die klinge des schicksalsMarkus Heitz – Die Klinge des Schicksals

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Droemer-Knaur

Mehr zum Buch auf der Verlagshomepage

Klappentext:

Unheimlich, abenteuerlich und actionreich: der neue Dark-Fantasy-Bestseller von Markus Heitz!

Seit vor 150 Jahren der Wald in Yarkin begonnen hat, sich unaufhaltsam auszubreiten, sind die Menschen immer weniger geworden. Die letzten Überlebenden wurden auf eine Halbinsel zurückgedrängt. Immer wieder hat man Expeditionen ausgesandt, um ein Mittel gegen das Vordringen der Bäume zu finden – keine kehrte zurück. Bis die legendäre Kriegerin Danèstra auf Kalenia trifft, die eine schier unglaubliche Geschichte erzählt: von einer Siedlung im Wald und einem grausamen Überfall, der das wahre Böse offenbart habe; und von einer Verschwörung unter den Menschen, die nur sie, Kalenia, aufdecken könne. Sie bittet die Kriegerin um Hilfe. Doch kann Danèstra ihr wirklich trauen?

© Droemer-Knaur

Die letzten Werke von Markus Heitz haben es mir, wie dem werten Stammleser bekannt sein dürfte, sehr angetan. Dementsprechend groß war die Spannung darauf, wie sich »Die Klinge des Schicksals«, die aktuelle Veröffentlichung des Saarländers, schlagen würde. Die Thematik als solche klang interessant, also ran an die Druckerschwärze.

Leider stellt sich schnell heraus, dass der Roman sich an mehreren Punkten der gängigen Fantasy-Klischees bedient, ohne ihnen den Individualismus beizumischen, der beispielsweise die beiden Wedora-Bücher für mich aus der Masse hat herausspringen lassen. »Die Klinge des Schicksals« ist eine klassische Heldenreise durch eine x-beliebige Fantasywelt, viel Sword, viel Sorcery. Per se ist das natürlich nicht gleich etwas Schlechtes, doch ist man von Markus Heitz schlicht und einfach ›mehr‹ gewöhnt. Daran ändert auch die schöne Idee mit der zurückschlagenden Natur nichts, ebenso wenig wie die Beimischung von moderneren Elementen wie zum Beispiel der Elektrizität oder Bomben. Im Gegenteil: Dieser fast schon etwas steampunkartige Schlag wirkte auf mich insgesamt aufgesetzt und deplatziert. Das mag natürlich zu großen Teilen daran liegen, dass ich derartiger Literatur grundsätzlich nur wenig abgewinnen kann, aber ich behaupte auch nicht, Bücher unter literaturwissenschaftlichen Aspekten zu lesen. Und hier muss ich leider ganz deutlich sagen: Mir hat dieser Punkt überhaupt nicht gefallen. Glücklicherweise kann man aber sagen, dass Heitz zumindest in Hinsicht auf den Spannungsbogen an die Vorgänger anknüpft, denn der bewegt sich auf dem gewohnt hohen Niveau und sorgt dafür, dass »Die Klinge des Schicksals« immer noch seinen Unterhaltungsfaktor hat.

Was die Charaktere angeht, finden sich auch hier in erster Linie klassische Fantasy-Klischees wieder. Die Fronten zwischen Gut und Böse sind sehr klar und deutlich gezogen, ein paar Grautöne hätten dem schlichten Schwarz-/ Weißlayout gut getan und noch ein bisschen mehr Pepp in die Sache gebracht. Natürlich ist diese Herangehensweise im Genre weit verbreitet, doch ähnlich wie in den anderen mir bekannten Heitz-Veröffentlichungen hätte ich auch von »Die Klinge des Schicksals« etwas mehr erwartet. Schade, denn die Grundlagen für etwas vielschichtigere Figuren wären durchaus da gewesen, sei es nun durch die ungewöhnliche Wahl der Hauptakteurin oder die mit der Geschichte verknüpften Familienbanden und die eingebetteten unterschiedlichen Motivationen der Helden und Schurken.

Stilistisch hingegen ist alles, wie man es kennt und mag. Heitz verbiegt sich nicht und drückt der aktuellsten Veröffentlichung deutlich seinen Stempel auf. »Die Klinge des Schicksals« schafft, wie bereits die vorhergehenden Romane, die Gratwanderung zwischen modern und zugänglich und anspruchsvollerem Fantasysprech ohne Schwierigkeiten. Stellenweise wirkte das Buch auf mich jedoch schon etwas zu salopp und geradeheraus, was aber den Lesefluss nur bedingt gestört hat.

Fazit:

5Leider kann »Die Klinge des Schicksals« nicht mit den anderen mir bekannten Heitz-Veröffentlichungen mithalten. Zu sehr sind Geschichte und Figuren bekannten Klischees verbunden, zu selten blitzt die von Heitz gewohnte Eigenständigkeit durch. Sehr schade, denn neben den großartigen Romanen der Vergangenheit zeigen auch der solide Spannungsbogen und die lesefreundliche, zugängliche Schreibweise, dass hier deutlich Luft nach oben gewesen wäre. So jedoch ist der Roman lediglich unterhaltsam, nicht mehr – allerdings auch nicht weniger.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)