OT: Pain & Gain (USA 2013)

Regie: Michael Bay

Darsteller: Dwayne Johnson, Mark Wahlberg, Rebel Wilson, Ken Jeong, Ed Harris, Tony Shalhoub

Laufzeit: 125 Minuten
Freigabe: FSK16

Inhaltszusammenfassung:

Miami – die Stadt der Schönen und Reichen. Daniel Lugo und Adrian Doorbal sind Personal Trainer aus Leidenschaft und haben aus ihren Körpern bereits alles herausgeholt, was Protein-Shakes und unermüdliches Krafttraining hergeben. Doch leider entspricht die zahl der Dollars auf ihrem Bankkonto nicht annähernd der Anzahl der Schweißperlen auf ihren stählernen Körpern, und damit soll jetzt Schluss sein. Gemeinsam mit Pump-Kumpel Adrian und Ex-Knacki Paul Doyle henkt Daniel einen genialen Plan aus, und nach einigen gewagten Anläufen schaffen sie es, den mit Goldkettchen behängten Selfmade-Millionär Victor Kershaw zu entführen, zur Strecke zu bringen und mit seinen Millionen ihren American Dream zu leben. Endlich angekommen in Miamis Oberliga genießt die Sun Gym-Gang ihr neues Luxusdasein mit schnellen Flitzern, sexy Girls und jeder Menge Designerdrogen. Doch das schillernde Partyleben hat bald ein Ende: Ihr tot geglaubtes Opfer Kershaw hat ihnen den Privatermittler Ed Du Bois auf den Hals gehetzt und schwört Rache. Aber so schnell geben die drei Testosteron-Pakete nicht auf, und eine knallharte Jagd beginnt…

Kritik:

Ich bin bekennender Fan von Dwayne Johnson, das ist kein Geheimnis. Trotzdem habe ich mich an „Pain & Gain“ auf Grund der doch recht durchwachsenen Kritiken lange Zeit nicht heran getraut. Dementsprechend waren auch die Erwartungen nicht übermäßig hoch, als ich Michael Bays Verfilmung einer wahren Begebenheit, angeblich eine Herzensangelegenheit, schließlich doch eine Chance gab.

Leider hat sich relativ schnell gezeigt, dass selbst die verminderte Erwartungshaltung immer noch etwas zu hoch gegriffen war. Der Film verwurstet eine reale Begebenheit, allerdings als Komödie erzählt. Die Geschichte selbst bietet dabei eine Menge Potential für eine bitterböse Satire auf den American Dream, fährt diese Schiene aber allenfalls halbherzig. Die mögliche Qualität schimmert allenfalls hier und dort einmal durch, verschwindet im Allgemeinen aber über einen Großteil der Laufzeit in der Mittelmäßigkeit (oder noch darunter). Die gescripteten Gags zünden oft nicht, allenfalls lacht man über die Dummheit des Schurkentrios. Spannung kommt zudem auch nur äußerst begrenzt auf, von einem Spannungsbogen zu sprechen wäre also schon eine ziemlich große Übertreibung. Unter all diesen negativen Aspekten leidet natürlich auch die Atmosphäre, oft habe ich da gesessen und mir die Frage gestellt, was der Film denn nun tatsächlich sein will.

Darstellerisch zieht sich dieser rote Faden dann auch direkt weiter. „Pain & Gain“ fährt genug Muskelpakete auf, um einen gelungenen Actionthriller oder von mir aus auch eine Actionkomödie zu füllen, aber auch hier ist das Potential verschenkt. Die Hauptdarsteller konnten mich mit ihrer Leistung nicht überzeugen, was aber womöglich auch daran liegt, dass die Figuren selbst eben nicht wirken. Nicht überzeugend. Nicht witzig. Nicht ernst genug. Einfach nur tütendoof. Und das ging mir nach einer Weile einfach nur tierisch auf den Sack. Retten können das verkorkste Ensemble aber zumindest die Nebendarsteller. Tony „Monk“ Shalhoub gelingt es gut, sich von seinem bekannten Seriencharakter loszusagen, seine Darstellung eines absolut widerwärtigen, arroganten Millionärs ist überzeugend – und oftmals auch viel lustiger anzusehen als die Bemühungen der Hauptfiguren. Auch Ed Harris als Privatdetektiv im Rentenalter konnte man sich gut ansehen, hier merkte man dann doch recht deutlich, wer tatsächlich ein Schauspieler und wer „nur“ ein Darsteller ist.

Effekte sollte man in einem Film wie „Pain & Gain“ nicht im Übermaß erwarten, selbst wenn Michael Bay der Regisseur ist. Ja, es gibt natürlich die eine oder andere Actioneinlage, die ist aber – gemessen an den Filmen, die man sonst von den Hauptdarstellern und dem Regisseur kennt – nur selten zu finden und in der Ausführung auch verhältnismäßig ruhig gehalten. Also nicht der typische Bay-Bombast, wobei der Fokus in diesem Fall auch nicht auf diesem Punkt gelegen haben dürfte.

Fazit:

Pain & Gain“ ist vieles, aber nichts so richtig. Für einen Actionfilm ist er zu ruhig gehalten, für einen Thriller ist er nicht spannend genug. Als Komödie taugt er nur äußerst bedingt und als Satire versagt er komplett. Erschwerend kommen die uninteressanten Hauptfiguren und die allenfalls durchschnittliche Leistung der Hauptdarsteller hinzu. Einen Good Will-Punkt kann man aber zumindest für die Nebendarsteller Tony Shalhoub und Ed Harris geben, die das einzig ungeingeschränkt sehenswerte an „Pain & Gain“ sind. Sehr schade.

© des Bild- und Tonmaterials: Paramount Pictures

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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