OT: I Am Death
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Ullstein
Übersetzung: Sybille Uplegger
Hunter & Garcia-Reihe, Band 7

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Klappentext:

Eine brutal zugerichtete Leiche wird vor dem Los Angeles International Airport gefunden. Sie wurde wie ein Pentagramm in Menschenform hindrapiert. In ihrem Hals steckt ein Zettel mit einer Botschaft: Ich bin der Tod. Detective Robert Hunter ist sich sicher, den Mörder zu kennen. Doch langsam kommt ihm der Verdacht, dass er den Falschen jagt. Und der wahre Täter ein Geheimnis verbirgt, so entsetzlich, dass kein Mord seinen Hunger nach fremdem Leid jemals stillen kann.

Kritik:

Hart. Härter. Carter. So steht es hinten auf den aktuellen Thrillern des guten Herrn aus London – und wer meine bisherigen Rezensionen gelesen hat weiß auch, dass ich diesem Sprüchlein uneingeschränkt zustimmen würde. Mit „I Am Death – Der Totmacher“ (bitte, lieber Ullstein-Verlag, belasst es in Zukunft doch beim Originaltitel, wenn die eingedeutschte Version so blöde klingt) liegt nun der mittlerweile siebte Band seiner Hunter & Garcia-Reihe auch auf Deutsch vor. Und klar, ich musste ihn lesen.

Dem Stammleser seiner Bücher wird der Grundaufbau wieder einmal sehr bekannt vorkommen. Ein knappes erstes Kapitel mit einem ersten Opfer, welches mit einem Cliffhanger endet. Kennt man schon, funktioniert jedes Mal auf’s Neue sehr gut. Das Tempo bleibt dann auch den gesamten Roman über auf einem hohen Niveau und wie auch die Vorgänger lebt „I Am Death“ von einem steilen Spannungsbogen und einer Geschichte, die den Leser von vorne bis hinten an der Nase herumführt und schließlich in ein ein absolut unvorhersehbares Finale und ein Ende mit einem wirklich großen „WTF-Moment“. Durch das Einweben einer Storyline um ein vom gesuchten Killer entführtes Kind wird der Geschichte noch einmal ein ganz anderer Touch gegeben, der den Roman alles in allem noch einmal härter, aber zugleich auch auf eine morbide Art atmosphärischer wirken lässt.

Zu den Figuren muss man ja eigentlich nicht mehr viel sagen. Mit Hunter und Garcia hat Carter wieder eines meiner favorisierten Ermittlerteams am Start und auch wenn aus der Beziehung zwischen den beiden und der Charakterentwicklung eigentlich nicht mehr so viel heraus zu holen ist, wirkt das Gespann doch immer noch frisch und interessant. Besonders in den Dialogen zwischen ihnen und auch in Gesprächen mit dritten kommt immer mal wieder ein ziemlich garstiger Humor zum Tragen, der aber auf Grund der Abgebrühtheit, die ein Mitglied der UV-Unit (UV steht für Ultra Violent) wohl im Lauf seiner Dienstzeit automatisch entwickelt. Sehr schön finde ich auch, dass in „I Am Death“ auch den Opfern beziehungsweise ihrer Vergangenheit, etwas mehr Platz eingeräumt wird. Auch wenn diese Kapitel nur kurz und die Hintergründe eher oberflächlich sind, fällt es so deutlich leichter, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen – was insofern fatal ist, dass man ja von vornherein genau weiß, dass sie das Ende der Story voraussichtlich nicht erleben werden.

Stilistisch ist alles  beim Alten geblieben. Chris Carter hat in „I Am Death“ meiner Meinung nach die Härte noch einmal deutlich nach oben geschraubt, sei es in visueller Form oder, noch deutlich heftiger als die wie immer sehr detaillierten Tatort- und Opferbeschreibungen, in Hinsicht auf die Geschichte um Ricky. Diese erinnert stellenweise schon sehr an Ketchums „Evil„, auch wenn der Folter bei Carter etwas weniger Raum eingeräumt wird. Für seine Verhältnisse sind auch die rund 380 Seiten fast schon als kompakt anzusehen, was der Erzählgeschwindigkeit noch einmal zu Gute kommt und das Buch noch einmal kompakter wirken lässt. Wie immer ist die Übersetzung von Sybille Uplegger sehr stimmig, trägt die Geschichte gut vorwärts. Auch muss man den Hut für die sehr gute Eindeutschung für die Geschichte nicht ganz unwesentlichen Anagramms ziehen.

Fazit:

Mit „I Am Death“ hat Chris Carter in meinen Augen seinen bisher besten Roman abgeliefert, hier stimmt einfach alles. Eine wahnsinnig spannende Geschichte, ein richtig fieser Subplot, Wendungen, die sitzen sowie ein absolut brillianter WTF-Moment am Ende paaren sich mit tollen Figuren, bei denen man sich fast schon wünscht, dass sie dem Killer nicht in die Hände geraten. So! Muss! Thriller!

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Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.