Nate Southard – Red Sky

OT: Red Sky
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Festa
Übersetzung: Sandra Schindler, Wolma Krefting

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Klappentext:

Der Überfall auf eine Bank in El Paso läuft völlig aus dem Ruder und so bleibt dem Ganoven Danny Black nur die Flucht in die Wüste von New Mexico – auf dem Rücksitz eine weibliche Geisel, einen schwerverwundeten Psychopathen und dessen hysterische Freundin.

Als sie in den verlassenen Fabrikhallen von Red Sky Manufacturing Schutz suchen, ahnen sie nichts von dem geheimen Leben im Wüstensand um sie herum. Bald umschwirren Armee-Helikopter das Gebäude und eröffnen erbarmungslos das Feuer. Die Soldaten tragen Gasmasken und sie haben es eilig, denn die Sonne sinkt … und aus den Schatten kriecht das hungrige Grauen hervor …

Red Sky startet als Thriller und endet in brutalem Horror. Dem Leser bleibt der Geschmack von Blut wie Sand im Mund kleben.

© Festa Verlag

Kritik:

Ich muss gestehen, dass mich bei “Red Sky” schon das Cover angesprochen hat und so hätte es früher oder später auch den Weg in meine Sammlung gefunden. Meiner Frau sei Dank war es dann doch deutlich früher als gedacht und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass der Festa Verlag hier seinem Ruf als Lieferant für Horror der härteren Gangart vollauf gerecht geworden ist.

Die Geschichte kommt dem Leser in Grundzügen recht bekannt vor, nicht wahr? Zumindest mir drängte sich recht schnell der Eindruck auf, dass Nate Southard sich für seinen Debüt-Roman stark von Robert Rodriguez Splatter-Klassiker “From Dusk Till Dawn” hat beeinflussen lassen. Dementsprechend ist die Geschichte natürlich nicht neu, wobei der Autor doch darauf verzichtet, sich zu dicht an die offensichtliche Vorlage zu halten – so sucht man die doch recht starke Humor-Schlagseite des Filmes hier vergeblich. Was dem Buch aber auch gut tut, denn ein Comedy-Einschlag hätte hier sicherlich die sich von der ersten Seite aufbauende Spannung doch empfindlich stören können. “Red Sky” gibt recht schnell die Marschlinie vor, der Leser wird unmittelbar ins Geschehen in der Bank geworfen, Southard tritt ab diesem Moment das Gaspedal durch und hält es auch bis auf die Zielgerade auf dem Bodenblech. Der Spannungsbogen bewegt sich dabei auf einem durchweg hohen Niveau, auch wenn Kenner des Genres sicherlich ab der Hälfte erkennen werden, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt. Das tut der Sache aber nur bedingten Abbruch, denn letztlich sind es wieder das Erzähltempo und die actiongeladene Spannung, die den Leser im Falle “Red Sky” bei der Stange halten dürften.

Ein weiteres (kleines) Manko sind leider auch die Charaktere, über deren Hintergründe man nur bedingt Informationen erhält. Auch hier macht es sich wieder bemerkbar, dass der Leser direkt im hier und jetzt startet, ohne dass Southard ihm eine großartige Vorgeschichte geboten hätte. Gut, man muss ehrlicherweise zugeben, dass eine Hintergrundgeschichte zu den Figuren in vielen Fällen auch verschwendete Kreativität gewesen wäre, denn viele von ihnen stellen nicht viel mehr als Kanonenfutter dar. Dennoch kann man sagen, dass es dem Autoren recht gut gelingt, seine Protagonisten anschaulich darzustellen und eigentlich fast jedem auch einen gewissen sympathischen Zug zu verleihen, so dass man sich in “Red Sky” gut mit den (Anti-)Helden und ihren Emotionen identifizieren kann. Genau das Gegenteil gilt übrigens für die Antagonistin, welcher man fast schon von der ersten Seite an einen langsamen und qualvollen Tod wünscht. Also, Nate Southard: vieles richtig gemacht, auch wenn die Hintergründe auf Grund des Erzähltempos doch etwas knapp daher kommen.

Der Stil des Autoren ist sehr angenehm zu lesen. Man hat es mit einem sehr direkt geschriebenen Roman zu tun, bei dem der Unterhaltungsfaktor im Mittelpunkt steht. Man gibt sich nicht unnötig langen Erklärungen hin, sondern beschränkt sich darauf, Gas zu geben und den Leser bei der Stange zu halten. Sehr erfolgreich. Man sollte sich jedoch vorher gewiss sein, dass der Autor nicht gerade zu den zahmen Menschen seiner Zunft zählt. “Red Sky” ist in seinen Gewaltspitzen recht anschaulich und hart, auch wenn man sagen kann, dass der Autor nicht auf biegen und brechen versucht hat, an jeder Ecke einen Splatter-Effekt einzubauen. Glücklicherweise, denn so hat er ein in meinen Augen gesundes Mittelmaß zwischen Action, Horror und Handlung gefunden, welches sich sehr angenehm lesen ließ.

Fazit:

Red Sky” hält, was der Ruf des Leipziger Festa Verlags verspricht. Rund geschrieben, action- wie auch spannungsgeladen und mit einer gesunden Härte. Es will schon etwas heißen, dass ich den Roman gestern Abend erst begonnen habe, nur um ihn heute morgen zur Seite zu legen.

Es handelt sich um die Wiederveröffentlichung eines Review-Corner-Beitrags.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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