OT: London Has Fallen (GB/ BGR 2016)

Regie: Babak Najafi

Darsteller: Gerard Butler, Morgan Freeman, Jackie Earle Haley, Aaron Eckhart

Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 95:13 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Nach dem plötzlichen, rätselhaften Tod des britischen Premierministers ist seine Beerdigung ein Pflichttermin für die Staatsoberhäupter der westlichen Welt. Selbstverständlich nimmt auch US-Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart) daran teil, begleitet von seinem Leibwächter Mike Banning (Gerard Butler). Doch was als die bestgeschützte Veranstaltung auf dem Planeten beginnt, entwickelt sich schnell zu einem tödlichen Spießrutenlauf, bei dem das Leben der mächtigsten Anführer der Erde auf dem Spiel steht. Nur mit knapper Not kann Banning das Leben des US-Präsidenten schützen und mit ihm in den Londoner Untergrund fliehen. Doch die Hintermänner der Verschwörung verlangen seine Auslieferung und nehmen die britische Hauptstadt ins Visier. Während Vizepräsident Trumbull (Morgan Freeman) versucht, das gnadenlose Ultimatum hinauszuzögern, nimmt Banning den Kampf auf…

Kritik:

Mit was für einer Erwartung sollte man an einen Film herangehen, dessen Geschichte schon auf den ersten Blick wie an den Haaren herbeigezogen aussieht? Richtig, mit keiner besonders hohen. Im besten Fall hat man anderthalb Stunden Spaß. Im Schlimmsten… na ja, wir wollen ja keine Schwarzseher sein.

Dummerweise entpuppt sich „London Has Fallen“ dann auch schon recht früh als der typische Direct-to-Disc-Film von der Stange. Die Geschichte bleibt so unglaubwürdig, wie es die Inhaltszusammenfassung schon vermuten lässt und ist zu keinem Zeitpunkt in der Lage, zu überraschen. Wer den ersten Teil, „Olympus Has Fallen„, gesehen hat, weiß eigentlich schon, was ihn im Nachfolger so erwartet. Der Spannungsbogen verläuft allenfalls moderat, die Story des Films wird in erster Linie von einer Menge Action vorangetragen, die dafür aber (zumindest weitestgehend) durchaus passabel ist, andererseits aber an jeder Ecke schreit „Haste schon mal gesehen!“ Nicht falsch verstehen, der Film ist nicht langweilig, durch das hohe Tempo kommt es nicht zu Längen, allerdings sollte man eben nicht erwarten, von Spanungsspitzen erstochen zu werden – die gibt’s nämlich schlicht und einfach nicht. Auch das Finale konnte nicht überraschen, bis in die letzte Minute blieb die Story absolut vorhersehbar. Als sehr fraglich empfand ich zudem auch den Verzicht auf jegliche Reflexion der Ereignisse. „London Has Fallen“ sollte man dementsprechend unter Ausblendung sämtlicher political correctness anschauen, sonst wird man vermutlich aus dem Haare raufen nicht mehr heraus kommen.

Auch die darstellerische Seite war nicht so unbedingt das Gelbe vom Ei. Gerard Butler wirkte auf mich nicht übermäßig motiviert, sondern hat sein Ding gemacht, ohne dabei die Überzeugungskraft in Person zu sein. Er spielt vor sich hin, sein Charakter haut alle paar Minuten einen Oneliner raus (der dummerweise aber in den seltensten Fällen tatsächlich lustig gewesen wäre, zumeist wirkten sie sehr bemüht) und faselt in einer Tour davon, wie viel geiler die USA doch sind, wenn man sie mit dem Rest der Welt vergleicht. Nun ist man von US-Produktionen ja diesen Hurra-Patriotismus gewöhnt, im Falle von „London Has Fallen“ ist es aber schon Hipp-Hipp-Hurra-Patriotismus, der mir nach einer gewissen Laufzeit tierisch auf die Nerven gegangen ist. Auch der von mir eigentlich sehr geschätzte Morgan Freeman konnte hier leider überhaupt nichts reißen, wobei er auch nur eine Nebenrolle spielen durfte. Und der Rest vom Cast? Ganz ehrlich, das Script ist um Banning herum konstruiert, im Grunde genommen hätte man auf den Rest verzichten können, der zu 95 Prozent ohnehin nur Kanonenfutter ist.

Und was sagen die Effekte? Hör mir bloß auf. Das sage ich dazu. Sämtliche Explosionen sind so offensichtliche und grottenschlechte CGIs, dass mein Finger ein paar Mal über dem Stopknopf schwebte. Glücklicherweise treten diese aber sehr in den Hintergrund, nachdem London einmal zerbombt ist und „London Has Fallen“ bewegt sich wieder in die klassische „Stirb Langsam„-Schiene und fühlt sich da dann auch gleich viel wohler. Ja, die Shootouts sind tatsächlich gut anzusehen und sorgten letztlich auch dafür, dass ich den Film nicht vor dem Abspann wieder aus dem Player verbannt habe.

Fazit:

London Has Fallen“ kommt in keiner Sekunde an den Vorgänger heran, den ich insgesamt als weitaus unterhaltsamer in Erinnerung habe. Die Effekte, mit denen am Anfang um sich geworfen wird, sind miserabel, die Oneliner sitzen nicht und sind zumeist überhaupt nicht witzig, Butler wirkt unmotiviert und auf Spannung wird weitestgehend verzichtet. Kann man sich als Actionberieselung ansehen, muss man aber nicht. Es gibt zu viele wesentlich bessere Genrevertreter als diesen hier. Dann lieber doch noch ein weiterer Durchgang für „Gamer„, der mehr von allem bietet und dabei auch noch auf den überzogenen Patriotismus und (zumindest aktuelle Ereignisse betreffende) moralische Fragwürdigkeit verzichtet.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Universum Film

Das denken die anderen:

Filmherum: 3/5 Sterne
Medienjournal: 7,5/10 Punkten
Myofb: 6/10 Punkten

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Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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