OT: The Crucifix Killer

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Verlage

Mehr zum Buch auf der Verlagshomepage

Hunter & Garcia-Reihe, Band 1

Klappentext:

Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam.
Und er ist teuflisch intelligent.

Los Angeles: Die Leiche einer wunderschönen Frau wird gefunden, zu Tode gequält und bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz, ein Teufelsmal: das Erkennungszeichen eines hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und er ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut.

Kritik:

Aufmerksame Leser des Blogs (und natürlich auch des aktuellen Media Mondays) wissen, dass Chris Carter es innerhalb von ein paar Büchern zu einem meiner Lieblingsautoren im Bereich Thriller geschafft hat. Ich hatte nun das Pech, unwissentlich mit dem 5. Band seiner Hunter & Garcia-Reihe zu beginnen (was aber löblicherweise tatsächlich kein echtes Problem darstellt), also war klar, dass auch die ersten Teile der Serie würden Einzug halten müssen.

So ist es dann auch fast ein bisschen wie nach Hause zu kommen, wenn man mit „Der Kruzifix Killer“ als Quereinsteiger zu den Wurzeln zurückkehrt. Der Roman behandelt den ersten gemeinsamen Fall der beiden Detectives, was natürlich dazu führt, dass man als Späteinsteiger schon einiges an Hintergrundwissen zu den beiden Ermittlern hat. Carter nimmt in den späteren Bänden immer wieder Bezug auf die vorangegangenen Ereignisse, sodass es schon empfohlen ist, chronologisch zu lesen. Und ähnlich wie in „Die stille Bestie“ oder „Der Totschläger“ wird auch hier von der ersten Seite an Vollgas gegeben. Carter konfrontiert den Leser mit der aktuellen, brisanten, Situation um die Spannung schnell anzuheizen, führt ihn dann aber komplett an den Beginn des aktuellen Falles der seiner Akteure zurück. Ein kluger Kniff, denn natürlich gibt es die endgültige Auflösung dann erst im Finale. Aber auch das, was dazwischen kommt, ist durchgehend extrem spannend geschrieben, das Katz- und Mausspiel zwischen dem Kruzifix Killer und Hunter entwickelt schnell eine hohe Eigendynamik, die immer wieder mit neuen Wendungen in gänzlich andere Richtungen geleitet wird. Zwar hat man schon hier und da eine Vermutung hinsichtlich des finalen Twists, allerdings stört dieser Umstand das Lesevergnügen nur sehr bedingt.

Es war für mich sehr interessant, Hunter und Garcia durch ihren ersten gemeinsamen Fall zu begleiten. Die beiden Detectives wirken hier noch ein bisschen wie Licht und Schatten. Garcia als ambitionierter Neuling im Morddezernat, Hunter als altgedienter und mitunter desillusionierter Veteran, der schon vieles miterlebt hat, was sich auch in seinem Charakter niederschlägt – insbesondere auch in Hinsicht auf den titelgebenden Kruzifix Killer. Gut, diese Konstellation ist ganz sicher nicht neu, funktioniert aber in den meisten Fällen (wie auch hier) dennoch sehr gut. Speziell Hunter bekommt hierdurch einige nette Ecken und Kanten verliehen, die ihn alles in allem sehr glaubwürdig machen. Sein Partner wirkt dagegen noch sehr glatt, auch wenn es Carter sehr gut gelingt, ihm im Verlauf der Geschichte doch den einen oder anderen Zweifel an der von ihm gewählten Laufbahn einzupflanzen. Auch das wirkt realistisch und macht ihn direkt doch ein bisschen „echter“.

Der Kruzifix Killer“ mag der Erstling des Autoren gewesen sein, aber schon hier zeigen sich die Trademarks, die mir in seinen späteren Romanen sehr gut gefallen haben. Das Tempo ist vom Start weg sehr hoch, der Spannungsbogen steigt zunächst sprunghaft an, um sich dann in einer langsamer auslaufenden Kurve noch weiter zu steigern. Chris Carter schreibt eingängig und locker, sodass der Roman sehr gut voran fließt. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass er hier und da diverse Gewaltspitzen einbaut, die ihren Namen auch verdienen, detailliert daher kommen und sicher auch dafür sorgen mögen, dass zartbesaitetere Leser vielleicht Probleme mit dem Buch bekommen können. Ich mag meine Thriller blutig, von daher passt das für mich aber auch.

Fazit:

Chris Carters „Der Kruzifix Killer“ ist ein starkes Debüt und ein gelungener erster Band der mittlerweile sechsteiligen Reihe. Alles, was die späteren Romane lesenswert gemacht hat, ist auch hier vorhanden. Stetig steigende Spannung, hohes Tempo und eine zugängliche Schreibweise gepaart mit interessanten und gut ausgearbeiteten Charakteren (die hier allerdings noch etwas klischeebeladen wirken) sorgen dafür, dass der Roman zu einem absoluten Pageturner wird, der nach nicht mal zwei Tagen durchgelesen wieder im Regal stand. Was bin ich froh, dass ich die Nachfolger bereits zu Hause habe.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)