Für viele Filmfans und ganz besonders die unter uns, die sich eingehender mit den unterschiedlichsten Fassungen und Veröffentlichungen beschäftigen, gibt es nur wenige Anlaufpunkte, zumindest wenn man möglichst schnell möglichst viele Informationen bekommen möchte. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass den meisten die Online Filmdatenbank schon zwangsläufig ein Begriff ist. Das in Verbindung mit der Tatsache, dass sich zu den bereits bekannten Features nun auch bald noch ein eigenes Filmlabel unter der Flagge OFDb auf den Markt kommen wird, ist natürlich Grund genug, diese Institution, wie man die Seite wohl fast schon nennen kann, etwas näher in Augenschein zu nehmen. Um eventuell offene Fragen zu beantworten stand mir freundlicherweise Gründer und Geschäftsführer Sascha Imme für ein Interview zur Verfügung.

Die Geschichte der OFDb beginnt am 31.10.1999. Imme, zu diesem Zeitpunkt “nur” Filmfreak beschließt, eine kleine Website, die sich sachlich wie auch kritisch mit dem Thema “Medienzensur” beschäftigen soll, in die Weiten des Internets zu stellen. Logischerweise war dieses Projekt, welches den Namen “Die große Filmdatenbank”trug, noch meilenweit vom heute gewohnten umfang der OFDb entfernt, eines hatten beide Seiten jedoch gemeinsam: schon frühzeitig band der Betreiber die Besucher mit ein. Diese für damalige Zeiten recht ungewöhnliche Idee wurde so gut angenommen, dass sie sich verselbstständigte und aus der Großen Filmdatenbank schließlich die Online-Filmdatenbank wurde. Ganz offiziell Ende März 2000, als die neue Domain und das, zumindest vom Grundgerüst her, noch heute aktuelle Design online gingen.

Von da an gab es eigentlich nur noch eine Richtung: Steil nach oben. Bereits im Jahr 2004 wurde aus dem ehemaligen Hobby-Projekt ein Fulltime-Job mit Gewerbeanmeldung und allem drum und dran. Nun sind seitdem 9 Jahre vergangen und jeder, der sich eingehender mit dem Thema Film beschäftigt kennt die Entwicklung, welche die OFDb bis zum heutigen Tag gemacht hat. Zunächst kamen Community-Features wie das Katalogisieren der eigenen Filmsammlung im User-Center hinzu. Noch größere Schritte machte die Seite dann mit der Einführung eines eigenen Marktplatzes, der es den Benutzern ermöglicht, ihre Filme direkt über die OFDb zu verkaufen – und schließlich kam natürlich auch der eigene Shop (in welchem man als Club-Mitglied übrigens von schicken Rabatten profitieren kann).

Nun steht der nächste große Schritt bevor. Mit OFDb filmworks hat man ein eigenes Label aus dem Boden gestampft, welches in den Startlöchern steht. Am 13. September kommt die erste Veröffentlichung auf den Markt. Mit From Beyondhat man einen stellenweise recht derben Horrorfilm (was erwartet man auch anderes, wenn Stuart Gordon auf dem Regiestuhl Platz nimmt und Jeffrey Combs zusammen mit Ken Foree in den tragenden Rollen zu sehen ist?) zum Erstling gemacht, dem man dem ersten Eindruck nach eine wirklich großartige Veröffentlichung andenkt. In einem schicken, auf 3000 Exemplare limitierten DigiPack kommt der Titel in echtem HD auf DVD und BluRay. Man hat sich die Mühe gemacht sämtliches verfügbares Bonusmaterial zusammen zu tragen (auch das größtenteils in HD). Angereichert wird das Ganze durch ein Booklet inklusive Essay des Lovecraft-Experten Kai Naumann. Lecker!

Nun ist für den Start besonders auf dem bereits gut mit Mitbewerbern gefüllten Markt ein echter Knaller nötig, um sich die ersten Sporen zu verdienen, doch auch die weiteren angekündigten Veröffentlichungen versprechen, dem Genrefreund einiges interessantes zu bieten. So steht mit “Coonskin” eine Mischung aus Real- und Cartoonfilm aus dem Jahr 1975 auf dem Programm, der in Deutschland bislang nur auf Video veröffentlicht wurde. Regie führte hier übrigens Ralph Bakshi, der unter anderem für die Animations-Version des “Herrn der Ringe” veranwortlich zeichnete. Außerdem ist der Thriller “Cold Blooded” angekündigt, der bislang noch keine deutsche Veröffentlichung spendiert bekommen hat. Vierter im Bunde ist “I Declare War“, der mit gleichen Voraussetzungen an den Start geht. Man darf also weiterhin gespannt bleiben! Alle bisher angekündigten Veröffentlichungen sollen übrigens noch im Jahr 2013 auf den Markt kommen, die beiden letztgenannten werden auch auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest zu sehen sein.

