andreas gruber

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Einleitung/ Vita
Bibliografie
Interview

Schon wieder können wir euch ein Interview präsentieren und auch diesmal wurde der positive Eindruck, den ich schon vorab hatte, durch die Kommunikation noch einmal bestärkt. Und wie in unseren letzten Interviews bleiben wir im deutschsprachigen Bereich. Und was liegt nach Science Fiction und Fantasy näher, als sich wieder mal mit einem Thriller-Autoren zu beschäftigen? Und dann gleich wieder jemanden mit dem gleichen Kaliber. Die Rede ist natürlich vom Österreicher Andreas Gruber.

Vita (mit freundlicher Genehmigung von Andreas Gruber)

Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und lebt als freier Autor mit seiner Frau und fünf Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Mittlerweile erschienen seine Kurzgeschichten in über hundert Anthologien, liegen als Hörspiel vor oder wurden als Theaterstück adaptiert.

Seine Romane erschienen als Übersetzung in Frankreich, Italien, Brasilien, Türkei, Japan, Korea, Russland und Polen. Nominiert für den Friedrich-Glauser-Krimi-Preis des Syndikats, Preisträger des Skoutz-Awards, des Leo-Perutz-Krimi-Preises der Stadt Wien, der Herzogenrather Handschelle, dreifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises.

Gruber ist Erfinder der Rache-Reihe um den kauzigen Ermittler Walter Pulaski und der Todes-Reihe um den niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder.

Gruber gibt Schreibworkshops, spielt leidenschaftlich gern Schlagzeug und wartet bis heute auf einen Anruf der Rolling Stones.

Schriftstellerei bedeutet für mich, dass ich interessante Figuren erfinden darf, ohne in der Psychiatrie zu landen – und Menschen auf originelle Weise ermorden kann, ohne im Gefängnis zu landen. Aber sonst bin ich ein netter Kerl.“ (Andreas Gruber)

Weitere Infos unter:

www.agruber.com

www.facebook.com/Gruberthriller

Storykollektionen:

  • Die letzte Fahrt der Enora Time, SF-Erzählungen, Shayol, 2001
  • Ghost Writer, Horror-Erzählungen, Shayol, 2011
  • Northern Gothic, Horror-Erzählungen, Luzifer, 2015
  • Apocalypse Marseille, SF-Erzählungen, Luzifer, 2016
  • Jakob Rubinstein, Krimi-Novellen, Luzifer, 2017
  • Der fünfte Erzengel, Horror-Erzählungen, Luzifer, 2017

Romane:

  • Der Judas-Schrein, Mystery-Thriller, Hockebooks, 2005
  • Das Eulentor, Mystery-Thriller, Hockebooks, 2007
  • Herzgrab, Thriller, Goldmann, 2013

Peter Hogart Reihe:

  • Die Schwarze Dame, Thriller, Goldmann, 2007
  • Die Engelsmühle, Thriller, Goldmann, 2008

Walter Pulaski Reihe:

  • Rachesommer, Thriller, Goldmann, 2011
  • Racheherbst, Thriller, Goldmann, 2015

Maarten S. Sneijder Reihe:

  • Todesfrist, Thriller, Goldmann, 2013
  • Todesurteil, Thriller, Goldmann, 2015
  • Todesmärchen, Thriller, Goldmann, 2016
  • Todesreigen, Thriller, Goldmann, 2017

Nun aber schnell weiter zum Herzstück des Artikels, unserem Interview mit Andreas. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Andreas,

 zunächst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten. Auch wenn du sicherlich den meisten Besuchern unseres Blogs bekannt sein dürftest, hier doch die klassische Bitte zum Einstieg: Würdest du dich vielleicht in ein paar Worten kurz vorstellen?

Ich bin 49 Jahre alt, habe die ersten 17 Jahre in Wien gelebt und bin dann nach Niederösterreich übersiedelt, in ein kleines Dorf ca. 30 km südlich von Wien, wo sich Fuchs und Henne gute Nacht sagen. Hier entstehen die schrecklichen Ideen für meine Bücher.

Am bekanntesten dürftest du wahrscheinlich für deine Thriller sein. Wenn man sich aber eingehender mit deiner Bibliografie beschäftigt, warst du auch im Bereich der Phantastik nicht untätig. Wie kam das Eine zum Anderen?

