Einleitung
Bibliografie
Interview

Unser letztes Interview ist noch gar nicht so lange her und schon kommen wir mit einem neuen um die Ecke. Auch heute steht ein deutschsprachiger Autor im Mittelpunkt des Interesses und auch heute bleiben wir auf den Pfaden der Phantastik.

markus heitz

© FinePic, München

Markus Heitz wurde 1971 in Homburg (Saarland) geboren. Nach Abitur und Schulabschluss studierte er Geschichte und Germanistik. Seine ersten Sporen verdiente er sich jedoch nicht als Autor, sondern als freier Journalist für die Saarbrücker Zeitung. Der erste Roman seines Ulldart-Zyklus, welcher zugleich auch seine erste belletristische Veröffentlichung war, brachte Heitz direkt den Deutschen Phantastik Preis für das beste nationale Roman-Debüt. Im Lauf seiner Karriere folgten neun weitere DPPs, zumeist in der Kategorie bester nationaler Roman, es wurde aber auch seine Internetseite sowie die Serie “Uldart – Zeit des neuen” ausgezeichnet.

Desweiteren war Markus Heitz Rechteinhaber des Rollenspielsystems “Justifiers”. Auch wenn das Spiel als solches mittlerweile eingestellt wurde, erscheinen noch immer Buch- und Comicveröffentlichungen in der Spielwelt. Nicht alle stammen aus Heitz’ Feder, es sind aber weitere bekannte Autoren wie Christoph Hardebusch, Lena Falkenhagen oder Thomas Finn beteiligt. Das Libretto des Musikals “Timm Thaler” wurde ebenso wie der Perry-Rhodan-Roman 2615 (“Todesjagd auf Rhodan”) von ihm verfasst.

Heitz ist zudem Mitbesitzer eines Irish Pubs in Zweibrücken und lebt heute in Homburg.

Wie an der umfangreichen Bibliografie unschwer zu erkennen ist, ist Markus Heitz bekennender Vielschreiber.

Ulldart: Die Dunkle Zeit

Schatten über Ulldart
Der Orden der Schwerter
Das Zeichen des dunklen Gottes
Unter den Augen Tzulans
Die Magie des Herrschers
Die Quellen des Bösen

Ulldart: Die Zeit des Neuen
Trügerischer Friede
Brennende Kontinente
Fatales Vermächtnis

Die Zwerge
Die Zwerge
Der Krieg der Zwerge
Die Rache der Zwerge
Das Schicksal der Zwerge
Der Triumph der Zwerge

Shadowrun
TAKC 3000
Gottes Engel
Aeternitas
Sturmvogel
05:58
Jede Wette
Schattenjäger (Sammelband)
Schattenläufer (Sammelband)

Die Bestie
Ritus
Sanctum

Feuerkriege
Die Mächte des Feuers
Drachenkaiser
Drachengift
Feuerkriege (Sammelband)

Judas
Kinder des Judas
Judassohn
Judastöchter

Die Legenden der Albae
Gerechter Zorn
Vernichtender Hass
Dunkle Pfade

Justifiers
Collector
Collector – Operation Vade Retro

Exkarnation
Exkarnation – Krieg der Alten Seelen
Exkarnation – Seelensterben

Wédora
Wédora – Staub und Blut

Einzelromane
Totenblick
Blutportale
Oneiros – Tödlicher Fluch
AERA – Die Rückkehr der Götter
Des Teufels Gebetbuch

Sachbücher
Vampire! Vampire! Alles über Blutsauger

Mehr zu Markus Heitz findet ihr auf seiner Homepage mahet.de sowie auf seiner Facebook-Autorenseite.

Wir möchten uns auf diesem Weg auch bei Frau Kessler von Droemer Knaur für die Organisation bedanken.

So, das war nun aber genug Text für die Einleitung, jetzt wollen wir uns dem Kernstück dieses Artikels widmen, unserem Interview mit Markus Heitz. Viel Spaß.

Einleitung
Bibliografie
Interview

Hallo Markus,

zunächst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten.

Unsere typische Eröffnung ist eine kurze Selbstvorstellung, um die ich dich an dieser Stelle ebenfalls bitten möchte.

Schwarzträger, ironisch-sarkastisch, dauerkreativ und immer am nächsten Projekt.

Vor Kurzem erschien dein aktueller Roman „Des Teufels Gebetbuch“. Möchtest du unseren Lesern vielleicht einen kurzen Ausblick darauf geben, was sie im Buch erwartet?

Eine Mischung aus Thriller und Mystery, ein Hauch Horror, ein bisschen Bond-Feeling, internationales Flair, eine Heldin und ein Held, die unterschiedlicher sind sein könnten. Das Ganze rund um ein mysteriöses Kartenspiel. Das Ganze auf ca. 650 Seiten. Da geht Einiges.

Für das Buch hast du eigens ein Kartenspiel entwickelt. Wie bist du auf diese Idee gekommen?