Ich für meinen Teil bin jedenfalls gespannt auf den 13. September und ob der Erstling von OFDb filmworks hält, was die Ankündigung verspricht!

Nun wollen wir aber Sascha zu Wort kommen lassen, bei dem ich mich an dieser Stelle noch einmal für das Interview bedanken möchte.


Ich fange einfach mal mit dem typischen Klassiker zum Einstieg an. Sicherlich würde die Leser interessieren, wer der “Erfinder” der OFDb ist.

Ich bin seit Kindheitstagen Filmfan und wurde schon recht früh auf die hierzulande stattfindende Medienzensur aufmerksam. Da Filme in meinen Augen Kunst sind, sollten diese frei von staatlichen Veränderungen sein. Eine Alterskontrolle ist zweifelsfrei wichtig, denn nicht jeder Film sollte auch Kindern zugänglich sein, aber die Ausmaße, die der Jugendschutz in Deutschland angenommen hat, geht eher in Richtung Erwachsenenzensur.

Verärgert über diesen Zustand, wollte ich zumindest für ein wenig Aufmerksamkeit und Sensibilität für diese Thematik sorgen. Aus diesem Grund erstellte ich in den „Frühtagen“ des Internet eine relativ wissenschaftlich orientierte Informations-Website mit dem Titel „Medienzensur in Deutschland“. Zur praktischen Veranschaulichung der theoretisch dargelegten Informationen, integrierte ich damals ein simples, aber offenes Datenbanksystem in die Website, mit dem kurz und knapp deutsche Veröffentlichungen samt eines Merkmals „gekürzt ja/nein“ erfaßt werden konnten. All das war damals lediglich ein Hobby – ich war schon immer ein begeisterter Computer-Anwender, der sich schon früh das Programmieren beigebracht hatte. Dadurch war es mir möglich, eine dynamische Webseite zu erstellen und weiterzuentwickeln. Ich konnte also beides Hobbys miteinander verbinden und habe entsprechend gerne viel Zeit in das Projekt investiert.

Beruflich war ich eigentlich auf einem ganz anderen Weg. Zum Start der OFDb war ich noch immer Student der Wirtschaftswissenschaft und nach dem Abschluß des Studiums Management-Trainee in einem deutschen Großunternehmen. Da mich diese Richtung aber nicht vollauf befriedigte und die OFDb augenscheinlich das Potential bot, sich hauptberuflich mit ihr zu beschäftigen, ging ich das Wagnis ein, eine Selbständigkeit um die OFDb herum aufzubauen. Trotz immer wieder schwieriger Phasen bereue ich diesen Schritt rückblickend nicht; inzwischen lebe nicht nur ich von ihr, sondern auch mehrere Angestellte. Man kann das Unternehmen OFDb also durchaus als Erfolg bezeichnen.

Du hast ja bereits zur Anfangszeit der Datenbank, als sie als Hauptaugenmerk noch die Übersicht über zensierte Filmfassungen hatte, aktiv mit den Besuchern zusammengearbeitet. Dieser Aspekt ist der OFDb bis heute erhalten geblieben und wurde im Lauf der letzten 14 Jahre noch erheblich erweitert. Warum war dir diese enge Zusammenarbeit von Beginn an so wichtig?

Diese Zusammenarbeit hat sich völlig natürlich entwickelt. Ich war schon damals in der „Filmszene“ aktiv und Teil einer Community: Das einigen Lesern sicher noch bekannte „Splatter-Gore-Visionen“-Forum von Christian Kindler war sozusagen der Anlaufpunkt für alle Diskussionen und Ideen rund um die OFDb. Aus diesem Umfeld entstand letztendlich dann das inzwischen auch sehr große und beliebte „Gemeinschaftsforum“, mit dem uns noch immer eine enge Partner- und Freundschaft verbindet.