Ich habe 1996 mit Horror-Kurzgeschichten begonnen („Der fünfte Erzengel“), danach SF-Storys geschrieben („Die letzte Fahrt der Enora Time“) und danach meine ersten zwei Romane veröffentlicht, und zwar Horror-Romane („Der Judas-Schrein“ und „Das Eulentor“). Damit habe ich damals in der Phantastik-Szene fast alle Literaturpreise gewonnen, die es so gab. Aber ich wollte noch mehr entdecken, mich als Autor weiterentwickeln, daher habe ich zwei Thriller geschrieben („Die Schwarze Dame“ und „Die Engelsmühle“), die sehr düster und fernab lustiger Regional-Krimis sind. Meine Wurzeln sind ja das Dunkle. Dann habe ich Blut geleckt, könnte man sagen. Ich bin beim Thriller schreiben geblieben, fand kurz darauf eine Literatur-Agentur, die mein nächstes Projekt („Rachesommer“) an den Goldmann-Verlag verkauft hat. Somit wurde Goldmann mein Stammverlag für Thriller, und der Luzifer-Verlag bringt in einer 6-bändigen Gesamtausgabe mein überarbeitetes Kurzgeschichten-Repertoire neu heraus.

Die meisten deiner Romane sind Bestandteil einer Reihe rund um einen bestimmten Ermittler oder ein Team von Ermittlern. Zielst du von Anfang an darauf ab, deine Figuren möglichst langlebig zu gestalten oder ist das mehr so ein „Huch, da gibt es ja noch etwas zu erzählen“?

Wenn man den ersten Band einer Reihe schreibt, gibt es normalerweise noch keine Verträge für Fortsetzungen, weil die Verlage erst abwarten, wie sich das Buch verkauft. Der erste Teil der Rache-Reihe um Pulaski & Meyers („Rachesommer“) und der erste Band der Todes-Reihe um Maarten S. Sneijder („Todesfrist“) waren daher zunächst Einzel-Projekte. Allerdings habe ich – einer dankenswerten Eingebung – einige Stellen eingebaut, auf die man Fortsetzungen aufbauen könnte. In beiden Fällen habe ich das dann auch so verwendet. So kommt die junge Ermittlerin Sabine Nemez im zweiten Todes-Band („Todesurteil“) nach Wiesbaden an die Akademie des BKA, wo sie von Maarten S. Sneijder unterrichtet wird. Und im dritten Teil („Todesmärchen“) wird sie dann seine Partnerin, um nur ein Beispiel zu nennen.

Während deine Thriller bei Goldmann veröffentlicht werden, erscheinen deine Kurzgeschichtensammlungen aus dem Phantastik-Bereich bei Luzifer, wie du erzählt hast. Außerdem bist du einer der wenigen deutschsprachigen Autoren, die eine Veröffentlichung bei Festa (im Rahmen von H.P Lovecrafts Bibliothek des Schreckens) im Portfolio haben. Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit einem großen Publikumsverlag von der mit einem eher kleinen, spezialisierten Verlag?

Im Kleinverlag hat man einen oder zwei Ansprechpartner, weil der Verlagschef das Lektorat übernimmt, das Coverdesign in Auftrag gibt, die Druckfahnen setzt und die Pressearbeit macht. Ein Konzept aus einem Guss aus einer Hand. Das ist der Vorteil.

Der Vorteil im Großverlag jedoch ist, dass man hier auf viele Spezialisten setzen kann. Im Goldmann-Verlag werde ich von zehn Damen betreut, u.a. meine Lektorin, die Damen aus dem Vertrieb, aus dem Marketing, für Veranstaltungen, für die Webseite, für Social-Media, für Auslandslizenzen und für die Pressearbeit. Da braucht man mindestens zwei Buchprojekte und zwei Jahre, um durchzublicken, wer wofür zuständig ist. Aber dann funkt es, und man hat die Möglichkeit, mit einem großartigen Team zusammenarbeiten zu dürfen.

Könntest du dir auch vorstellen, etwas im Selbstverlag zu veröffentlichen?

Als ich 1996 mit dem Schreiben begonnen und die ersten Kurzgeschichten in Magazinen veröffentlicht habe, gab es so etwas wie Selbstverlag, Print-On-Demand, Self-Publisher im Online-Bereich noch nicht. Das hat sich erst im Lauf der Zeit entwickelt. Ich habe diese Entwicklung immer mit verfolgt, war aber – zum Glück – nie darauf angewiesen. Ich sage deshalb „zum Glück“, weil es als Self-Publisher doppelt so schwer ist, zu veröffentlichen. In diesem Fall ist man nicht nur Autor, sondern auch gleichzeitig Verleger, man halt also eine Doppelrolle und muss sich nicht nur darum kümmern, dass das Buch sauspanend und gut ist, sondern auch noch optisch gut aussieht und vertrieben wird.

