OT: Skulduggery Pleasant

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Loewe Verlag

Reihe: Skullduggery Pleasant, Band 1

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Inhaltszusammenfassung:

Stephanie ist 12 Jahre alt und eigentlich ein ganz normales Mädchen. Als ihr Onkel Gordon Edgley, seines Zeichens Schriftsteller, verstirbt wird sie zur allgemeinen Überraschung die Haupterbin seines nicht unbeträchtlichen Vermögens. Auf seiner Beerdigung lernt sie zum ersten Mal einen mysteriösen Mann namens Skulduggery Pleasant kennen. Was sie noch nicht weiß: eben jener “Mann” wird ihr in Kürze das Leben retten, als sie nach einem Unwetter alleine in der Villa ihres Onkels übernachten muss. Es stellt sich dabei heraus, dass Skulduggery ein Privatdetektiv ist – und ein Skelett. Er lässt Stephanie eintauchen in die Welt der Zauberer, in der sich sehr schnell herausstellt, dass Gordon mehr geschrieben hat als nur Fantasy-Bücher. Und dass er ermordet wurde. Das Gespann nimmt die Ermittlungen auf und schnell gerät es dabei in (Un-)Lebensgefahr.

Kritik:

“Skulduggery Pleasant” ist wieder einer dieser Romane, die ich im Normalfall wahrscheinlich dezent übersehen hätte – und das nicht nur auf Grund der Tatsache, dass es sich hierbei um einen Jugendroman handelt, für den der Verlag das Alter 12 – 15 Jahre empfiehlt. Viel mehr hätte ich vermutlich auf Grund des Covers und des irgendwie zwar ungewöhnlichen, aber zeitgleich auch ziemlich gewöhnlichen Hauptcharakters (und nicht zuletzt auch des seltsamen Titels” vorbei gegriffen. Nun, meine Freundin meint meinen Geschmack zu kennen (was ich nur schwer bestreiten könnte) und von daher war es nach ihrer dezenten Empfehlung (“Hier ist das Buch, lies es mal”) an der Zeit, Skulduggery Pleasant eine Chance zu geben.

Wie ich gleich vorab sagen möchte: ich habe es nicht bereut und der Roman hat nur wieder unterstrichen, dass Fianna tatsächlich weiß, was mir gefällt. “Skulduggery Pleasant” ist ein Buch, welches zwar als Jugendbuch konzipiert ist, dabei aber absolut über die Qualitäten verfügt, um auch Erwachsene gut zu unterhalten, da es nicht zu gezielt auf die eigentliche Zielgruppe zugeschnitten ist. Derek Landy gelingt es von Beginn an, den Leser in Stephanies Welt hinein zu ziehen, dabei kommt dem Roman zu Gute, dass er nicht viel Zeit damit vertut, die Dramatik um Gordons Tod auszuarbeiten, sondern diesen nur einleitend benutzt um seine Hauptcharaktere einzuführen. Es dauert nur einige Seiten, bis er schließlich mit einer weitaus actionreicheren und noch etwas kürzeren Einleitung aufdeckt, wer Skulduggery wirklich ist – und ab diesem Moment beginnt sich auch schnell eine stetige Spannung aufzubauen – und das auf einem recht hohen Niveau. Das es sich dabei aber nicht um einen klassischen Thriller mit Urban Fantasy Einschlag handelt, sollte sich der Leser aber vorab ebenso bewusst machen: Derek Landy greift in seinem ersten “Skulduggery Pleasant”-Roman sehr viel auf Humor zurück, die Handlungen seiner Hauptfiguren werden oftmals von einem leichten Schmunzeln begleitet, welches in den (häufig vorkommenen) Wortgefechten zwischen Skelett-Detektiv und zynisch-sarkastischer 12jähriger mit ziemlich großer Klappe auch gerne einmal in einen lauten Lacher mündet. Durch die Ansiedelung der Magier in unserer realen Welt war es nicht nötig, eine aufgebauschte Fantasy-Szenerie zu kreieren, was der Sache aber keinen Abbruch tut. Wie und warum niemand Notiz von den Zauberern nimmt, wird im Lauf der Geschichte angenehm logisch erklärt, so dass es hierdurch nicht zu unglaubwürdigen und bemühten Erklärungen kommt.

Die Charaktere in “Skulduggery  Pleasant” sind sehr gelungen, wobei der Fokus natürlich auf den beiden Hauptakteuren liegt. Speziell Stephanie ist dabei sehr glaubwürdig gezeichnet und Landy gelingt schafft es gut, dem Leser eine Identifikationsmöglichkeit mit ihr zu geben. Angenehm beschrieben und nachvollziehbar ist auch die persönliche Entwicklung, die das Mädchen im Lauf der Story mitmacht. Skulduggery selbst ist vor allem eines: cool. An manchen Stellen vielleicht etwas zu cool geraten, was aber gut zu verschmerzen ist. Zum Ende hin offenbart der Autor uns dann schließlich doch noch etwas tiefere Einblicke in die Hintergründe von “Skulduggery Pleasant”, die zum Teil durchaus die an den Tag gelegte Coolness zu erklären vermögen. Gut gelöst.

Stillistisch kann man sich über Landy nicht beschweren. Er hat ein Buch geschrieben, welches leicht zugänglich und damit sicherlich gut für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Er verpasst es dabei jedoch nicht, seinen Stil dennoch auf einem Niveau zu halten, welches auch für einen erwachsenen Leser nicht zu langweilen. Die sehr gelungene Vermischung von Urban Fantasy-Elementen mit Action, viel Spannung und einer großen Portion Humor geht dabei schnell “durch die Finger”.

Fazit:

“Skulduggery Pleasant” war wieder einmal eine echte Überraschung. Ich hatte nicht erwartet, dass die etwa 350 Seiten mich derart gut unterhalten würden, dass der Roman bereits nach zwei Tagen wieder im Regal landen könnte. Das Ende macht Lust auf mehr – auch wenn das Buch in sich generell schon abgeschlossen ist. Ich freue mich jedenfalls auf die Nachfolger.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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