Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Lago Verlag

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Klappentext:

Observierung untreuer Männer und Kaufhausüberwachungen sind die Hauptgeschäftsfelder der Privatdetektivin Sabrina Lampe. auch der Auftrag einer schrulligen, alten Nachbarin sieht zunächst sehr nach Routine aus. doch im Zuge ihrer Recherchen wird Sabrina Teil eines grausamen Spiels, dessen Ursachen weit in der Vergangenheit liegen. Ihr teuflischer Kontrahent zwingt Sabrina an ihre Grenzen – und darüber hinaus!

Leide! ist der erste Roman um die Privatdetektivin Sabrina Lampe und den Kriminalhauptkommissar Niklas Steg.

Kritik:

Ich muss gestehen, dass ich den Namen Siegfried Langer bis vor kurzem noch nicht auf dem Radar hatte. Als er dann ein Gewinnspiel zu seiner neuesten Veröffentlichung “Leide!” veranstaltet hat, war das Interesse jedoch schnell geweckt, denn Klappentext und Leseprobe versprachen ein interessantes deutsches Thriller-Intermezzo. Und da unbekannte Autoren mich ja zumeist positiv überraschen konnten, durfte das Buch schließlich auch bei mir einziehen.

Langer geht dabei vom Start weg in die Vollen und entwickelt einen sehr konstanten Spannungsbogen für sein mittlerweile viertes Werk. Die Story ist dynamisch aufgebaut und führt den Leser auf mehreren Zeitzonen durch das Buch – ohne dabei jedoch den roten Faden zu verlieren oder verwirrend zu wirken. Eine gelungene Gratwanderung, die es auch gut ermöglicht, die Hintergründe der Charaktere zu verstehen und nachzuvollziehen. Dabei hebt sich der Autor einen sehr gelungenen Twist für den Schluss auf, der überraschend kam und mich für einen Moment mit heruntergeklappter Kinnlade hat sitzen lassen. “Leide!” erzeugt dabei auch über weite Strecken eine ziemlich fiese Atmosphäre, die oftmals sehr negativ daher kommt, an anderen Stellen aber fast zwangsläufig schon zum einen oder anderen Grinsen führt. Die Story bleibt bis zum Schluss hin unvorhersehbar und lässt den Leser tatsächlich auch erst mit der Auflösung des Plots wieder los.

Man merkt deutlich, dass Langer sich mit seinen Charakteren Mühe gegeben hat. Keine von ihnen wirkt wie vom Reißbrett für Standardkrimis, sondern kommt mit liebenswerten (oder eben auch nicht) Ecken und Kanten daher, die ihnen durchweg eine gelungene Eigenständigkeit verleiht. Alle, selbst die sehr böse ausgefallenen Antagonisten, wirken bodenständig und echt. Im Verlauf der Geschichte lässt sich, wie oben schon erwähnt, sehr gut erkennen, warum nun zum Beispiel Sven zu dem geworden ist, was er ist. Auch die Polizisten sind keinesfalls 08/15-Standardbullen, sondern haben ebenfalls ihr Kreuz zu tragen und bleiben dadurch eben menschlicher, als es bei vielen “Mitbewerbern” am Markt ist. In “Leide!” sind diese Probleme übrigens auch etwas anders ausgefallen, der Abwechslungsreichtum dankt es, dass man es nicht schon wieder mit einem Polizisten zu tun hat, dessen Ehe wegen seinem Job in die Brüche gegangen ist – zumindest nicht ausschließlich.

Stilistisch kann ich mich ebenfalls nicht beschweren. Siegfried Langers Stil ist locker und eingängig, so dass die ersten 170 Seiten von “Leide!” nach knapp einem Tag durch waren. Mir hat besonders gefallen, dass der Autor augenscheinlich eine Menge Ahnung von den Lokalitäten hat, in der er seine Geschichte ablaufen lässt, denn besonders bei diesen Beschreibungen kam der Roman ungemein bildlich daher. Wie in den meisten modernen Thrillern wird auch hier nicht auf die eine oder andere Gewaltspitze verzichtet, diese sind allerdings gut in die Story eingepasst und wirken nicht wie ein aufgesetzter, selbstzweckhafter Versuch, den Gore-Freunden einen blutigen Knochen hinzuwerfen.

Fazit:

Eigentlich könnte man “Leide!” mit drei Worten beschreiben: “Alles richtig gemacht”. Siegfried Langer zeigt sehr deutlich, dass gute Thriller nicht zwangsläufig aus Übersee kommen müssen, sondern dass es auch in Deutschland genug Spielraum für spannende, actionreiche Geschichten und durchweg nachvollziehbare, bodenständige Figuren ist. Super, mehr davon!

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Besprechung zu „Vergelte!“

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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