Mein Bestreben war es nie, diktatorisch ein fertiges Produkt vorzugeben. Ich habe Input von Dritten schon immer als wichtig und wertvoll erachtet und greife ja bis heute immer wieder gerne Vorschläge auf. Aufgrund der doch inzwischen umfangreicheren Tätigkeiten kann ich mich zwar leider nicht mehr so wie früher ausschließlich auf das Programmieren konzentrieren, doch bemühe ich mich fortlaufend, auch hier stets für Fortschritt zu sorgen.

Das schon lange vor Wikipedia-Zeiten von mir eingeführte Prinzip des Contents von Usern für User hatte aber natürlich auch einen rein pragmatischen Hintergrund: Eine Person alleine kann niemals die Informationsvielfalt bereitstellen, über die eine Gemeinschaft verfügt. Um also möglichst viele Zensuren dokumentieren zu können, war es wichtig, daß jeder mitarbeiten konnte. Die notwendige Qualitätskontrolle geschieht dann ebenfalls „durch alle“ unter Zuhilfenahme des angeschlossenen Forums.

Das Ergebnis ist eine einmalige Quantität und Qualität an Informationen, die dann auch erheblich zur Beliebtheit und zum Erfolg der OFDb beigetragen hat.

Im Jahr 2003 wurde mit schnittberichte.com eine Art Mitbewerber zur OFDb online gestellt. Wie hast Du diese Entwicklung seinerzeit gesehen. War es eher ein Konkurrenzkampf oder doch eher eine Art Ergänzung zu Ihrem Angebot? Und wie siehst Du es heute? Beide Seiten haben sich ja in einem beachtlichen Umfang weiterentwickelt und bieten mittlerweile viele recht ähnliche Features. Filmportale gibt es mittlerweile auch in Deutschland einige, die wenigsten scheinen dabei jedoch ein ernsthafter Konkurrent zu sein. Wo liegt der Vorteil der OFDb?

Ursprünglich war die Seite „Schnittberichte“ eine Art Schwesterprojekt, mit dem auch eine unfassende gegenseitige Verlinkung stattfand. Beide Projekte ergänzten sich meiner Meinung nach hervorragend. Als das damalige deutsche „Schnittberichte“ rechtliche Probleme bekam, mußten auch wir reagieren und verzichten seitdem auf eine direkte Verlinkung der als problematisch erachteten Schnittvergleiche. Ich bedauerte diesen Schritt sehr, aber mit Blick auf die Sicherheit der in Deutschland ansässigen und somit deutschem Recht unterstehenden OFDb war dies unvermeidbar.

Nicht nur „Schnittberichte“ übernahm im Laufe der Zeit einige Features und Darstellungen von der OFDb – es gibt hier noch einige andere Webseiten, die mitunter auffällig „nachbildeten“. Ich weiß nicht, ob dies immer die ideale Vorgehendweise ist, denn jeder sollte seine vorhandenen Stärken ausbauen. Den News-Bereich bei „Schnittberichte“ finde ich beispielsweise sehr gelungen, während ich persönlich auf die „Filmdatenbank“ verzichten könnte. Aber hier steht jedem sein eigener Weg und seine eigene Meinung zu.

Ich denke, die Stärke der OFDb liegt in der Informationsfülle der Datenbank, die in dieser Form noch immer weltweit einzigartig ist, der Nähe zur Community und der benutzerfreundlichen Gestaltung auch der kommerziellen Aspekte. Aus meinem persönlichen „Fan-Denken“ heraus bin ich stets bemüht, alles so zu gestalten, wie es mir selber als Benutzer gefallen würde – selbst dann, wenn es kaufmännisch vielleicht nicht der beste Weg ist. Zudem wirkt alles etwas „beschaulicher“ und weniger steril. Die OFDb versprüht noch immer einen gewissen Retro-Charme, der einigen anderen Websites im Zuge der vorgenommenen Kommerzialisierung abhanden kam.

Viele Seitenbetreiber kennen vermutlich das Problem der mangelnden Motivation. Bis die OFDb tatsächlich zu einem “Unternehmen” wurde, sind nach der Gründung 5 Jahre vergangen. Hast Du in dieser Zeit einmal daran gedacht, das Projekt einzustampfen – und vor allem: hast Du den Schritt, mit der Seite den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, einmal bereut?

Hierzu hatte ich oben schon einige Dinge ausgeführt. Dennoch: Ganz entscheidend ist ja, daß die Unternehmensgründung nie das Ziel war. Aus diesem Grund hatte ich auch keine bestimmten Erwartungen an den Erfolg des Projekts. Es war mein Hobby und machte mir Spaß – und das allein war Motivation genug.

