redemption roadJohn Hart: Redemption Road – Straße der Vergeltung

OT: Redemption Road
Hardcover: 608 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann
Übersetzung: Rainer Schmidt

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Klappentext:

Ein Junge wartet mit einer Waffe auf den Mann, der seine Mutter getötet hat. Eine Polizistin, die in Schwierigkeiten steckt, wird nach einer brutalen Schießerei mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Nach dreizehn Jahren im Gefängnis wird ein Polizist in die Freiheit entlassen – doch für wie lange?
John Hart beschreibt eine Stadt am Abgrund. Ihre Einwohner scheinen alle auf der Straße der Verdammnis unterwegs zu sein. Voller Geheimnisse, Verrat und nervenzerfetzender Spannung: Mit seinem neuen Buch beweist John Hart, dass er ein Meister des Thrillers aus den Südstaaten der USA ist.

© C. Bertelsmann

Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass hier etwas passiert ist. Manch einer mag schon davon ausgegangen sein, dass Stuffed Shelves tot ist. Sorry, aber den Gefallen tue ich euch nicht :-).Tatsächlich ist der Grund für die Abstinenz ein erfreulicher (neuer Job), der aber auch unerfreuliche Nebenwirkungen (weniger Zeit) mit sich bringt. Trotzdem (oder gerade deswegen) möchte ich heute aber über ein Buch schreiben, welches mich nach ein bisschen Eingewöhnung mal wieder so richtig gepackt hat.

»Redemption Road« von John Hart lässt den Leser zunächst ziemlich allein, auf den ersten Blick scheint es fast so, als ob man mitten in den Mittelband eines Mehrteilers hineingeworfen wird. Zwar ist die eigentliche mit einer deutlichen roten Linie versehen (und kommt auch tatsächlich mit Beginn des Buches erst ins Rollen), wirft insbesondere der Hintergrund von Polizistin Elizabeth eingangs doch einige Fragen auf, die durchaus in einem vorhergehenden Band schon hätten beantwortet werden können. Davon darf man sich aber nicht irritieren lassen, denn neben der eigentlichen, extrem spannend und düster erzählten, Geschichte löst Hart diese Storyknoten im Verlauf der Geschichte immer mehr auf, sodass am Ende ein sehr deutliches wie auch bedrückendes Bild der Hauptakteurin entsteht.

Hart versteht sich dabei gut darauf, beide Erzählebenen zu verbinden. Ich hatte zu jeder Zeit den Eindruck, dass Elizabeths persönliche Geschichte mit der Haupthandlung verwoben war, ohne dass es zu aufdringlich und konstruiert gewirkt hätte. Daraus resultiert ein rundes Gesamtbild, welches von einem bis zum Ende undurchschaubaren Plot getragen wird und in ein Finale mündet, welches ein Schlag vor den Kopf ist. Sehr gelungen.

John Hart gelingt es sehr gut, seine Figuren aufzubauen. »Redemption Road« verdankt einen großen Teil seiner Wirkung den glaubwürdigen Charakteren. Und dem Spiel mit den Loyalitäten des Lesers. Man wird dauernd zwischen Glauben und Unglauben an Adrians Schuld hin- und hergerissen, ohne dabei bis zum Schluss zu erkennen, ob er nun Opfer, Täter oder doch beides zur gleichen Zeit ist. Damit ist er in der gleichen Position wie viele der anderen Figuren des Romans, denn auch hier keimen immer wieder Zweifel an der eigenen Denkweise und dem eigenen Glauben auf. Ausgenommen ist hierbei natürlich Elizabeth, deren Befangenheit aber von der ersten Seite an offensichtlich wird. Oder auch nicht? Das sollte jeder für sich selbst ergründen.

Stilistisch ist »Redemption Road« über jeden Zweifel erhaben. Hart hat seinem Roman in einer Handschrift verfasst, die zugleich unglaublich bildgewaltig ist, auf der anderen aber auch nicht zu metaphernreich ist. Es entsteht eine gesunde Mischung aus großem Kopfkino und knapper, effizienter Schreibweise, welche die Story effektiv voranbringt.

Fazit:

»Redemption Road« war ein Blindgriff, der sich im Nachhinein als absoluter Glücksgriff erwiesen hat. Das Buch verbindet starke Figuren mit einer Kriminalgeschichte, die sich nie in die Karten blicken lässt. Und wenn sie es doch einmal tut, dann wohl nur, um den Leser auf eine falsche Spur zu locken. Das dabei entstehende Gesamtbild ist düster und beklemmend, weiß aber eben genau deswegen von Anfang bis Ende zu gefallen. Zumindest, nachdem man den Eindruck, sich in einem Mehrteiler zu befinden, abgestreift hat. Für Genrefreunde auf jeden Fall einen Blick wert.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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