OT: Love, Rosie

Regie: Christian Ditter

Darsteller: Lily Collins, Sam Claflin, Christian Cooke, Jaime Winstone

Freigabe: FSK 6
Laufzeit: 102 Min.

Inhaltszusammenfassung:

Rosie und Alex sind beste Freunde. Seit ihrer Kindheit. Schon allein deswegen können sie niemals ein Paar werden – oder doch? In Sachen Liebe stehen sich die beiden mal selbst, mal gegenseitig im Weg. Ein gescheiterter Annäherungsversuch hier, eine verpasste Gelegenheit da, und schon sendet das Schicksal die beiden in völlig unterschiedliche Richtungen. Können verschiedene Kontinente, ungewollte Schwangerschaften, desaströse Liebesaffären, Ehen, Untreue und Scheidungen das Band dieser Freundschaft zerreißen? Können Männer und Frauen überhaupt beste Freunde sein? Und gibt es wirklich nur eine Chance für die große Liebe?

Kritik:

Dieser Film war fast schon so eine Herausforderung für mich wie die Beziehung zwischen Alex und Rosie. Ich hab den Trailer damals schon gesehen, ehe der Streifen in den Kinos lief. Als ich hörte, dass Cecelia Ahern die Vorlage geliefert hat, dachte ich mir “Okay, bis er auf DVD kommt, dauert es noch ein bisschen, dann kannst du erst das Buch lesen.”. Das heißt, der Trailer hat mich schon angesprochen. Aber dann spielte das Leben dazwischen. Ich hab mir vorgenommen, nach dem Buch Ausschau zu halten. Einmal hielt ich es sogar in Händen, entschied mich aber doch für ein anderes. Dann vergaß ich es wieder. Irgendwie verlor ich es aus dem einen oder anderen Grund immer wieder aus den Augen. Und dann stolperte ich letzte Woche wieder über den Trailer. Er gefiel mir immer noch, und obendrein sah ich eine ziemlich gute Rezension. Was soll ich sagen? Gerade ist der Abspann vorbei.
Die Geschichte dreht sich um Alex und Rosie, die beste Freunde sind, seit sie Kinder sind. Sie haben alles miteinander geteilt, jedes noch so kleine Geheimnis. Als sie Teenager sind und die Hormone ins Spiel kommen, schmieden sie gemeinsam Pläne für die Zukunft und verlieben sich ineinander, aber irgendwie spielt das Schicksal den beiden einen Streich nach dem anderen. Es scheint beinahe wie verhext zu sein, als sollte aus den beiden einfach kein Paar werden. Mal hat Alex gerade eine Freundin, dann wieder fährt das Leben Rosie in die Parade. Eines ändert sich jedoch nie: ihre Freundschaft und ihre Liebe zueinander, nicht einmal als sie auf verschiedenen Kontinenten leben. Und nach und nach kommt man auch als Zuschauer nicht mehr um die Frage herum: werden Alex und Rosie irgendwann zueinander finden? Die Geschichte ist vielleicht nicht originell. Sie ist vielleicht auch nicht neu. Aber sie wird hier in leisen Tönen erzählt, denen der Glanz von Hollywood zu fehlen scheint, so dass man sich als Zuschauer direkt fühlt, als wäre Rosie oder Alex einer von uns. Als seien sie unsere Freunde, mit denen man lacht und weint, flucht und aufstöhnt. Es schaffen wirklich nur wenige Filme ihre Charaktere derart sympathisch zu zeichnen. Der Erzählstil gefiel mir ausgesprochen gut, denn obwohl man die beiden über mehrere Jahre begleitet, hat man sich hier Zeit gelassen, die Geschichte zu erzählen, die man erzählen will und die Charaktere darzustellen, wie der Zuschauer sie sehen soll. Ein Detail, das mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass die Autoren auch Nebenhandlungsstränge mit eingewoben haben und die Randfiguren deshalb nicht vergessen wurden. Im Gegenteil, auch sie lernt man lieben und schätzen. Wie ich eben schon erwähnt habe, fehlt der Hollywood-Hochglanz, der sonst so vielen Romanzen anhaftet, diesem Film, aber genau das macht ihn so charmant. Man hat zu keiner Zeit das Gefühl, mit Reizen überflutet, mit Gags erschlagen, in Romantik ertränkt oder von überzogenen Reaktionen ratlos zurück gelassen zu werden.

