OT: The Red Mohawk

Gebundene Ausgabe: 335 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe

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Klappentext:

In der Kleinstadt B-Movie-Hell ermordet ein maskierter Killer einen Polizisten. Der Spezialagent Jack Munson wird aus dem Ruhestand geholt, um den Mörder zu jagen. Wie sich herausstellt, ist der Täter aus einer Irrenanstalt geflohen und in seiner Vergangenheit zur perfekten Killermaschine ausgebildet worden. Und nun begeht er ein Massaker nach dem anderen. Jack Munson stürzt sich in die Ermittlungen – in einer Stadt, in der anscheinend niemand die Wahrheit sagt. Und in der selbst der Killer nicht das ist, was er zu sein scheint …

Kritik:

Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis dieses Buch hier auftauchen würde, denn bislang haben es ja alle Anonymus-Veröffentlichungen es hier her geschafft. Man darf gespannt sein, ob das erste Werk abseits der Bourbon Kid-Reihe sich ähnlich gut schlägt. Anderer Hauptcharakter, anderes Setting… das dürfte interessant werden.

Tatsächlich bleibt aber bei “Psycho Killer” auch vieles beim Alten. Der Autor hatte schon in seinen anderen Veröffentlichungen ein Händchen dafür, schnell in die Vollen zu gehen und das ändert sich auch in “Psycho Killer” nicht. Anonymus nimmt seine Leser wie gehabt mit auf eine im Affentempo zu absolvierende Achterbahnfahrt, die in erster Linie von der Action lebt. Im Gegensatz zum Bourbon Kid ist die Anlaufstrecke für diese Fahrt in seinem neusten Werk allerdings etwas länger ausgefallen, nach dem ersten (wie üblich nicht gerade unblutigen) Mord kehrt erstmal etwas Ruhe ein und der Leser bekommt es mit dem Ermittlerteam zu tun, welches dem “Roten Irokesen” das Handwerk legen soll. Das nimmt für einen Moment zwar etwas den Drive aus der Geschichte, aber nach einer kleinen Durststrecke geht es dann schnell und deftig zur Sache. Die Atmosphäre ist typisch abgefahren und stellenweise recht bizarr, auch wenn hier im Gegensatz zum Bourbon Kid der übernatürliche Einschlag komplett weg fällt. Keine Vampire, keine Zombies. Nur Rednecks, Pornomogule und ein durchgedrehter und schwerstbewaffneter Killer.

Womit eigentlich auch der Charakterteil von “Psycho Killer” fast schon abgedeckt wäre. Ähnlich wie in “Das Buch ohne Namen” erfährt man zumindest zu Beginn der Geschichte nicht viel über den Roten Irokesen, was sich aber mit steigender Seitenzahl nach und nach ändert. Letztlich hat sich die Charakterentwicklung zwar schon irgendwie angedeutet, zum Finale hin kann Anonymus aber dennoch mit einem netten Twist und einer kleinen Überraschung aufwarten. Im Vergleich zur Bourbon Kid-Reihe sind die Figuren hier vom Start her etwas durchschaubarer, da sie direkt mit einem passablen Hintergrund versehen daher kommen. Die Ausnahme bildet dabei natürlich der durch die Gegend mordende Psycho himself, der aber alles in allem auch mit etwas mehr Tiefgang ausgestattet ist, als es sein Vorgänger in den Auftaktbänden gewesen ist.

Stilistisch bleibt eigentlich auch alles beim bekannten, was aber definitiv nichts schlechtes zu bedeuten hat. Anonymus hat eine sehr spritzige (höhöhö – habe ich den dummen Wortwitz nicht schon mal irgendwo verwendet?) Schreibweise, die immer wieder mit fiesen, aber auch sehr überzogenen, Gewaltspitzen daher kommt. Im direkten Vergleich zum Bourbon Kid ist “Psycho Killer” zwar in Hinsicht auf die grafische Gewaltschilderung etwas zahmer ausgefallen, dennoch ist das Buch immer noch nichts für Kinder. Es geht immer noch derbe zur Sache, besonders auch hinsichtlich des Humors, der sich durch das gesamte Schaffen des Autoren zieht. Gut übersetzt flutscht das Buch wunderbar.

Fazit: 

“Psycho Killer” ist ein Muss für die Freunde von Anonymus’ bisherigen Veröffentlichungen. Eine neue Hauptfigur die in einer neuen Stadt völlig ohne Zombies und Vampire die Sau rauslässt und alles wegmetzelt, was im Weg steht. So kennen wir das, so mögen wir das. Alles in allem vielleicht etwas harmloser ausgefallen als die älteren Veröffentlichungen bleibt der Roman aber immer noch eine runde Sache, auf die auch Freunde des abgefahrenen Actionthrillers wie zum Beispiel von… tja, da stoße ich nun auch an meine Grenzen, denn so richtig vergleichen konnte man Anonymus noch nie. Reinlesen.

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Das Buch ohne Namen
Das Buch ohne Staben
Das Buch ohne Gnade
Das Buch des Todes

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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