Ich sage immer, ich möchte nicht mit einem Arsch auf zwei Kirtagen tanzen. Ich schreibe, und ich bin froh, wenn ich im Verlag Spezialisten gefunden habe, die mir den Vertrieb abnehmen.  In dieser Zeit arbeite ich bereits am nächsten Buch. Und jeder soll das tun, was er am besten kann.

Neben dem deutschen Markt kannst du auch im asiatischen Raum schon auf einige Veröffentlichungen zurückblicken. In Japan wurden mittlerweile vier und in Korea fünf deiner Romane veröffentlicht. Dazu kommen Übersetzungen in Brasilien, Litauen, Frankreich, der Türkei, Italien, Russland und Polen. Was war das für ein Gefühl, als du von der ersten Übersetzung erfahren hast? Und weißt du, wie deine Romane auf diesen Märkten ankommen?

Da man bei Auslandslizenzen als Autor bei der Gestaltung des Buches kein Mitspracherecht hat, ist es interessant zu beobachten, mit welchen Covers die jeweiligen Bücher auf den Markt kommen. Manchmal denkt man sich „O Gott, warum nur?“, dann wieder „Wahnsinn, wie geil ist das denn!“

Wie die Bücher auf den ausländischen Märkten ankommen, ist für einen Autor im deutschsprachigen Raum fast nicht greifbar. Aber ein schöner Indikator ist die Tatsache, wenn der Verlag dann die Lizenzen für das zweite und dritte Buch kauft, und wenn die Ausgaben höherwertiger werden, also vom Taschenbuch zum Paperback und zum Hardcover. Da merkt man dann, dass die Bücher gut laufen.

Du wurdest für deine Phantastik-Werke bereits mehrfach mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Sind das Erfolge, die dir persönlich wichtig sind?

Ja, ich freue mich total über jede Nominierung, und wenn mein Buch dann auch noch den ersten, zweiten oder dritten Platz belegt, ist das eine große Ehre für mich. In einem Regal stehen neben meinen Büchern und den Übersetzungen auf die Urkunden und Statuen dieser Preise.

Bei den meisten Preis-Verleihungen weiß man ja nicht, wer gewinnt, und man sitzt da im Publikum und bibbert und zittert wie bei der Oscar-Verleihung, bis es dann heißt „Und der Preis geht an …“

Bei der Herzogenrather Handschelle (ein Krimi-Preis für „Racheherbst“) habe ich beispielsweise eine Paar Handschellen erhalten und habe bei der dazugehörigen Lesung dann natürlich auch in Handschellen gelesen. So etwas freut mich total.

Wo wir gerade beim Thema „Wichtig“ sind: Rezensionen sind für viele Autoren Fluch und Segen. Wie stehst du dazu? Verfolgst du Kritiken zu deinen Büchern und welchen Stellenwert nehmen sie für dich ein?

Früher habe ich jede einzelne Kritik und Rezension zu meinen Büchern gelesen. Da waren sie auch noch übersichtlich, mit zehn oder zwanzig Besprechungen je Buch. Über die 5-Sterne-Besprechung freut man sich, über die 1-Stern-Verrisse ärgert man sich. Das liegt in der Natur des Menschen. Mittlerweile lese ich die Kritiken aus Zeitgründen nicht mehr, sondern schaue mir nur noch an, wie viele es sind. D.h. ich freue mich mittlerweile über die Anzahl und nicht über die Inhalte. Es ist zugegebenermaßen auch eine Art Selbstschutz, denn würde ich alle 1-Sterne-Kritiken lesen, bräuchte ich anschließend einen Psychotherapeuten, der mich nachher wieder aus einer Depression aufrichtet.

Anders gehe ich mit detaillierter und konstruktiver Kritik um, die mir in Form von Testlesern, Leserbriefen, Lektoren oder ausführlichen Besprechungen im Feuilleton gegeben wird. Aus dieser Kritik nehme ich persönlich viel mit für die Arbeit am nächsten Buch.

Du bist häufig auf Lesereise. Mal davon abgesehen, dass ich bei der Fahrt im Gruber´schen Metal-Mobil gerne mal Mäuschen spielen würde, macht es den Eindruck, dass dir der direkte Kontakt zu deinen Lesern sehr wichtig ist. Was ist für dich dabei besonders interessant? Und was macht eine gelungene Lesung für dich aus?

