweist mit ihrer Novelle aus der Zombie Zone Germany-Reihe ihr außergewöhnliches schriftstellerisches Talent.

© Amrûn Verlag

Kritik:

Die Zombie Zone Germany ist eine Buchreihe des Amrûn-Verlages, welche derzeit drei Novellen und eine Anthologie umfasst. „Tag 78“ von Vincent Voss habe ich an anderer Stelle schon besprochen, „Trümmer“ von Simona Turini ist die zweite Auftaktnovelle der Reihe. Nachdem Voss mich nicht sonderlich begeistern konnte, hoffte ich natürlich darauf, dass dieses Büchlein überzeugender sein würde.

Glücklicherweise kann man sagen, dass Simona Turini so ziemlich alles richtig gemacht hat. „Trümmer“ startet direkt ziemlich anschaulich und blutig, wenn auch etwas anders, als der geneigte Zombiefan es vielleicht erwarten würde. Die Handlung baut sich dann in zwei Strängen auf, die zunächst keinerlei Berührungspunkte haben. Was es damit auf sich hat, wird erst kurz vor Schluss aufgelöst. Zwar sind beide Handlungsebenen nicht gerade sonderlich innovativ, aber sie bieten das, was man vom Genre erwartet. Das ist erfreulich, zumal auch der Spannungsbogen, nicht zuletzt getragen durch die Frage, was nun Geschichte a) mit Geschichte b) zu tun hat, stimmt. Es kommt keine Langeweile auf, man fühlt sich über die rund 120 Seiten hinweg gut unterhalten. Sehr gelungen ist auch die Atmosphäre. Turini gelingt es, ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie man sich in der Apokalypse wohl fühlen würde. Zwar werden einige Punkte (wie zum Beispiel eine Mauer um Deutschland) nur angerissen, aber gerade das trägt noch einmal etwas mehr dazu bei, dass man den Stoff gut nachvollziehen kann. Was die Protagonisten nur vom Hören-Sagen wissen, muss auch dem Leser nicht im Detail erklärt werden. Die Schlusspointe setzt dem ganzen dann ein bitterböses Topping auf.

Was die Figuren angeht, darf man natürlich von einer Novelle nicht zu viel Tiefgang verpassen. Die Autorin bringt gerade so viel Background in „Trümmer“ ein, dass die Figuren gut nachvollziehbar und realistisch wirken. Ich konnte gut Sympathien zu diversen Charakteren aufbauen, hielt andere für ausgemachte #Schimpfwort der Wahl einsetzen# und war bei wieder anderen schließlich lange am rätseln, was es mit ihnen auf sich hat. Mehr erwarte ich von einer Novelle nicht. Damit ist die gestellte Aufgabe gut gelöst gewesen.

Stilistisch wusste Simona Turini ebenfalls zu gefallen. „Trümmer“ liest sich flott und knackig, die Beschreibungen sind bildlich und atmosphärisch. Der Text wirkt nicht einfach wie „dahingeklatscht“ (was leider in so manchem Zombieroman der Fall ist), sondern rund und geschliffen. Keine Schreibe, die den Leser nun überanstrengen würde, aber dennoch fernab vom Groschenroman-Schema.

Fazit:

Nachdem „Tag 78“ für mich eher enttäuschend gewesen ist, reißt Simona Turini mit „Trümmer“ die Zombie Zone Germany wieder heraus. Atmosphärisch und auf den Punkt geschrieben präsentiert die Novelle interessante, aus dem Leben gegriffene Charaktere, die in ihren Handlungen und Gedankengängen gut nachvollziehbar sind. Die Spannung ist gewährleistet und die Schlusspointe wusste sehr zu gefallen. Was will man also mehr?

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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