OT: Captain America – The Winter Soldier

Regie: Anthony Russo, Joe Russo

Darsteller: Chris Evans, Samuel L. Jackson, Scarlett Johansson, Robert Redford

Laufzeit: 130 Minuten
Freigabe: FSK12

Inhaltszusammenfassung:

Steve „Captain America“ Rogers ist in der Gegenwart für S.H.I.E.L.D. tätig. Seine Überzeugungen und seinen Gerechtigkeitssinn nicht ablegen könnend geht er jedoch nicht immer mit den Methoden der Organisation konform. Aus diesem Grund wird er von Direktor Nick Fury nach einem Anschlag kontaktiert, der die Begegnung mit dem Cap jedoch nicht überlebt. Der Winter Soldier, ein mysteriöser Attentäter, erschießt Fury, nachdem dieser Rogers noch sagen konnte, dass S.H.I.E.L.D. von Verrätern unterminiert ist – und für die ist der First Avenger nun das nächste Ziel.

Kritik:

Der erste „Captain America“ ist von mir mit vier Punkten abgewatscht worden. Schwache Effekte, platte Figuren und eine gestückelte Episodenerzählweise konnten mich überhaupt nicht überzeugen. Luft nach oben war also genug und nachdem mir von mehreren Freunden erzählt wurde, dass „The Winter Soldier“ (ich mag den englischen Titel einfach lieber, sorry. Die Anpassung war absolut überflüssig.) wesentlich stärker sein solle, war doch zumindest ein gewisses Maß an Vorfreude da.

Und tatsächlich steht dem Captain in Gegenwart deutlich besser zu Gesicht. Natürlich muss man auf die düstere Atmosphäre des ersten Teils verzichten, welche für mich noch einer der größten Pluspunkte gewesen ist. Dafür ist die Erzählweise im Sequel jedoch deutlich angenehmer, man verzichtet auf das Aneinanderreihen von Actionsequenzen, ohne sie mit einem konstanten Storybogen zu verbinden. Die Geschichte in „The Winter Soldier“ ist durchgehend gut und mit einem angenehmen Tempo erzählt und weiß auch mit einem schönen Spannungsbogen zu überzeugen, der den Zuschauer bei der Stange hält. Was dem Titel im direkten Vergleich zu den anderen Marvel-Filmen fehlt, ist der bei den Kollegen oftmals durchschimmernde selbstironische Humor. Captain America ist halt ein ernster Geselle – und trotzdem hätte es dem Film meiner Meinung nach gut getan. Leider muss man trotz der guten Erzählweise jedoch sagen, dass die Geschichte an sich unlogisch scheint – warum zum Geier muss Rogers alleine mit Black Widow gegen eine so riesige Bedrohung antreten, wenn doch jede Menge Superheldenbuddies durch die Gegend schwirren? Es mag sein, dass mit Kenntnis des gesamten Cinematic Universe eine andere Sichtweise entsteht – ich habe diese Kenntnis nicht und darum muss sich das Script diese Frage leider gefallen lassen.

Auf darstellerischer Ebene ist alles im grünen Bereich. „The Winter Soldier“ ruft viele alte Bekannte aus den anderen Marvel-Filmen (und nicht zuletzt natürlich aus dem Prequel) auf den Plan. Chris Evans mimt Captain America souverän, wenn auch wie oben angesprochen recht humorlos, dasselbe gilt für Scarlett Johansson als Black Widow. Samuel L. Jackson weiß ohnehin meistens zu gefallen und mit Robert Redford hat man den perfekten Antagonisten gefunden. Das gesamte Ensemble war mit sichtlicher Spielfreude am Werk, was sich natürlich nur positiv auf die ohnehin schon gelungenen Darstellungen auswirken kann. Besonders gefallen hat mir die Einführung von Sam Mackie in der sehr sympathischen Rolle des Falcon.

Die Effektseite ist, wie schon im Vorgänger, im direkten Vergleich zu den anderen Cinematic Universe-Produktionen eher ruhig gehalten. Was nun allerdings nicht bedeutet, dass es keine Action geben würde, die ist zur Genüge vorhanden. Die SFX sind gut umgesetzt, genauso die Kämpfe, welche natürlich in diesem Fall eher Close Combat-Orientierung denn viele Explosionen aufweisen. Das macht aber nichts, denn unterhaltsam ist es so oder so.

Fazit:

The Winter Soldier“ ist in meinen Augen der bessere Captain America-Film. Im Gegensatz zum ersten Teil wird die Geschichte hier kontinuierlich erzählt und wirkt weniger wie eine Aneinanderreihung von unmotivierten Actionszenen. Die Story muss sich allerdings (zumindest aus meiner Sicht) eine große Logiklücke in der Erzählweise ankreiden lassen. Motivierte Darsteller und flotte Action sorgen aber dafür, dass dieser Punkt nicht allzu schwer wiegt und den Film unter’m Strich zu einem sehenswerten Actionflick macht.

© des Bild- und Tonmaterials: Disney Pictures

Das denken die anderen:

Medienjournal: 8,5/10 Punkten
Filmherum: 4/5 Sternen
Myofb: 8/10 Punkten
Cellurizon: 8/10 Punkten

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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