Keine Sorge, keine Sorge. Auch wenn dies mittlerweile die dritte Ausgabe von “All eyes on…” in einer recht kurzen Zeitspanne ist, haben wir nicht vor, die Rubrik zu einem Dauerbrenner werden zu lassen. Manchmal ist es aber so, dass man jemand ganz bestimmten für ein Feature im Auge hat und es sich dann schneller als gedacht ergibt – so geschehen in diesem Fall. Wir freuen uns, euch an dieser Stelle unseren Artikel über die Schriftsteller-Schwestern Beate und Susanne Hanika, auch bekannt unter ihren Pseudonymen Kristy und Tabita Lee Spencer.

Offenbar liegt das Talent in diesem Fall ganz eindeutig in der Familie (auch wenn es nach Aussagen der Schwestern Zufall ist, dass sie beide Schriftstellerinnen geworden sind). Bemerkenswert ist dabei jedoch, dass die persönlichen Vorlieben sich in zwei recht unterschiedliche Richtungen bewegen. Während Susanne (*1969) sich mit ihrer Lisa Wild-Reihe auf Regional-Krimis mit einem gehörigen Schuss Humor konzentriert, finden sich bei Beate Teresa (*1976) ernsthaftere Töne, bei denen die jüngeren Leser gezielt angesprochen werden. Ihr Roman “Rotkäppchen muss weinen” behandelt das Thema Kindesmissbrauch und wurde mehrfach ausgezeichnet. Gemeinsam haben die Schwestern unter ihren Pseudonymen die “Dark Angels”-Trilogie geschaffen, deren Abschluss “Dark Angels Winter” im September 2013 auf den Markt kommen wird.

Bibliografie Beate Teresa Hannika:

  • Rotkäppchen muss weinen
  • Erzähl mir von der Liebe
  • Nirgendwo in Berlin

Bibliografie Susanne Hanika:

  • In Ewigkeit, Amen
  • Und bitte für uns Sünder
  • Und führe uns nicht in Versuchung
  • Erhöre unser Flehen
Piper, 2011 Piper, 2012 Piper, 2012 Piper, 2014

Als Kristy und Tabita Lee Spencer:

  • Dark Angels Summer
  • Dark Angels Fall
  • Dark Angels Winter

Nun wollen wir euch aber nicht weiter auf die Folter spannen und eröffnen, wie es sich für “All eyes on…” gehört den Fragereigen an die Hanika-Schwestern. Viel Spaß mit ihren Antworten!

Hallo, Ihr beiden. Danke, dass Ihr Euch heute die Zeit nehmt, unsere Fragen zu beantworten. Beginnen wir mit Eurer Dark Angels Trilogie, deren finaler Teil im September erscheinen wird.
Wie ist die Idee zu Dark Angels Summer geboren worden?

Die Idee stammt von Beate, sie träumte eines Nachts davon. Sie sah sich selbst in der verfallenen Gärtnerei und stand plötzlich vor einem Wolf. Mit klopfendem Herzen drehte sie sich um, sah ihre Schwester hinter sich und sagte zu ihr „Indie“. Selbst im Traum wusste sie, dass sie in einer Geschichte gelandet war, und dass wir zwei Schwestern als die Spencer Sisters diese aufschreiben würden. Susanne fand das sehr eigenartig und wollte anfangs nicht mitmachen, aber das erste Kapitel von Beate überzeugte sie!

Habt Ihr damit gerechnet, dass es so ein Erfolg werden würde?

Nein, so etwas kann man vorher nicht wissen. Aber natürlich hofft man immer auf Erfolg, wenn man ein Projekt beginnt!

Wenn man eine Trilogie schreibt, ist man da unter Druck, an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen und gewisse Erwartungshaltungen zu erfüllen?

Ja, das ist tatsächlich ein Problem. Wir hatten immer vor dem Schreiben des nächsten Bandes Bedenken, dass er nicht so gut werden würde wie der Vorgänger. Aber wenn man einmal im Rausch des Schreibens ist, denkt man darüber nicht mehr nach.

Ihr habt die Romane unter einem Pseudonym veröffentlich? Welche Intention steckte dahinter?

