Markus Heitz – Des Teufels Gebetbuch

Taschenbuch: 672 Seiten
Verlag: Droemer Knaur

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Klappentext:

Der neue Urban-Mystery-Thriller von Bestseller-Autor Markus Heitz ist ein perfekter Mix aus Unheimlichem, Bösen und subtilem Horror: Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit ihr auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben.

© Droemer Knaur

Kritik:

Wenn man nach deutschen Fantasy-Autoren fragt, fallen meistens nur eine Handvoll Namen. Man hört häufig »Hardebusch«, mindestens genauso oft aber auch den Namen »Markus Heitz«. Dessen neuster Roman »Des Teufels Gebetbuch« ist frisch erschienen, und da die Thematik sehr interessant klang, habe ich zugeschlagen.

Das Interessante am Neuling ist, dass Heitz nicht nur eine, sondern gleich zwei Geschichten erzählt. »Des Teufels Gebetbuch« handelt von der wilden Jagd Tadeus Bochs nach einer besonderen Spielkarte, bei der er selbst aber zum Gejagten wird. Angesiedelt zwischen Urban Fantasy, Mystery und Horror hat sich der Autor einen runden, angenehmen Genremix ausgedacht. Der Spannungsbogen geht steil nach oben und die Atmosphäre wird mit jeder Seite bedrohlicher. Die andere Geschichte hingegen hat einen historischen Touch und erzählt von der Entstehungsgeschichte des diabolischen Kartendecks. Heitz verlässt auch hier die Fantasypfade nicht, wobei diese Story noch mehr im Horrorbereich verankert ist, als der in der Gegenwart spielende Teil der Geschichte. Man muss hervorheben, dass der Autor sich nicht nur »irgendeine« Geschichte aus den Fingern gesogen hat, sondern speziell, was das Thema Kartenspiel angeht, jede Menge historische Fakten einbindet, die dem Roman mehr Authentizität verleihen. Wer es genau wissen will, findet im Anhang noch sehr viel umfangreichere (und interessante) Ausführungen zum Thema.

In den Figuren steckt ebenfalls viel Arbeit. »Das Gebetbuch des Teufels« fährt zwar eine große Menge an unterschiedlichen Charakteren auf, dabei wird es aber nicht unübersichtlich. Heitz gelingt es gut, die verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu verbinden, ohne den Leser zu überfordern. Der Fokus liegt natürlich auf seinen Hauptakteuren Bloch und Poe, allerdings kommen auch die Nebenfiguren mit einem glaubwürdigen und überzeugenden Hintergrund daher. Leider muss ich sagen, dass sie mich teilweise mehr überzeugen konnten als Tadeus Bloch. Ja, der Background überzeugt und die Wandlung, die er im Lauf der Geschichte mitmacht, weiß zu gefallen. Allerdings wirkte er auf mich in seinen Handlungen nicht immer überzeugend. Wenn der Autor ihm in den Mund legt, dass er ein normaler Angestellter eines Casinosicherheitsdienstes ist, dessen letzter Selbstverteidigungskurs einige Zeit zurückliegt, ist es nicht glaubwürdig, wenn er plötzlich zum Einzelkämpferzocker mutiert, der ohne große Schwierigkeit russischen Elitepolizisten entkommt und Elitesöldner ohne Probleme entwaffnen und ausschalten kann. Das lässt sich auch mit Teufelskarten nicht mehr richtig begründen.

Der Stil hingegen war komplett überzeugend. Markus Heitz schafft es spielerisch, die knapp 680 Seiten so runterschreiben, dass sie sich absolut flüssig in einem Rutsch lesen lassen. Keine Überfrachtung mit langweiligen Details, sondern ein feinfühliger Gasfuß beim Storytelling bringen die Geschichte in einem angenehmen Tempo voran, sodass »Des Teufels Gebetbuch« sich zu einem Pageturner entwickelt. Man sollte sich darauf einstellen, dass es so manche härtere Passage gibt, in denen die Gewaltdarstellung nicht ohne ist.

Fazit:

»Des Teufels Gebetbuch« war nach langer Zeit mein erster Roman von Markus Heitz. Nun frage ich mich: Warum eigentlich? Die runde Mischung aus Horror-, Mysterie- und Thrillerelementen wusste zu gefallen, las sich absolut flüssig und kam mit genug historischen Fakten um die Ecke, um dennoch bodenständig und authentisch zu wirken. Wäre da nicht der nicht immer überzeugende Hauptcharakter gewesen, hätte ich die Höchstnote gezogen. Aber auch so kann ich den Roman jedem Genrefreund empfehlen, der sich mal abseits der klassischen Urban-Fantasy-Themen bewegen möchte.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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