blutrausch - er muss tötenChris Carter – Blutrausch. Er muss töten
OT: The Gallery Of The Dead

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Ullstein
Übersetzung: Sybille Uplegger

Hunter & Garcia, Band 9

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Klappentext:

Ein Killer mit Künstlerseele. Das Los Angeles Police Department ist aufgeschreckt. Ein neuer Fall für Robert Hunter und seinen Partner Garcia. Die härtesten Profiler der Welt!

„Seit 37 Jahren bei der Truppe, und das Einzige, was ich vergessen möchte, ist das, was in diesem Zimmer ist.“ Ein Polizist vom LAPD warnt die Sonderermittler Robert Hunter und Carlos Garcia vor dem schockierenden Anblick. Die beiden Detectives sind auf Morde spezialisiert, bei denen der Täter mit extremer Brutalität vorgegangen ist. Im Morddezernat intern als ultra violent, kurz „UV“ eingestuft. Hunter und Garcia, ausgebildete Kriminologen und Psychologen, sind die UV-Einheit, und der neue Fall sprengt selbst für sie alle Grenzen des Verbrechens. Sie jagen einen Serienkiller, der die Welt einlädt, seine Galerie der Toten zu besichtigen.

Der 9. Fall für Hunter und Garcia: ein Mega-Thriller von Bestsellerautor Chris Carter.

© Ullstein Verlag

Das neue Buch von Chris Carter hat sich mittlerweile zu einer Art alljährlicher Tradition gemausert. Die Vorfreude ist immer groß, da man, unterstrichen durch die konstant hohe Qualität seiner Werke, eine gewisse Erwartungshaltung hat. Ähnlich war es natürlich auch bei »Blutrausch – Er muss töten« (auch wenn ich gestehen muss, dass mir die deutschen Titel der letzten Romane zu reißerisch und billig klingen). Als Warnung vorab sei gesagt, dass die Besprechung einen leichten Spoiler für Carter-Kenner enthalten kann.

Macht aber wenig, denn bereits nach ein paar Seiten ist eines klar: Chris Carter setzt auch weiterhin auf sein Erfolgsrezept und beendet die Kapitel seines neusten Buches gerne einmal mit Cliffhangern, die den Leser ziemlich in der Luft hängen lassen. Die so aufgebaute Spannung mag zwar eher oberflächlich sein, aber auch die Geschichte selbst ist ohne Einschränkung in der Lage, zu fesseln. Das Lesen wird somit nicht langweilig und auch wenn ich zugeben muss, dass der vermeintliche Schlusstwist sehr vorhersehbar gewesen ist, fühlte ich mich bis ans Ende von »Blutrausch – Er muss töten« sehr gut unterhalten. Ein Ende, welches es übrigens absolut in sich hat und mich erstmal mit offenem Mund, gefolgt von wüsten Verwünschungen, hat sitzen lassen. Denn wie eingangs erwähnt hat Carter ein Faible für Cliffhanger – welches er in diesem Fall bis auf die Spitze treibt. Auch wenn sich der Roman insgesamt ohne viel Vorwissen gut lesen lässt, würde ich in jedem Fall den Genuss der letzten drei Vorgänger, insbesondere aber von »Die stille Bestie« empfehlen. Nur dann kann der Abschluss der aktuellen Story seine volle Wirkung entfalten.

Was die Figuren angeht, bleibt es im Wesentlichen natürlich beim Bekannten. Auch »Blutrausch – Er muss töten« präsentiert uns das dynamische Duo Hunter & Garcia wie man sie kennt und schätzt. Etwas schade finde ich mitterweile, dass Carlos Garcia immer noch nicht über den Punkt hinaus ist, an dem er ein reiner Sidekick für Profiler Robert Hunter ist. Hier würde ich mir für die Zukunft doch eine klarere und deutlichere Entwicklung wünschen, schließlich ermitteln die beiden Detectives nun schon eine ganze Weile als Team. Bei den Nebenfiguren gibt es auch einige bekannte Gesichter (auch hier noch einmal die Empfehlung auf »Die stille Bestie«), die man als Stammleser bereits kennengelernt hat. Insbesondere hat mir hierbei gefallen, dass mit Tracy Adams Hunters’ Love Interest wieder einbezogen wurde und durch die sich langsam zwischen den beiden entwickelnde Beziehung deutlich menschlichere Seiten an Robert zu Tage kommen, die in der Vergangenheit zumeist etwas kurz kamen und ihn mehr wie eine Maschine, als wie einen Menschen wirken ließen.

Stilistisch ist ebenfalls alles beim Alten. Chris Carter schreibt knackig auf den Punkt und macht nicht viele Gefangene. In Verbindung mit dem hohen Spannungsbogen flutschen die Seiten gut durch die Finger und »Blutrausch – Er muss töten« wird schnell zum gewohnten Pageturner. Da mit Sybille Uplegger die Carter-Stammübersetzerin für die deutsche Ausgabe verantwortlich zeichnet, passt der Roman sprachlich perfekt zu den Vorgängern und offenbart keinerlei Stilbruch. Was jedoch auffällt, ist, dass der Härtegrad im Vergleich zu den älteren Veröffentlichungen zurückgeschraubt wurde. Nein, das bedeutet nicht, dass der neue Carter zahnlos wäre, allerdings sind die Gewaltspitzen deutlich dosierter eingesetzt worden.

Fazit:

10Monierte ich in meiner letzten Rezension zu Carter noch, dass sich das Prinzip langsam ein wenig abnutzt, bin ich dieses Mal deutlich zufriedener – obwohl eigentlich alles beim Alten geblieben ist. Spannung auf ganz hohem Nivau, Tempo ohne Ende, und auch wenn der Schlusstwist des Buches vorhersehbar ist, ist die Entwicklung der finalen beiden Seiten und das tatsächliche Ende von »Blutrausch – Er muss töten« ein ganz eindeutiger WTF-Moment. Top.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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