OT: Hogfather (UK 2006)

Regie: Vadim Jean

Darsteller: David Jason, Marc Warren, Michelle Dockery, David Warner

Freigabe: FSK12
Laufzeit: 186 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Silvester in der Scheibenwelt: Der Schneevater ist spurlos verschwunden… 

Silvester in der Scheibenwelt: Der Schneevater ist spurlos verschwunden! Damit aber am nächsten Morgen die Sonne wieder aufgeht, wirft sich TOD kurzerhand in den roten Mantel, um auf dem Schweineschlitten die Geschenke an die Kinder zu verteilen. Währenddessen macht sich TODs Enkelin Susanne auf die Suche nach dem Schneevater …
Getragen auf dem Rücken von vier Elefanten, die wiederum auf dem Panzer einer Stern-Schildkröte stehen, reist die Scheibenwelt durch das Multiversum. – Terry Pratchett ersann seit 1983 bereits 31 Romane, die in der fiktiven Scheibenwelt spielen und sich weltweit bereits rund 45 Millionen Mal verkauf haben.

Kritik:

In den Fenstern fängt es an, bunt zu blinken. Nikoläuse lauern im Marktkauf darauf, kleine Kinder zu erschrecken. Draußen herrschen lauschige sieben Grad. Minus. Man merkt, es geht auf Weihnachten zu. Darum starte ich heute mit einer kurzen Reihe, die ich „Der etwas andere Weihnachtsfilm“ nenne. Zum Start habe ich mir eine Buchverfilmung rausgesucht, was grundsätzlich schon einmal ein schwieriges Pflaster ist. Wenn es dann auch noch um eine Veröffentlichung des genialen Terry Pratchett geht, wird der Grat gleich noch etwas schmaler.

Hogfather“ beruht auf dem Scheibenweltroman „Schweinsgalopp„. Der Schneevater, das Ankh-Morporkische Äquivalent zum Weihnachtsmann, ist verschwunden und um den nächsten Sonnenaufgang zu retten, macht sich TOD (ja, Großschreibung ist wichtig) daran, ihn zu vertreten. Man merkt also, es handelt sich vom Grundsatz her um eine eher rührige und fast schon klassisch anmutende Weihnachtsgeschichte. Natürlich ist das bei Pratchett nicht ganz so einfach. Die Geschichte entwickelt sich zu einer kleinen, aber feinen Hetzjagd um das Überleben des Schneevaters, auf den der Assassine Herr Kaffeetrinken angesetzt wurde. Es gibt also nicht nur festliches „Habt euch alle lieb, verdammt noch mal!“ um die Ohren, sondern es ist auch für Spannung gesorgt. Und wie es sich für einen Film gehört, der auf einer Vorlage von Pratchett beruht, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Da es sich bei „Schweinsgalopp“ um einen der „reiferen“ Romane handelt, ist dieser aber deutlich zurückhaltender und hintergründiger als es zum Beispiel bei „Die Farben der Magie„, der ebenfalls verfilmt wurde, der Fall war. Die Atmosphäre des Films hat mich dann ebenfalls positiv überraschen können. Die Scheibenwelt wurde visuell gut umgesetzt und kam dem sehr nahe, was ich ich mit den Romanen verbinde.

Hogfather“ präsentiert einen Querschnitt der bekanntesten Scheibenweltfiguren, sei es nun der Erzkanzler Ridcully, TOD nebst Enkeltochter Susanne oder Stadtwächter Nobby Nobbs. Auch das natürlich ein schweres Los, denn jeder Stammleser Pratchetts hat ein eigenes Bild dieser Charaktere. Ich für meinen Teil fand sie, wie auch den Rest des Lehrkörpers der Unsichtbaren Universität, gut dargestellt und besetzt. Natürlich, es handelt sich hier um einen TV-Zweiteiler, weswegen man keinen übermäßig bekannten Cast erwarten darf. Wenn man vielleicht mal von „Wallander„-Darsteller David Warner in seiner Nebenrolle als Oberster Assassine Lord Downing absieht. Insgesamt wussten die Darsteller dennoch zu überzeugen und man hatte den Eindruck, dass man mit dem gebührenden Spaß bei der Sache gewesen ist. Da der Film bereits 2006 erschienen ist und entsprechend früh synchronisiert wurde, beruht die deutsche Fassung auf der Buchübersetzung von Andreas Brandhorst. Man „duzt“ sich also.

Von den Effekten sollte man natürlich nicht übermäßig viel erwarten. Speziell TODs Maske ist sehr statisch ausgefallen und wirkt künstlich. Auch die visuellen Effekte, mit denen beide Teile eingeleitet werden (die Schildkröte nebst Elefanten, welche die Scheibenwelt stützen oder eine Kamerafahrt auf Ankh-Morpork zu) sind offensichtliche CGIs. Da ich aber ohnehin mit geminderten Erwartungen an „Hogfather“ herangegangen bin, hat mich das nicht einmal übermäßig gestört. An anderen Punkten, wie den Masken oder der Umsetzung von HEX (der Computer der Unsichtbaren Universität, angetrieben von Ameisen) ist der Film hingegen durchaus sehenswert. Für eine TV-Produktion geht das meiner Meinung nach völlig in Ordnung.

Fazit:

Hogfather“ ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Wer nicht viel mit der Scheibenwelt anfangen kann, ist hier falsch. Wer es mit der Scheibenwelt extrem genau nimmt, unter Umständen auch. Wer einfach einen weihnachtlichen Zweiteiler, der nicht von der Stange ist, sehen möchte und die Romane Pratchetts mag, der möge zugreifen. Für meinen Geschmack ist der Film dicht genug an der Vorlage und füllt die Figuren der Scheibenwelt mit einem angemessenen audiovisuellen Leben. Es ist kein Highlight der Filmgeschichte, aber trotzdem: Ich hatte Spaß.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Eurovideo

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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