Ein wichtiges Markenzeichen ist die ständig andauernde Optimierung und Veränderung der Seite. Natürlich fallen da die diversen optischen Modifikationen ins Auge, auf der anderen Seite gibt es aber auch weitere ganz offensichtliche Meilensteine, wie zum Beispiel “Meine Filmsammlung”. Viel wichtiger dürfte aber vor allem der Marktplatz und noch viel mehr der Shop gewesen sein. Wann und wie kam die Idee auf, den großen Plattformen wie eBay oder Amazon den Kampf anzusagen? Und was unterscheidet die OFDb-Marktplätze von denen der “großen” Mitbewerber?

Ich wollte schon immer einen „Rundum-Service“ im Bereich Film anbieten. Damals gab es „nur“ den Bereich Information, d.h. man konnte sich in erster Linie über Filme und deren Fassungen informieren. Alle weiteren „Meilensteine“ sind dann logische Fortführungen: Im OFDb-Shop kann man Filme kaufen, in der Filmsammlung kann man sie online verwalten und im Marktplatz wieder verkaufen.

Meiner Ansicht nach machen die fairen Rahmenbedingungen sämtliche Features so erfolgreich: Praktisch alles ist kostenlos (beispielsweise auch der Altersnachweis), die Preise im Online-Shop sind fair kalkuliert (ungeachtet der Altersfreigabe) und die Gebühren im Marktplatz sind niedrig. Das sind Dinge, die viele User schätzen und die zum Erfolg maßgeblich beitragen.

Im Gespräch mit ein paar Mitbloggern kam schon öfters ein Punkt zu sprechen, der mich persönlich auch vom veröffentlichen meiner kompletten Texte in Ihrer Datenbank abhält. Die Nutzungsbedingungen enthalten einen Absatz, der aussagt, dass der Inhaltsersteller der OFDb das ausschließliche Nutzungsrecht für diesen Beitrag überträgt. Wäre es dem User gegenüber nicht fairer, ihm auch ein Verwertungsrecht, zum Beispiel im eigenen Blog, zu lassen?

Im Endeffekt existiert dieses Recht. Wir würden niemals jemanden daran hindern wollen, seine Texte auch anderweitig zu verwenden, und wir erwarten natürlich auch keine Exklusivität der Inhalte. Mir ist dieses Manko der Nutzungsbedingungen ehrlich gesagt gar nicht so recht bewußt gewesen – sie entstanden damals recht kurzfristig und in Anlehnung an eine Vorlage. Erforderlich ist für uns ja nur, daß wir die Nutzungsrechte bekommen, damit wir die Inhalte Dritter auch darstellen und weiterverbreiten dürfen.

Wenn sich diese Problematik wirklich so darstellt, werde ich mich aber gerne um Besserung bemühen. Hier wäre es vielleicht wirklich mal angeraten, einen entsprechend sachkundigen Anwalt zu konsultieren, damit für beide Parteien die nötige Sicherheit gegeben ist.

Die nächste wirklich große Neuerung steht nun in Kürze an. Mit OFDb filmworks kommt ein eigenes Label auf den Markt. Natürlich kommt auch hier wieder die Frage auf, wie es zu dieser Idee gekommen ist.

Auch hier geht es in gewisser Weise um die Fortführung des „Rundum-Service“, d.h. wir veröffentlichen künftig auch selber Filme, die wir als „gut“ erachten. Dennoch spielt auch ein weiterer Aspekt eine große Rolle: Als Filmfan sehe ich mir gerne Filme an. Warum sollte ich dies also nicht auch „beruflich“ machen?! Das Gefühl, Zeit und Liebe in eine Veröffentlichung zu investieren, die es unserer Ansicht nach verdient hat, empfinde ich als sehr positiv. Geben uns dann letztendlich auch die Verkaufszahlen recht, ist dies natürlich Lob und Belohnung gleichermaßen. Ob es dazu kommt, muß aber natürlich erst einmal die Zukunft zeigen…

Mit “From Beyond” ist die erste Veröffentlichung in den Startlöchern. Der Titel steht nach wie vor auf dem Index. Gab es Überlegungen, einen ähnlichen Weg zu gehen wie Turbine mit “Texas Chainsaw Massacre” und den Titel neu prüfen zu lassen? Die Indizierung des Films dürfte doch sicherlich ein Hemmnis im Verkauf darstellen – trotz der Aussage, dass es sich bei der Veröffentlichung um die weltweit umfangreichste handeln wird.

