OT: Kill Your Friends (GB 2015)

Regie: Owen Harris

Darsteller: Nicholas Hoult, Ed Skrein, Rosanna Arquette, James Corden

Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 103:29 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Steven Stelfox ist der Auserwählte! Sein Wille macht aus unbekannten Musikern Bands mit Plattenvertrag. Dabei interessiert sich Steven gar nicht für Musik. Sein einziger Gott ist der Profit. Das Ziel ist immer der nächste große Hit, der die Kassen seines Musiklabels füllt.
Und Steven Stelfox ist ein Riesen-Arschloch! Skrupellos, krank vor Ehrgeiz und zynisch bis zum Abwinken kokst und vögelt sich der junge A&R-Manager durch die Britpop-Szene der 90er Jahre. Aber der Erfolgsdruck steigt. Als Stelfox bei einer Beförderung übergangen wird, greift er zum Baseballschläger und erledigt seinen Rivalen für immer. Zunächst mit Erfolg. Doch neue Hindernisse fordern drastische Maßnahmen und die Blutspuren auf Stevens Karriereleiter werden immer größer…

Kritik:

Zugegeben, Buchumsetzungen sind meistens nicht dazu angetan, die Erwartungen, welche man an sie stellt, auch zu erfüllen. Noch schwieriger wird es vermutlich, wenn man den Autoren der Vorlage kennt und ihn auch schätzt. Vereinfacht wiederum dadurch, dass er selbst am Drehbuch mitgearbeitet hat und man die Vorlage noch nicht gelesen hat. Alles in allem standen die Chancen gut, dass „Kill Your Friends“ für mich so etwas wie das Überraschungsei unter den zur Auswahl stehenden Filmen werden würde.

Zunächst einmal muss man anmerken, dass der Film es tatsächlich sehr gut schafft, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen. Ich fühlte mich tatsächlich sehr an meine eigene Jugend erinnert, in welcher der Britpop nicht nur Insel, sondern durchaus auch auf dem europäischen Festland eine Hochphase feierte. Gut, seitdem ist nicht mehr viel mit dem englischen Musikbusiness los, aber hey, immerhin habe ich die Oasis- und Blurphase noch miterlebt. „Kill your friends“ verspricht nun also einen satirischen Blick hinter die Kulissen (wobei Niven vom Fach und tatsächlich A&R-Manager gewesen ist). Leider wirkt das Ganze aber in der Verfilmung so extrem überzeichnet, dass so richtig gute Stimmung nicht aufkommen möchte. Selbst wenn es eine Mediensatire sein soll (und wie wir gerade in letzter Zeit alle gelernt haben: Satire darf alles. Außer türkische Präsidenten beleidigen), ist das Geschehen einfach zu albern und die Sprüche zu flach. Der Vergleich zu „American Psycho„, den ich schon im Netz gesehen habe funktioniert auch nicht, denn für einen Thriller ist die Niven-Verfilmung einfach zu spannungsarm.

Auch was die Figuren angeht bin ich nicht unbedingt angetan.  Nicholas Hoult erinnert in seiner Darstellung zwar mitunter tatsächlich ein wenig an Christian Bales‘ Patrick Bateman, damit hören die Parallelen dann aber auch schon auf. Die Figur des Steven Stelfox ist in ihrer Gesamtheit recht uninteressant ausgefallen (und ich kann mir nicht vorstellen, dass das in der Buchvorlage ebenfalls so ist) und alles in allem sehr monoton gestaltet. Es gibt nur wenige Ecken und Kanten, an denen sich der Zuschauer stoßen kann, was aber hinsichtlich der Geschichte des Films. nicht gerade logisch erscheint. „Kill your friends“ ist nebenbei auch eine ziemliche One Man-Show, wodurch die (teilweise sehr interessanten) Nebenfiguren einfach nicht genug Screentime haben, um sich vollends entfalten zu können. Das ist ziemlich ärgerlich, denn sie hätten der Geschichte durchaus etwas mehr Pepp geben können. Ein kleines Highlight war übrigens Mortiz Bleibtreu als deutsche Vorzeigeproll. Komplett mit Vokuhila und widerlicher Achselhaarfrisur.

Fazit:

Kill your friends“ war leider eine ziemlich schwache Vorstellung. Gedacht als eine Satire auf die Musikbranche ist leider eben dieser satirische Aspekt aber irgendwo auf halber Strecke verloren gegangen. Übrig bleibt eine mäßige Mischung aus Komödie (bei der die Sprüche nicht ziehen) und Thriller (dem es an Spannung fehlt). Ich hoffe wirklich, dass die Buchvorlage, die noch irgendwo in meinem Stapel ungelesener Bücher liegt, eine rundere Sache mit mehr Unterhaltungswert ist.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Ascot Elite

Das denken die anderen:

Medienjournal: 6/10 Punkten
Myofb: 6/10 Punkten
Cellurizon: 6/10 Punkten

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Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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