Kommen wir zur Leistung der Schauspieler. Ich muss zugeben, dass mir Lily Collins bisher nur aus “Atemlos” ein Begriff war, und das – das wissen wir alle – war nicht unbedingt ihre Paraderolle. Von den Briten sind wir eindeutig besseres gewohnt. In diesem Film darf Phil Collins Tochter dann aber doch einmal zeigen, dass sie durchaus in der Lage ist, eine Rolle mit Leben zu füllen, uns dazu zu bringen, dass wir uns in sie verlieben und uns schließlich Emotionen glaubwürdig zu verkaufen. Eine durch und durch solide und vor allem charmante Leistung. Sam Claflin gab schon einen tollen Finnick Odair, aber hier hat er gezeigt, dass Männer nicht immer nur die muskelbepackten Machos sein müssen, ja, nicht einmal die viel gerühmten Bad Boys, sondern auch unsicher und verwirrt sein dürfen. Wir lieben sie trotzdem. Oder vielleicht auch gerade deswegen. Und so erwischte ich mich ein ums andere Mal, wie ich über Alex schmunzeln und seufzen musste. Aber auch die vielen Nebendarsteller haben wirklich geglänzt. Ich denke da besonders an Jaime Winstone als Rosies Freundin Ruby oder Lorcan Cranitch als Rosies Vater Dennis Dunn. Sehr zuträglich war auch der Soundtrack. Nicht nur Ralf Wengenmayr hat hier guteArbeit geleistet und die Szenen mit passender Musik unterlegt, sondern auch bekannte Stücke sind zu hören. Insgesamt wirkt der Score immer stimmig und niemals fehl am Platz, und ja, er fällt einem durchaus auf, wenn man denn ein wenig zugänglich für solche Details eines Films ist.

Aber Kritikpunkte habe ich dann doch auch noch. Zum einen gefiel mir die Abblende der letzten Szene überhaupt nicht. Es wirkte ein wenig, als wäre Christian Ditter doch noch eingefallen, seinem Streifen eben am Ende doch noch als Sahnehäubchen einen Schuss Hollywood mitzugeben. Zu prollig, zu prunkhaft, zu erschlagend wirkte diese Abblende, dieses Herausfahren der Kamera aus der Szene. Da fragt man sich dann schon, was das denn jetzt bitte sollte. Außerdem war zwar der Reifeprozess der Charaktere gegeben, dafür fehlte aber der Alterungsprozess. Sicher, die Frisuren veränderten sich und irgendwie tat der Kleidungsstil es auch, man hat sich also Mühe gegeben, aber leider gingen 12 Jahre völlig spurlos an den Gesichtern der Darsteller vorbei. Eine 30-jährige sieht in den seltensten Fällen aus wie eine 18-jährige. Es sind aber glücklicherweise nur kleine Details, die den Film und die Figuren deswegen nicht weniger liebenswert machen.

Fazit: 

Ich mochte den Trailer. Eindeutig. Aber ich mochte auch den Trailer zu “(500) Days of Summer” und wurde bitter enttäuscht. Das passierte “Love, Rosie” dann aber doch nicht, im Gegenteil. Im Vergleich zu seinem Vergleichsexemplar hatte dieser Film eine Geschichte zu erzählen. Eine leise und irgendwie wunderschöne Geschichte, die durch wenig Reizüberflutung besticht und mit durch und durch liebenswerten Charakteren punkten kann. Auf Hochglanz wurde hier bewusst verzichtet, und genau das macht den Film so sympathisch, denn man fühlt sich tatsächlich mal “mitten drin, statt nur dabei”. So enttäuschend die Abblende am Ende auch ist, und egal ob einem kleine Unstimmigkeiten auffallen, am Ende ist Christian Ditter doch ein Film gelungen, der einem in Erinnerung bleibt und einen mitschmunzeln, mitfiebern und mitweinen lässt.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Constantin Film

Ela

Ich bin quasi das Gegengewicht zu Sebastian. Ich schreibe über all das, was an ihm vorbei geht. Jugendromane, Frauenromane, auch mal der ein oder andere Thriller, Komödien, Filme, in denen es um Freundschaft und Liebe geht, Comic- und Buchverfilmungen....sowas eben. In meiner Freizeit befasse ich mich vorwiegend mit dem Lesen und Schreiben, mit Filmen und Büchern, mit meiner Familie und Freunden und natürlich mit meinen Tieren. Ich koche und backe gern und bin vermutlich das schlimmste Assassin's Creed Fangirl, dem du je begegnet bist. Und ich liebe Musik! Immer und überall.