Es war mir ein Vergnügen, zu solch einem Roman auch noch das passende Kartenspiel zu entwerfen, das nicht zu kompliziert und langweilig ist. Eine Mischung aus Poker und wer die höchste Karte hat. Und natürlich wird das dann im Werk gezockt. Auf Leben und Tod. Aber keine Sorge, das erwarte ich nicht von den LeserInnen.

Die Veröffentlichung von „Des Teufels Gebetbuch“ wurde von einer ganz besonderen Lesereise begleitet. Ab dem 17.03. warst du quer durchs Land unterwegs und last aus dem Buch. So weit, so normal. Der Clou dabei ist aber, dass die Lesungen von einem Kartenturnier begleitet wurden. Die Teilnehmer konnten sich für das Finale in Baden-Baden qualifizieren, wo abschließend die Chance bestand, gegen dich selbst anzutreten. Der Endgegner auf dem Weg zu ewigem Ruhm und hübschen Prinzessinnen oder so ähnlich. Wie kam es zu dieser Idee? Nur eine logische Weiterentwicklung der Thematik oder der Plan, die Weltherrschaft mittels eines süchtig machenden Kartenspiels an sich zu reißen?

Der Verlag und ich überlegten an mehreren Maßnahmen, wie man auf ein Buch mit dieser Thematik aufmerksam machen kann. Und es bot sich geradezu an, ein solches Event daraus zu machen. Grandios war, dass das Casino dabei auch mitzog. Der Plan zur Weltherrschaft wird mit anderen Mitteln angestrebt. Ich habe Agenten im Kreml, in den USA und im Vatikan. Läuft.

Deine Veröffentlichungen sind grundsätzlich in der Phantastik verankert, du hast über Zwerge, Drachen, Cyberpunks, alte Götter und noch viele andere fantastische Wesenheiten geschrieben. Woher kommt deine Faszination für das Genre?

In der Phantastik ist prinzipiell alles möglich, inklusive das Mischen verschiedenster Stile, Zeiten und Kreaturen. Auf den ersten Blick klingt es dadurch leichter, aber das würde ich so nicht sagen. Die erfundenen Welten müssen alle in sich glaubhaft sein. Das ist eine immense Herausforderung. Die Gegenwart kennt jeder und kommt ohne Erklärung aus. Wo liegt nun die größere Schwierigkeit?

Was mich zur nächsten Frage bringt: Kannst du dir vorstellen, mal etwas ganz Anderes zu schreiben, einen düsteren Hardboiled-Krimi zum Beispiel? Ganz ohne Mutanten, axtschwingende Kleinwüchsige und reflexsteigernde Implantate.

Ich habe schon Thriller geschrieben. Macht auch sehr viel Spaß, und Wiederholungen dieser Art nicht ausgeschlossen. Ideen sind nie das Problem.

Man kann dich wohl zu den bekanntesten Namen in der deutschen Fantasyszene zählen. Geht damit eine gewisse Erwartungshaltung deiner Fans an Inhalte und Qualität deiner Veröffentlichungen einher?

Das mag sein – aber ich kümmere mich dabei nicht drum. Klingt komisch? Nein. Denn genau DAS ist der Trick: Als Kreativer, ganz gleich ob Musiker, Maler, was auch immer, sollte man immer sein eigenes Ding machen. Ich hatte und habe das Glück, dass ich genug LeserInnen mit meinen Sachen fand, und darüber bin ich sehr glücklich. Aber den Fehler zu begehen, gerade Band 324 von den Zwergen zu schreiben, weil es die stärkste Serie ist, was die Verkaufszahlen angeht, werde ich nicht begehen. Dieses Risiko, ständig neue Sachen zu entwerfen, muss ich einfach eingehen. Denn ich kann gar nicht anders.

Woher nimmst du die Inspiration für deine Arbeit? Und gibt es Autoren, die dich direkt oder indirekt beeinflusst haben?

Prinzipiell lauert Inspiration überall. Das kann ich gar nicht genau sagen. Nein, keine Einflüsse, abgesehen wohl von allen Büchern, die ich jemals las. Das geht quer durch die Bank.

Wir sind in erster Linie ein Rezensionsblog. Eine ganz klassische Frage ist daher die nach Rezensionen. Wie wichtig sind sie für dich und wie gehst du speziell mit negativen Besprechungen um?

Rezensionen sind etwas subjektives. Wie Meinungen zu Essen. Zu Wein. Dem einen gefällt was, dem anderen nicht. Für den gleichen Umstand bekommt man von denen einen fünf, von den anderen einen Stern. Das muss ich akzeptieren. Wenn es mehr als Meinungsäußerungen sind, gerade bei den negativen, also Leute sich die Mühe machten und darlegten, warum ihnen was nicht gefiel, lese ich das und überlege für mich, ob ich was Positives für mich ziehen kann.

