OT: Get the Gringo (USA 2012)

Regie: Adrian Grunberg

Darsteller: Mel Gibson, Peter Stormare, Scott Cohen, Dean Norris

Laufzeit: 93 Minuten
Freigabe: FSK18

Inhaltszusammenfassung:

Gerade noch hat er eine mexikanische Bank ausgeraubt, da endet die Verfolgungsjagd für den als Clown verkleideten Driver in Handschellen und seinen Komplizen tödlich. Die Beute teilen die korrupten Grenzbeamten unter sich auf und inhaftieren den Amerikaner als einzigen Weißen in einer stickigen, überfüllten Gefängnisstadt.

Kritik:

Ja ich gestehe, dass ich im Moment so ein bisschen auf den alten Action-Haudegen hängen geblieben bin. So habe ich mir ja zuletzt „R.E.D.“ mit Bruce Willis und John Malkovich angesehen und bin auch mit der neusten Sichtung der Altherren-Riege treu geblieben. „Get the Gringo“ aus dem Jahr 2012 war die bislang letzte Action(haupt-)rolle des Überchristen Gibson – und man mag von seinen Ansichten halten, was man will, für solche Darstellungen war er eigentlich immer eine gute Besetzung.

Das ändert sich auch mit diesem Titel nicht. Zwar muss man klipp und klar sagen, dass „Get the Gringo“ alles andere als eine tolle Geschichte mit sich bringt, auch sucht man jegliche Innovation mit der Lupe. Allerdings ist das wohl auch gar nicht die Intention des Scripts, denn was man hier geboten bekommt, ist ein Actioner der alten Schule. Gibson hat auf seine alten Tage noch mal mächtig auf die Kacke gehauen, der Film selbst wirkt dabei sehr solide und überzeugend. Die Atmosphäre der Gefängnisstadt (ja, anders kann man es wirklich nicht sagen) ist ziemlich abgefahren und unterscheidet sich in so ziemlich jedem Punkt von anderen Prison Break-Geschichten. Muss man gesehen haben, um sich selbst ein Bild davon machen zu können. Einen Spannungsbogen im klassischen Sinn gibt es hier zwar nicht, dafür aber jede Menge cool inszenierte Action, die den Adrenalinpegel nach oben pusht und tatsächlich über die mangelhafte Spannung hinweg trösten kann.

Darstellerisch ist „Get the Gringo“ eine ausgemachte Ein Mann-Show. Mad Mel gibt hier mit einer Menge Routine einen knüppelharten und namenlosen Gangster, der nicht nur gut mit allerlei Waffen umzugehen vermag, sondern dazu auch noch ein ziemlich loses, ebenfalls waffenscheinpflichtiges, Mundwerk auffährt. Die Oneliner sitzen und sind löblicherweise dem Alter der Hauptfigur angepasst. Sicherlich sollte man nicht erwarten, dass man es mit einer Charakterstudie zu tun bekommt, die Gibson zweifelsfrei auch drauf hätte. Stattdessen gibt es typische Actionkost, kein sonderlich tiefes Profil, aber zweckmäßig und überzeugend. Die Nebenfiguren fallen noch etwas blasser aus und bleiben nicht übermäßig lange im Gedächtnis hängen. Macht aber auch nichts, in den meisten Fällen liegen sie ohnehin ziemlich schnell blutend in einer Ecke rum. Da kann man das schon mal verzeihen.

Die Effekte sind so eine Sache für sich. Man merkt, dass „Get the Gringo“ in erster Linie auf die Fans der älteren Gibson-Streifen wie „Mad Max“ oder die „Lethal Weapon„-Filme ausgerichtet ist, die sicherlich auch eine Menge Spaß damit haben werden. Cool inszenierte Shootouts mit einer gesunden Portion Härte sind schließlich das, was viele dieser alten Knaller ausgemacht hat. Allerdings merkt man deutlich, dass man sich auch einem jüngeren Publikum nicht so ganz verschließen wollte und leider auch, dass wohl offensichtlich nicht genug Geld für gute alte Handarbeit bei den Effekten übrig gewesen ist. Die kommen nämlich häufig (und leider auch deutlich erkennbar) aus dem Computer, was das eigentlich gelungene Flair des Films hier und da schon etwas stört.

Fazit:

Wenn man über die mitunter wirklich schwachen SFX hinweg sehen kann, dürfte „Get the Gringo“ für viele Fans der alten Mel Gibson-Filme ein echter Glücksgriff sein. Wer mit den überbordenden Darstellungen in „Der Patriot“ oder „Braveheart“ nichts anfangen kann, sondern sich etwas in der Machart der „Lethal Weapon„-Filme wünscht, sollte hier ruhig einmal einen Blick riskieren. Sicherlich, die Geschichte ist nicht übermäßig toll und die Figuren platt, aber die Action und der schwarze Humor stimmen, der Titel kann damit schon mal ruhigen Gewissens als Abendfüller herhalten.

© des Bild- und Tonmaterials: Concorde

 Das denken die anderen:

Filmherum: 4/5 Sternen
Die Nacht der lebenden Texte

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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