Zunächst mal zu meinem Metal-Mobil: Ich weiß nicht, ob du die Fahrt darin aushalten würdest. Im Auto wird ziemlich laut Motörhead, Iron Maiden, Judas Priest, Overkill, Metallica, Anthrax, Pro-Pain, Metal Church oder Exodus gespielt. Ich habe ca. 4000 Heavy Metal CDs und die rotieren abwechselnd im Autoradio.

Was macht eine gute Lesung aus? Ja, ich mache gern Lesungen, und ich hoffe, die Zuhörer spüren das auch. Von einer einwöchigen Buchpräsentation in Tokio, Japan, habe ich für mich ein Konzept mit in den deutschsprachigen Raum übernommen und gestalte meine Lesungen seither ähnlich: Ich lese kaum aus den Büchern, denn die Leute können selbst lesen und ich muss ihnen das nicht vorlesen. Ich möchte meinen Zuhörern einen Mehrwert mitgeben, daher erzähle ich Anekdoten und Geschichten. Woher kommen die Ideen? Wie entsteht ein Buch? Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Verlag? Woher kommen die Covers? Wie recherchiere ich? Welche größten peinlichen Ausrutscher sind mir passiert? Das alles ist sehr humorvoll gestaltet, und ich möchte die Zuhörer mit der Veranstaltung ja auch unterhalten.

Und wer meine Lesungen schon einmal besucht hat, der weiß, dass ich mir beim anschließenden Signieren immer besonders viel Zeit nehme und kleine Grafiken ins Buch male.

Wie kann man sich deinen Tagesablauf im Allgemeinen und deine Arbeitsweise im Speziellen vorstellen? Schreibst du nach einem bestimmten Schema? Bist du Plotter oder kommen deine Geschichten doch eher aus dem Bauch heraus?

Aus dem Bauch heraus? Machst du Witze? Nein, also es ist so: Wenn ich damit beginne, einen neuen Roman zu schreiben, muss ich vorher wissen, wer der Mörder ist, warum er die Taten begeht, wo und wie er sie begeht. Ich brauche die Motivation aller Figuren, warum wer was wann und wo macht. Würde ich das alles nicht kennen und einfach drauf losschreiben, stünde ich bald in einer fürchterlich dunklen und engen Sackgasse, aus der es kein Zurück mehr gibt, weil alle Handlungsstränge sich nicht plausibel zusammenführen lassen.

Und was meinen Tagesablauf betrifft: Der ist ziemlich unspektakulär. Ich beginne um 7 Uhr früh mit der Arbeit, überarbeite das, was ich am Vortag geschrieben habe und schreibe dort weiter, wo ich gestern aufgehört habe. Dazwischen E-Mails beantworten, Facebook posten, Mittagessen, ein bisschen Sport, und dann bis 19 Uhr weiterarbeiten.

Wie lange dauert es bei dir von der Idee bis zum fertigen Buch?

Pro Jahr ein Roman. Die Entwicklungsphase für Handlung, Charaktere und Recherchen dauert etwa zwei Monate – das ist der kreativste Teil der Arbeit. Das Schreiben des Romans dauert sieben Monate, und das Überarbeiten gemeinsam mit meinen Testlesern nochmal drei Monate.

Hast du bestimmte literarische Helden, die dich in deiner Arbeit direkt oder indirekt beeinflusst haben – und die du unseren Lesern unbedingt ans Herz legen würdest?

Wie viele andere Autoren auch habe ich in meiner Jugend in den 80er Jahren die Romane von Stephen King verschlungen: Brennen muss Salem, Es, Das letzte Gefecht und Kings hervorragenden Kurzgeschichtensammlungen. Die hatten sicher einen großen Einfluss auf mich. Danach habe ich die 32-teilige SF-Serie „Mark Brandis“ gelesen, die ich jetzt – viele Jahre später – als Hörspiel höre. Ein großer Fan bin ich auch noch von den Romanen von Dennis Lehane, David Morrell, Joe R. Lansdale, Richard Laymon, Nelson DeMille, Charlotte Link, Tim Curran und Dean R. Koontz. Und von den klassischen Autoren lese ich am liebsten Kurt Vonnegut, Charles Bukowski, John Steinbeck und Ernest Hemingway, weil sie alles knapp und schnörkellos auf den Punkt bringen und nicht so lange um den heißen Brei reden wie etwa Edgar Allan Poe, den ich aber auch sehr mag.

Woher nimmst du die Ideen und die Inspiration zu deinen Stories?