Wir möchten immer auch eine kleine Betrachtung abseits der Veröffentlichungen in unsere Interviews einfließen lassen. Von daher: Wie sieht ein normaler Tag im Leben von Markus Heitz aus?

Aufstehen. Tee. Arbeiten. So einfach. Dann noch einkaufen, Wäsche waschen, mal putzen. Und arbeiten. Ach ja, arbeiten. Warum so viel? Weil es Spaß macht.

Wie kann man sich deine Arbeitsweise vorstellen? Man hört hier ja von den unterschiedlichsten Vorlieben, was Schreibzeiten, Schreibgerät und die bevorzugte Umgebung angeht. Kratzt bei dir im düsteren Keller mit Ketten an den Wänden die Feder über Pergament oder hackst du wie ein Wilder im schicken Büro in die Tasten des Notebooks?

Ich schreibe überall, Laptop sei dank. Im Büro, auf der Terrasse bei Nacht (tagsüber ist es meistens zu warm…), unterwegs. Ich kann überall arbeiten. Das ist der Vorteil meines Jobs. Das Entwerfen von Geschichten und Welten mache ich von Hand und skizziere meine Karten, danach kommt der Laptop zum Einsatz.

Wie lange dauert es im Normalfall, bis du einen neuen Roman fertiggestellt hast?

Von der ersten Idee bis zum fertigen Roman von ungefähr 600 Seiten etwa 4 Monate

Wenn man seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Büchern bestreitet, hat man dann in seiner Freizeit überhaupt noch Lust zu lesen? Was für Bücher bevorzugst du privat? Und welche Titel und/ oder Autoren sollte deiner Meinung nach jeder mal gelesen haben?

Ich lese sehr viel Primär- und Sekundärliteratur. Aber privat meide ich alles, was mit SF, Phantastik und Horror zu tun hat. Weil ich mich damit ja schon genug beschäftige. Ansonsten eher lustige Texte, wie von Torsten Sträter. Sehr entspannend.

Auf deiner Homepage findet sich eine ausführliche Rubrik mit Schreib-Tipps. Trotzdem die Frage: Was wäre deine erste Antwort, wenn dich ein hoffnungsvoller Schreibanfänger nach einem Ratschlag fragt? „Lass alle Hoffnungen fahren“ zählt übrigens nicht.

Machen. Die meisten denken zu viel nach, was sie wie machen sollten. Dabei wissen die meisten, was sie MÖCHTEN, aber trauen sich nicht.

Wie stehst du zum Thema eBooks? Wertvolle Innovation oder die geöffnete Tür für Buchpiraten?

„Meine“ erste Raubkopie war ein von Hand eingescanntes pdf-Dokument von DIE ZWERGE, das ich im Netz gefunden habe. Also, Respekt vor der Arbeit. Insofern haben es die heutigen Piraten leichter, mit den ganzen Tools, die es gibt. das ebook ist eine Bereicherung, eine andere Veröffentlichungsform für Literatur. Für den Missbrauch kann das ebook ja nichts. Und wer sich bei Verlagen und Agenturen mal umhört und das Wort „Raubdrucke“ fallen lässt, weiß, dass ein gedrucktes Buch noch lange nicht schützt. Ich sage nur pdf-Scan.

Mit dem eBook haben nicht nur illegale Downloadportale Aufwind bekommen. Eine in meinen Augen sehr interessante Entwicklung sind die Selfpublisher, die ihre Werke ohne Verlagsunterstützung auf den Markt bringen können. Wie stehst du zu der Thematik? Könntest du dir eventuell selbst vorstellen, ein Buch auf diese Art zu veröffentlichen?

Generell der Hinweis – winziger Markt, tonnenweise Anbieter. Das muss man wissen. Etwa 5% des Umsatzes der Buchbranche macht das ebook (im Schnitt, streckenweise auch viel mehr), aber die Anzahl der „Selfis“ ist groß, für eine überschaubare Anzahl von KäuferInnen. Finde ich alles spannend, und man wird sehen, wie es generell in fünf Jahren um die Branche steht.

Auch wenn „Des Teufels Gebetbuch“ erschienen ist, stellt sich bereits die Frage nach Zukunftsplänen. Gibt es schon ein neues Projekt, welches du in Angriff nehmen willst?

Immer das nächste. Wedora2 ist fertig, aktuell befasse ich mich mit noch etwas Geheimem. Kein klassisches Buch, aber es geht wie immer um: Geschichten erzählen.

Das soll es von unserer Seite aus dann auch gewesen sein. Noch einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten. Wie immer gebühren die berühmten letzten Worte unserem Gast. Willst du deinen Lesern noch irgendwas mit auf den Weg geben?

Talent ist im Leben schön, aber ohne Disziplin und Fleiß wird es meistens nichts. Ich weiß, blöd. Ist aber so.

Einleitung
Bibliografie
Interview

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)