Wir haben vor unserer gemeinsamen Dark Angels Reihe schon Bücher veröffentlicht. Deswegen wollten wir die unterschiedlichen Genres, in denen wir schreiben, trennen … nichts ist doch nerviger, als wenn man ein Buch von einem bestimmten Autor kauft, und dann beim Lesen merkt, dass es kein Krimi sondern ein Liebesroman ist … Außerdem hatte Beate ja unsere Namen geträumt, das sahen wir als gutes Omen!

Könnt Ihr uns einen kleinen Einblick geben, was uns in Dark Angels Winter erwarten wird?

Dawna und Indie werden erwachsener und kämpferischer. Sie müssen sich auf eine lange Reise machen, viel und hart lernen, und alles hinter sich lassen. Und obwohl sie versuchen, nie den Mut zu verlieren, werden sie auf eine sehr harte Probe gestellt. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz …

“Rotkäppchen muss weinen” wurde mehrfach ausgezeichnet und hat eine so ganz andere und sehr sensible Thematik als Dark Angels Summer. Worum geht es und was hat Dich zu diesem Roman inspiriert, Beate Teresa?

Der Roman handelt von sexuellem Missbrauch. Ich kann nie sagen, was mich zu einer Geschichte inspiriert, die Geschichten sind einfach plötzlich da und wollen geschrieben werden.

Aber auch Du, Susanne, warst bereits vorher sehr erfolgreich als Krimi-Autorin. Was ist das Geheimnis des Erfolgs Deiner Bücher?

Darüber kann man als Autor natürlich nur rätseln … Wenn man Rezensionen glaubt, mögen die LeserInnen den Humor und dass die Krimihandlung zwar spannend ist, aber nicht blutrünstig.

Was ist Euer liebstes Genre? Und wieso?

Romantische Fantasy finden wir unglaublich schön! Die Verknüpfung von Liebesgeschichte, Abenteuer und Spannung, und das Erwachsenwerden der Protagonisten ist sehr inspirierend und macht sehr viel Spaß zu schreiben!

Eure Leser interessiert sicher auch, wie Euer Alltag aussieht? Seid Ihr eher die gemütlichen Schreiber oder seid Ihr eher fleißig und ehrgeizig? Geht Ihr noch einem ‘normalen’ Job nach oder ist das Schreiben Euer Lebensunterhalt?

Inzwischen ist Schreiben unser Hauptjob – es war ein langer Weg bis hierher, vorher mussten wir unsere Jobs als Fotografin und Biologin und unsere Familie mit der Schreiberei unter einen Hut bringen, das ginge jetzt gar nicht mehr! Wir sind keine gemütlichen Schreiber, im Gegenteil, wenn wir zusammen schreiben, verschmelzen wir mit unseren Figuren und können nicht mehr aufhören, über die Geschichte zu sprechen, die Ideen fließen zu lassen und dem anderen Druck zu machen, dass er ENDLICH weiterschreibt …

Susanne, wir haben gesehen, dass Du vier Kinder hast. Halten sie einen nicht sehr auf Trab? Oder sind Kinder tatsächlich ein nicht enden wollender Quell der Inspiration?

Natürlich ist die Familie das Zentrum meines Lebens, und meistens ist so viel los, dass ich mich selbst frage, wie ich es überhaupt schaffe, zu schreiben. Inspiration sind sie eigentlich nicht – in meinen Büchern haben die Protagonistinnen nie Kinder. Aber meine Kinder holen mich immer wieder in die Wirklichkeit zurück, das finde ich sehr wichtig, wenn man so sehr in seine Geschichten eintaucht wie Beate und ich ….

Auf Eurer Facebook-Seite postet Ihr immer mal wieder Bilder, oft stehen Tiere im Mittelpunkt. Lebt Ihr also wirklich ländlich? Was für Tiere gibt es bei Euch? Und was für Hobbies geht Ihr nach?

Ja, wir sind beide sehr tiernärrisch. Wir haben Hühner, zwei Pferde, zwei Ponies, drei Hunde und eine Katze. Nun ja, die meisten Tiere gehören Beate ;-). Da Schreiben ja inzwischen kein Hobby ist, sondern unser Beruf … sind unsere Hobbies Ballett, Fallschirmspringen und Reiten (Beate) und Schwimmen, Reiten, und Fotografieren (Susanne). Zählt Sushi-Essen und Plotten auch als Hobby? ;-).