Beim Walken im Wald zweimal pro Woche je eine Stunde, mit mp3-player und Hörspielen, kommen mir viele Ideen – ebenso im Urlaub, wenn ich entspannt am Strand faulenze und ein gutes Buch lese. Dann kommt mir oft die Idee „Was wäre wenn …?“. Dann muss ich diese Ideen aber sofort notieren, sonst sind sie am nächsten Tag weg. Wenn ich dann ein Exposé für einen neuen Buchvertrag ausarbeite, werfe ich einen Blick in meine Ideensammlung, kombiniere einige Ideen, suche passende Locations und Charaktere und versuche daraus etwas völlig Neues zu kreieren.

Eigentlich erübrigt sich diese Frage bei dir, da du ohnehin nicht auf eine Schiene festgefahren bist, aber: Könntest du dir vorstellen, noch einmal etwas komplett Anderes zu schreiben? Fantasy oder einen humoristischen Roman zum Beispiel?

Fantasy- oder Liebesroman: definitiv Nein! Humorvolles baue ich manchmal in satirische Kurzgeschichten ein, oder in schräge Dialoge in meinen Romanen. Und neben den Genres Horror, Science-Fiction und Thriller, die ich schreibe, könnte ich mir noch vorstellen, eines Tages einen Thriller oder eine Abenteuergeschichte für Jugendliche zu schreiben. Dazu gibt es zwar schon eine Idee, aber noch keine konkreten Pläne.

Wenn jemand mit glänzenden Augen vor dir stehen und dich nach einem Tipp für einen angehenden Schriftsteller fragen würde, was wäre deine erste Antwort?

Meine erste Reaktion wäre eine Gegenfrage: Warum willst du schreiben? Kommt als Antwort, um reich und berühmt zu werden, würde meine Antwort lauten: Vergiss es!

Will dieser jemand jedoch schreiben, weil er schreiben muss, weil er seinen Kopf voller Ideen hat, weil er seine Leser mit guten, originellen und spannenden Geschichten unterhalten möchte, und weil er Fußspuren auf diesem Planeten hinterlassen möchte und etwas schaffen möchte, das es sonst nicht gäbe, würde er es nicht schreiben – ja dann, würde ich Tipps geben. Und zwar folgende:

Bücher über Creative Writing lesen, Schreibworkshops besuchen, in Autorengruppen gegenseitig Texte lektorieren, Druckkostenzuschuss-Verlage vermeiden, einen guten Literaturagenten suchen, auf Buchmessen Lektoren kennenlernen, jeden Tag konsequent arbeiten, nicht aufgeben und permanent an seinen Texten feilen. Es ist kein leichter Weg, aber er sollte Spaß machen.

Kommen wir zur letzten Frage. Arbeitest du derzeit an einem neuen Projekt und gibt es vielleicht sogar schon etwas, was du dazu sagen kannst?

Als nächstes erscheint am 21. August 2017 der vierte Thriller mit Maarten S. Sneijder „Todesreigen“. Danach gibt es schon Pläne und einen Vertrag für einen weiteren Thriller, aber ich kann definitiv sagen, dass es nach „Todesmärchen“ und „Todesreigen“ in Folge kein weiterer Sneijder-Thriller sein wird, sondern etwas anders. Sneijder braucht jetzt mal ein Jahr Pause. Was es ist, ist noch nicht offiziell. Dazu bitte ich noch um etwas Geduld.

Und ja, im Goldmann-Verlag erscheinen demnächst die überarbeiteten Printausgaben meiner ersten Thriller „Die Schwarze Dame“ und „Die Engelsmühle“ meines Detektivs Peter Hogart.

Ach ja, und im Luzifer-Verlag erscheinen demnächst die nächsten drei Storybände der 6-teiligen Gesamtausgabe meiner Horror- und SF-Storys.

Das wäre es dann von meiner Seite auch schon. Noch einmal vielen Dank für deine Bereitschaft, uns dieses Interview zu geben. Wenn du noch ein paar letzte Worte an unsere Leser verlieren möchtest, hier ist deine Chance dazu.

Ich möchte mich bei allen Lesern bedanken, auch bei jenen, die meine Bücher nicht lesen, und zwar dafür, DASS sie lesen. In Zeiten der Schnelllebigkeit und eines Überangebots von TV-Serien muss man dankbar für jeden Leser sein, der sich die Zeit nimmt, ein 500 Seiten dickes Buch in die Hand zu nehmen. Danke – denn ohne die Leser, Blogger und Rezensenten dort draußen, könnten wir Autoren nicht davon leben – und viele gute Ideen würden möglicherweise nie zu Papier gebracht werden. Wir stehen in eurer Schuld.

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Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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