Eine Indizierung ist grundsätzlich ein erhebliches (vom Gesetzgeber gewolltes) Verkaufshemmnis. Dennoch liegt uns die Veröffentlichung sehr am Herzen und wir wollten von Anfang an keine Kompromisse eingehen. Ob mit oder ohne Indizierung, das Produkt soll so umfangreich werden wie möglich und dem Fan alles bieten, was die Studios hergeben.

Eine Listenstreichung werden wir natürlich auch anstreben; alles andere wäre auch ziemlich unklug. Wir wollen die Veröffentlichung aber nicht weiter herauszögern und auf eine Listenstreichung warten, so daß wir demnächst schon veröffentlichen werden. Die frisch erfolgte Streichung von „Re-Animator“ macht natürlich zusätzlich Mut, daß auch wir Erfolg haben werden.

Die meisten Fans des Films dürften sich aber glücklicherweise von einer Indizierung nicht abschrecken lassen, so daß der Film auch so in seiner limitierten Erstauflage sein Publikum finden sollte. Klappt es mit einer Listenstreichung und anschließender FSK-Freigabe, dann würde es natürlich eine Zweitauflage geben. Aber das steht gegenwärtig noch in den Sternen.

Das bisher angekündigte Programm scheint mir nicht gerade auf ein “Massenpublikum” ausgelegt zu sein, sondern vielmehr Genrefreunde zu bedienen. Ist diese Ausrichtung als zukunftsweisend zu sehen? Oder anders herum gefragt: wird es inhaltlich auch weiterhin eine Mischung aus aktuellen und für das Heimkino unveröffentlichten Titeln und Klassikern im aufgemotzten Gewand geben?

Wir wollen keine Filme veröffentlichen, nur weil sie kommerziell vielversprechend sind. Wir stehen zu sämtlichen bisher erworbenen Titeln und erachten diese als für ihr jeweiliges Genre überdurchschnittlich bzw. sehenswert. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ein Film ein Klassiker oder eine Neuheit ist.

Die Beobachtung, daß es sich mehr oder weniger um Genrefilme handelt, trifft durchaus zu. Dies liegt ganz einfach daran, daß wir selber solche Filme bevorzugen und uns damit besser identifizieren können.

Hinsichtlich filmworks arbeit ihr ja eng mit der Blogger-Szene zusammen, während viele der großen Labels diese ja eher stiefmütterlich behandelt. Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?

Hier gebührt das Lob meinem Kollegen für Vertrieb und PR, Ralph Schröder. Seiner Ansicht nach kann ein leidenschaftlicher Blogger viel besser und authentischer einen Film rezensieren oder über ihn berichten, als dies ein angestellter Redakteur kann, der dann Filme um so besser beurteilen muß, desto mehr Werbeplätze ein Label im jeweiligen Magazin oder der Website kauft. Da er zudem die von vielen ja hobbymäßig betriebene Blogger-Arbeit sehr schätzt, ist ihm auch die menschliche Komponente sehr wichtig und er sucht gerne den direkten bzw. persönlichen Kontakt.

Ist eine Rezension authentisch und positiv, ist dies seiner Ansicht nach die beste Werbung, die man für einen Film bekommen kann. Und da wir unsere Titel mögen, sind wir natürlich auch persönlich sehr gespannt auf das Feedback anderer Filmfans. Wobei wir selbstverständlich nicht erwarten, daß jeder auch jeden unserer Titel mag – dafür sind Geschmäcker einfach zu verschieden.

Das soll es von meiner Seite aus dann auch schon gewesen sein. Ich bedanke mich für Ihre Zeit – falls Du noch ein paar berühmte letzte Worte sprechen möchtest, ist das hier vermutlich der beste Zeitpunkt dafür ;-).

Ich bedanke mich auf jeden Fall für Ihre Bereitschaft, Zeit in dieses Interview zu investieren. Ebenso bedanke ich mich bei Ihren Lesern für das Interesse – wer bis hierhin gelesen hat, hatte nämlich offenbar ein wenig Interesse an der OFDb und an OFDb Filmworks.

Ich möchte mich an dieser auch bei allen neuen und alten OFDb-Usern bedanken, die unermüdlich an der OFDb mitarbeiten und sie mit zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Vielen Dank!

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)