Markus Heitz – Wédora: Schatten und Tod

Taschenbuch: 656 Seiten
Verlag: Droemer-Knaur

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Wédora-Reihe, Band 2

Klappentext:

Das neue Dark Fantasy-Meisterwerk aus der Feder von Bestseller-Autor Markus Heitz führt die Leser zurück in die ebenso geheimnisvolle wie tödliche Wüstenmetropole Wédōra

Wédōra birgt noch so manches Geheimnis für die Freunde Liothan und Tomeija, die es auf magische Weise in die schwer befestigte Wüstenstadt verschlagen hat.
Während Liothan in alte Gewohnheiten verfällt und sich in Wédōras Unterwelt einen Namen macht, wird Tomeija vom geheimnisumwitterten Herrscher der Stadt zur obersten Gesetzeshüterin berufen. Sie kann nicht ahnen, dass sie bald nicht nur gegen Verbrechen und mörderische Intrigen vorgehen muss, sondern auch gegen ihren Freund aus Kindheitstagen.
Doch damit nicht genug: Zwei benachbarte Königreiche rüsten sich zum Krieg, und die neutrale Stadt wird gegen ihren Willen in die Feindseligkeiten verwickelt – und Liothan und Tomeija werden plötzlich zu den entscheidenden Figuren in einem mörderischen Konflikt.

© Droemer-Knaur

Kritik:

Mit »Wédora – Schatten und Tod« kehrt Markus Heitz in die mysteriöse Wüstenstadt zurück, die mich schon im ersten Band in ihren Bann gezogen hat. Dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich an den Nachfolger, den man übrigens ohne Vorkenntnisse nicht lesen sollte, da er nahtlos an den ersten Band anschließt.

Es wird schnell klar, dass sich nicht viel geändert hat. Wie auch, der lückenlose Anschluss an die Geschehnisse aus »Staub und Blut« lassen die beiden Bände der »Wédora«-Reihe wie aus einem Guss wirken. Heitz gelingt es ohne Schwierigkeiten, die gleiche dichte Atmosphäre aufzubauen wie im ersten Band, die nun – Vorkenntnissen sei Dank – jedoch etwas weniger mysteriös daherkommt. Dafür kommt das Gefühl auf, dass man als Leser wieder an einen seiner liebsten Ferienorte zurückkehrt, denn logischerweise hat sich nicht viel geändert. Das gilt allerdings auch in Hinsicht auf die Story selbst, welche streckenweise frappierend an den ersten Band erinnert. Wieder gerät Liothan in Schwierigkeiten (wenn auch nicht mit einem Zwingertorque, wohl aber mit einem würdigen Ersatz), wieder ist es an Tomeija, ihn rauszupauken. Soweit, so bekannt. Auch die Ausflüge nach Walfor sind nicht neu und erzählen die Geschichte der alten Heimat unserer Helden ebenso lückenlos weiter. Spannend ist die ganze Chose aber dennoch, denn »Wédora – Schatten und Tod« kommt erneut mit einer Art Kriminalfall daher, der an sich schon ein hohes Spannungspotenzial hat und sich nach und nach wunderbar mit den anderen Geschichten verbindet. Das Ende – und ja, es ist dieses Mal ein Ende der Geschichte – verknüpft schließlich alle roten Fäden zu einem sehr befriedigenden und runden Abschluss, sowohl für das Kapitel »Wédora« als solches, als auch für die persönlichen Geschichten der Charaktere. Anders als noch bei »Staub und Blut« hatte ich diesmal auch nicht den Eindruck, dass das Finale zu abrupt und abgehackt daher kam.

Bei den Figuren handelt es sich weitestgehend um alte Bekannte. Im Fokus stehen erneut Tomija und Liothan, die über die knapp 650 Seiten des Romans eine Entwicklung erleben, die es in sich hat. Es gelingt Heitz gut, dem Leser zu vermitteln, wie die beiden Protagonisten an ihren Aufgaben wachsen, ohne dabei ihre eigenen und persönlichen Werte zu verlieren oder ihre Vergangenheit zu verleugnen. Das wirkt bodenständig und trotz der Fantasywelt, in der sie sich befinden, tatsächlich auch realistisch. »Wédora – Schatten und Tod« birgt was die Figuren angeht viele Querverbindungen zu »Staub und Blut«, mit denen man als unkundiger Leser trotz der knappen »Was bisher geschah«-Zusammenfassung zu Beginn des Romans nur wenig anzufangen wüsste. Aber, so viel kann ohne Spoiler verraten werden, auch in Hinsicht auf die Beziehungen untereinander werden offene Enden aufgegriffen und verwoben.

Heitz bleibt seinem Stil treu. Auch »Wédora – Schatten und Tod« besticht durch eine Schreibweise, die sich angenehm zwischen Fantasyjargon und moderner, spritziger Schreibe bewegt. Auch wenn der Umfang es vielleicht vermuten lassen würde, ist der Roman nicht durch eine Menge nichtssagenden Text aufgebläht, sondern treibt die Handlung gezielt und konkret voran. Dabei bedient er die Stilmittel der Dark Fantasy ebenso zielgerichtet. Soll heißen: Es geht oft ans Eingemachte, eine Menge Action sorgt für ein hohes Erzähltempo und die (häufigen) Kämpfe sind ziemlich detailliert und explizit beschrieben.

Fazit:

»Wédora – Blut und Staub« lässt mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. Leise vor mich hinwimmernd, da der zweite Band der Reihe einen definitiven Abschluss darstellt. Lachend, weil es einen großartigen Abschluss darstellt, der keine Fragen offenlässt, sondern einfach gänzlich stimmig und der Größe der fiktiven Stadt würdig ist. Für Fans von Dark-Fantasy-Epen ist »Wédora« Pflichtprogramm.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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