OT: Assassin’s Creed (USA/ GB/ FR/ HK 2016)

Regie: Justin Kurzel

Darsteller: Michael Fassbender, Jeremy Irons, Marion Cotillard, Michael Kenneth Williams

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 116 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Michael Fassbender und Marion Cotillard sind die Stars in dieser actionreichen Verfilmung des gefeierten Videospiels. Mit einer revolutionären Technologie, die seine genetischen Erinnerungen entschlüsselt, erlebt Callum Lynch (Michael Fassbender) die Abenteuer seines Vorfahrens Aguilar im Spanien des 15. Jahrhunderts. Callum erkennt, dass er von einem mysteriösen Geheimbund, den Assassinen, abstammt. Er sammelt unglaubliches Wissen und Fähigkeiten, um sich dem unterdrückenden und mächtigen Templerorden in der Gegenwart entgegenzustellen.

Kritik:

Wenn man eines aus dem Schaffen Uwe Bolls gelernt hat, dann das: Verfilmungen von Computerspielen sind meistens echt grausam. Nicht vom Gewaltanteil her, sondern von der Art der Umsetzung. Auf der anderen Seite fällt es dem geneigten »Assassin’s Creed«-Fanboy (also mir) dann doch schwer, die Leinwandumsetzung zum Franchise zu ignorieren. Also rein in den Player und die Hoffnung aufrechterhalten, dass das Team um Regisseur Justin Kurzel das Kredo »Nichts ist wahr, alles ist erlaubt« nicht zu wörtlich genommen hat.

Auf den ersten Blick scheint der Film dann auch direkt als sehr dicht an den Spielen, insbesondere der Desmond-Ära (AC I – III) angelehnt zu sein. Die Geschichte um Callum Lynch beziehungsweise Aguilar de Nerha ist zunächst doch sehr bekannt, eine Entführung, die Experimente mit dem Animus und so weiter. Stellenweise scheint es so, als ob das Script die komplette Story kompakt in die rund 116 Minuten Laufzeit pressen will. Ob man sich nun darüber ärgern sollte? Nein, ich denke nicht, denn wo die »Assassin’s Creed«-Reihe auf eine interessante und faszinierende Art des Storytellings setzt und zum damaligen Zeitpunkt innovativ gewesen sind, ist die Filmumsetzung einfach nicht frisch genug, um zwingend eine längere Erzählweise zu erfordern. Nach dem klassischen 3-Akte-Prinzip wird abgehakt, was abzuhaken ist. Das bedeutete stellenweise flotte Action und zumeist eine ganz gute Atmosphäre. Das Ende allerdings ist mir ziemlich sauer aufgestoßen, denn so wirklich logisch erschienen mir die letzten Minuten nicht mehr.

Darstellerisch geht der Film in Ordnung. Ich muss gestehen, dass ich kein sonderlich großer Fassbender-Fan bin, aber es ist ihm gelungen, seinen beiden Figuren Leben einzuhauchen, ohne dabei aus der Rolle zu fallen. Hohe Ansprüche an die Glaubwürdigkeit darf man natürlich bei der »Assassin’s Creed«-Thematik nicht erwarten, aber am Ende kann man wohl sagen, dass das beste daraus gemacht wurde. Insbesondere in den historischen Passagen (die im Gegensatz zu den Spielen aber eine eher untergeordnete Rolle einnehmen) kommen die Figuren gut zur Geltung und wissen weitestgehend zu gefallen, ohne dabei jedoch den Kult-Charakter eines Ezio Auditore da Firenze oder eines Altaïr Ibn-La’Ahad zu erreichen. Dafür wird ihnen insgesamt zu wenig Raum gegeben, was ich persönlich sehr schade finde.

Die Effektseite ist mir leider etwas zu schwachbrüstig ausgefallen. Ja, »Assassin’s Creed« bietet einige gut choreografierte Kampfsequenzen, in denen es zur Sache geht. Diesen fehlt allerdings die Dynamik, wie man sie als Zocker kennt und liebt. Auch die Hetzjagden, die in den Spielen so viel Laune bereitet haben, kommen eindeutig zu kurz und sind auch nur annehmbar – also weit entfernt von ›gut‹ umgesetzt. Hier fehlt definitiv der Drive der Spiele. Und auch wenn ich kein ausgemachter Gorehound (mehr) bin, war mir das alles auch viel zu sauber und poliert, zu sehr auf ein werbewirksames PG-13-Rating getrimmt. So gänzlich ohne Blut auszukommen, erschien mir der Thematik unangemessen und störte die Atmosphäre.

Fazit:

»Assassin’s Creed« ist ein Film, den man sich anschauen kann. Brauchbare Schauspieler, brauchbare Action und eine brauchbare Geschichte. Mehr allerdings nicht. Die erhoffte Offenbarung für AC-Fans ist der Titel definitiv nicht, auch wenn man sagen kann, dass einige Punkte schon recht gut getroffen sind. Allerdings fehlten mir die Innovationsfreude, die eigentliche Auseinandersetzung mit den Templern und die Dynamik, die nur bedingt funktioniert. Und um den Kreis zu schließen: Glücklicherweise bewegt der Film sich nicht auf dem Niveau eines Uwe Boll.

© des Bild- und Tonmaterials: 20th Century Fox

Habt ihr den Film gesehen? Wie ist eure Meinung? Lasst uns doch einen Kommentar da.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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