Sind Eure Figuren eigentlich frei erfunden? Oder gab es schon Vorlagen aus dem echten Leben?

Nein, dunkle Engel kennen wir im echten Leben nicht. Obwohl besonders Susanne sehr gerne Gabe kennenlernen würde und davon überzeugt ist, dass es ihn doch irgendwie gibt ? Nein, Spaß beiseite, wir nehmen keine Vorlagen aus dem echten Leben, das fühlt sich nicht richtig an.

Wie sieht es mit zukünftigen Projekten aus? Werdet Ihr wieder zusammen arbeiten? Sind Soloprojekte geplant? Und könnt Ihr schon ein kleines bißchen über sie verraten?

Wir haben sowohl Soloprojekte, als auch welche geplant, bei denen wir wieder zusammen schreiben. Darüber dürfen wir aber leider (noch) nicht sprechen (obwohl wir schon ganz hibbelig sind, und es gerne herumerzählen würden). Kein Geheimnis ist, dass Susanne an ihrem fünften Lisa-Wild-Krimi schreibt.

Steht Ihr in engem Kontakt zu Euren Fans? Was bedeuten sie Euch?

Wir lieben unsere Fans! Man kann auf unserer gemeinsamen Facebook-Seite „Kristy Spencer and Tabita Lee Spencer“ Kontakt mit uns aufnehmen, es ist immer unglaublich schön zu hören, wenn unsere Bücher die Leser begeistern!

Viele junge Mädchen träumen vom Schreiben. Der Beruf der Schriftstellerin hat ein eher romantisches Image, aber sicher ist es auch harte Arbeit. Könnt Ihr den Jungautorinnen oder denen, die es gerne werden möchten, Tipps mit auf den Weg geben?

Klar ist Schreiben auch harte Arbeit, aber es ist auch befreiend, lustig, inspirierend … man schüttet jede Menge Glückshormone aus, wirklich! Jedenfalls wenn man so richtig im Schreibfluß drin ist…
Wenn ihr schreiben wollt, dann tut es! Lest und schreibt, und hört auf eure innere Stimme! Seid kritisch, aber auch von euch überzeugt!

Wie seid Ihr zum Schreiben gekommen? Begleitet es Euch schon Euer Leben lang? Oder seid Ihr irgendwann morgens aufgewacht und wolltet schreiben?

Das Schreiben begleitet uns schon sehr lange, eigentlich seit wir Schreiben können (Beate noch länger, weil sie unserer Mutter die Geschichten diktiert hatte, als sie noch nicht schreiben konnte). Das liegt vermutlich daran, dass das Erzählen in unserer Familie eine sehr lange Tradition hat, das gemeinsame Sitzen um den Tisch, das Zuhören, das gemeinsame Lachen über Geschichten, das Weiterspinnen und Ausschmücken von Erlebnissen.  Von unseren Vorfahren hat zwar niemand geschrieben, aber Teile ihrer Geschichten leben noch in unserer Erinnerung!

Gibt es noch irgendwas, was Ihr an Eure Fans loswerden wollt?

Wir sind sehr gespannt, wie euch Dark Angels Winter gefallen wird – danke, dass ihr mit uns diese zwei Jahre mitgefiebert habt, eure Begeisterung hat uns sehr geholfen! Wir hoffen, dass wir euch auch für unsere nächsten Projekte begeistern können!

Ela

Ich bin quasi das Gegengewicht zu Sebastian. Ich schreibe über all das, was an ihm vorbei geht. Jugendromane, Frauenromane, auch mal der ein oder andere Thriller, Komödien, Filme, in denen es um Freundschaft und Liebe geht, Comic- und Buchverfilmungen....sowas eben. In meiner Freizeit befasse ich mich vorwiegend mit dem Lesen und Schreiben, mit Filmen und Büchern, mit meiner Familie und Freunden und natürlich mit meinen Tieren. Ich koche und backe gern und bin vermutlich das schlimmste Assassin's Creed Fangirl, dem du je begegnet bist. Und ich liebe Musik! Immer und überall.