eBook: 248 Seiten
Selbstverlag

Inhaltszusammenfassung:

Sebastian ist ein Junkie, lebt auf der Straße und hat Selbstmordgedanken. Alles scheint sich zu ändern, als er auf Tina trifft, die dem ersten Eindruck nach genau wie er selbst ist. Sie nimmt ihn mit nach Hause und schon dort fällt ihm auf, wie anders als er sie doch ist. Ohne es zu wissen, ist Sebastian Ziel eines Experiments geworden, aus welchem er nicht mehr als er selbst hervorgehen wird.

Kritik:

“Totgeburt” ist erneut eines dieser Bücher, die ich unter normalen Umständen vermutlich nicht für einen Kauf in Betracht gezogen hätte, bis mir das Rezensionsexemplar seitens des Verfassers angeboten wurde. Nun ja, im Falle von “Wie ein Licht im Dunkeln” bin ich auf diese Art ja recht positiv überrascht worden und so war die Spannung nun natürlich groß, was hinter diesem Selfpublisher steckt.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich die Grundidee und die Stimmung dann doch von Anfang an gereizt haben, sonst hätte ich nicht zugesagt, den Roman zu rezensieren – und wie immer war ich hinsichtlich des Selbstverlages darauf vorbereitet, es hier nicht mit einem “vollprofessionellen” Werk zu tun zu bekommen. In diesem Punkt kann ich schon einmal Entwarnung geben, denn Maas’  Stil liest sich sehr angenehm, ohne dabei in eine typische Allerweltsschreibe abzudriften. Stellenweise etwas eigenwillig, aber dennoch einprägsam und mit Wiedererkennungswert. Auch eine der typischen Selfpublisher-Krankheiten, das fehlende professionelle Lektorat, kann man hier löblicherweise nur selten ausmachen. Ja, es gibt den einen oder anderen kleinen Fehler, aber damit kann man meines Erachtens nach leben, denn von “häufen” kann keine Rede sein.

Die Geschichte selber krankt jedoch leider an so mancher Ecke. So ist der Start, auch bedingt durch Maas’  Stil, sehr angenehm, er nimmt sich viel Zeit, seine Figuren einzuführen. Fast schon ein bisschen zu viel, denn zwischenzeitlich kam doch das eine oder andere Gähnen auf. Ab der Hälfte konzentiert sich “Totgeburt” auf die übersteigerte Libido der Hauptfigur. Seitenlang. Das mag zwar hinsichtlich der letzten Kapitel durchaus Sinn machen, hätte nach meinem Geschmack aber doch noch deutlich gestrafft werden können, denn so fehlt es auch hier deutlich an Spannung. Die kommt leider über den gesamten Storyverlauf zu kurz, nach einem recht schnellen und spritzigen Start hangelt man sich schließlich nur noch von Kapitel zu Kapitel und hofft zum Schluss fast schon darauf, das Buch beenden zu können. Der auf der Amazonseite zum Buch angegebene schwarze Humor blitzt leider in der Gesamtheit gesehen viel zu selten auf. Unnötig wäre meiner Meinung nach auch die aufgesetzte Sozial- beziehungsweise Amerika-Kritik. Sie passt einfach nicht in den Kontext des Romans und wirkt mir zu aufgesetzt. Das Ende… nun, ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, aber ich fand es mehr als nur enttäuschend. Selbst für ein offenes Ende (und ich denke, das ist nach der Ankündigung, dass “Totgeburt” der Start einer mehrteiligen Reihe ist, nicht zu viel verraten).

Gelungen kann man dafür die Figuren von “Totgeburt” bezeichnen. Der Hauptcharakter macht im Verlauf der Handlung eine interessante und, unter dem phantastischen Aspekt gesehen, auch nachvollziehbare Handlung durch, auch wenn man zu keinem Zeitpunkt von einem Sympathieträger sprechen kann. Zu Beginn kam zwar eine kleine Spur Mitleid mit Sebastian auf, die aber auch recht schnell wieder verflogen ist. Die weibliche Hauptrolle ist sehr gut umschrieben, auch ihr Handeln nachvollziehbar. Lediglich zum Ende hin gibt es eine Wandlung, deren Grund mir nicht so ganz klar ist.

Fazit:

Leider ist “Totgeburt” über lange Strecken ein recht schwaches Buch. Mir persönlich fehlte über einen Großteil des Romans die Spannung sowie die Atmosphäre. Das konnten dann auch der gelungene Stil und die interessanten Figuren nicht mehr raus reißen. Auf der anderen Seite lässt das aber auch viel Luft nach oben für die Fortsetzung, der ich vermutlich dennoch eine Chance geben werde.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.