OT: Clash of Iron
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Piper
Übersetzung: Marcel Aubron-Bülles
Age of Iron, Band 2

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Klappentext:

König Zadar ist besiegt und Burg Maidun eingenommen – doch schon müssen sich Dug und seine Freunde neuen Herausforderungen stellen. Vor allem Lowa schlägt sich mit allerlei Problemen herum – Feinde von außen, Rivalen von innen und unfähige Spione machen der Kriegerin ihren Karrierestart als neue Königin von Maidun nicht gerade leicht. Und während Dug versucht, sich auf einer kleinen Farm doch endlich mal von den Strapazen seines Söldnerlebens zu erholen, hat Spring alle Hände voll damit zu tun, mit ihren magischen Fähigkeiten zurechtzukommen. Dem verrücktesten Kämpfertrio der Eisenzeit wird es auch in diesem Band sicher nicht langweilig…

Kritik:

Der erste Band der „Age of Iron„-Reihe hat mich seinerzeit ja ziemlich begeistert, sodass ich die Veröffentlichung des nun vorliegenden Buches, „Der Feldzug“ kaum abwarten konnte. Entsprechend hoch waren natürlich auch die Erwartungen, die ich an den zweiten Teil der Trilogie gestellt habe – was sich natürlich nicht zwangsläufig als vorteilhaft erweisen muss.

Und leider traf genau diese Befürchtung zumindest in Teilen auch zu. Zunächst einmal möchte ich ganz klar sagen, dass man nicht blind zuschlagen sollte. Mit dem Gedanken „Wird schon nicht so schwer werden“ fährt man im Falle von „Age of Iron“ ziemlich schlecht. Ja, man versteht die Geschichte ohne Vorkenntnisse, aber ob man wirklich seinen Spaß mit dem Buch hat, wage ich zu bezweifeln. „Der Feldzug“ setzt die Ereignisse aus „Der Krieger“ direkt fort, dementsprechend viele Bezüge gibt es natürlich auch zum ersten Band. Das bezieht sich auf vergangene Ereignisse und in erster Linie auch auf die Figuren, die ihre schon im ersten Roman ersichtliche Entwicklung auch hier fortsetzen. Insgesamt verläuft die Story in diesem Buch aber über mehrere Jahre, erzählt also nicht nur ein kompaktes Abenteuer, sondern entwickelt damit einhergehend auch die Romanwelt immer weiter. Oder besser gesagt: sollte sie weiter entwickeln, denn wenn nicht hier und da der Hinweis auf die verstrichene Zeit im Text auftauchen würde, hätte ich sicherlich nicht gedacht, dass so viel Zeit in Britannien und Gallien vergangen ist. Es fehlt hier einfach eine tatsächliche, ersichtliche Entwicklung der Weltlage. Dafür mag vielleicht der Umstand, dass „Der Feldzug“ parallel zwei Handlungsebenen erzählt, verantwortlich sein. Watson ist es hierbei sehr gut gelungen, die unterschiedlichen Orte, die in seiner Geschichte eine Rolle spielen mit einer eigenen, interessanten Atmosphäre auszustatten, was dafür sorgt, dass beide Teile der Geschichte ihren eigenen Reiz haben und interessant bleiben. Leider hat im Gegenzug aber der Spannungsbogen den einen oder anderen Einknicker, der Autor versieht seinen Roman an einigen Stellen mit Füllkapiteln, die meiner Meinung nach keinen tieferen Sinn haben, sondern nur den Umfang künstlich strecken. Das wäre unnötig gewesen. Entschädigt wird man als Leser dafür aber mit nicht nur einem, sondern gleich zwei tempogeladenen Finalen und einem Abschluss, der einem ziemlich fiesen Leberhaken gleicht. Ach ja, und natürlich auch mit einem offenen Ende, welches eine Menge Raum für Band drei der „Age of Iron„-Reihe offen lässt.

Sehr gelungen ist wieder die Ausgestaltung der Figuren. Angus Watson gibt mit dem Handlungsstrang um das im Krieg mit den Römern liegende Gallien einigen Nebenfiguren des ersten Romans tragende Rollen für die Geschichte. Atlas, Chamanca und Carden sind Kennern des ersten Buches natürlich bekannt und machen sich als Hauptfiguren auch sehr gut. Ähnlich wie zuletzt mit Dug, Spring und Lowa wird auch bei ihnen eine kontinuierliche Entwicklung über den gesamten Umfang des Buches aufgebaut, die glaubwürdig und realistisch ist und den Antagonisten (beziehungsweise den Helfern des Antagonisten) aus „Der Krieger“ ein sehr sympathisches Gesicht verleiht. Und natürlich sind auch die Hauptfiguren des ersten Buches wieder dabei, auch bei ihnen stellt man weiterhin eine Entwicklung, besonders in der Beziehung zwischen Lowa und Dug, fest, die zwar auf der einen Seite absehbar ist („Ich sage ihr, dass ich sie liebe… ähm, doch nicht. Ach, jetzt doch…“ und so weiter), auf der anderen Seite aber dafür sorgt, dass die Charaktere trotz ihrer teilweise fast schon überirdischen Kräfte immer menschlich bleiben. Das weiß zu gefallen. Die interessanteste, weil unvorhersehbarste, Entwicklung erlebt aber Ragnall, ebenfalls als Nebenfigur aus „Der Krieger“ bekannt. Darauf einzugehen würde aber zu viel vorweg nehmen, weswegen ich einfach empfehle, sich selbst ein Bild zu machen.

Stilistisch hat sich im „Age of Iron“ nicht viel geändert. Zumindest nicht, wenn man die zweite Hälfte des Prequels als Anhaltspunkt nimmt. Watson benutzt für einen Fantasyroman nach wie vor eine sehr moderne Sprache, was „Der Feldzug“ von den meisten aktuellen Genreveröffentlichungen unterscheidet. Ich finde es allerdings sehr schade, dass der spritzige Humor, der die erste Hälfte von „Der Krieger“ ausgemacht hat, hier noch weiter in den Hintergrund gerückt ist und einem wesentlich ernsteren Ton Platz macht. Zwar gibt es immer noch die eine oder andere Passage zum Schmunzeln, allerdings sind die hier rar gesät. Das finde ich etwas schade, denn gerade das hat für mich den besonderen Reiz des Vorgängers ausgemacht. Gefallen hat hingegen die jederzeit schlüssige Übersetzung von Marcel Aubron-Bülles, der auch schon für Band eins verantwortlich zeichnete. Dass es durch einen anderen Übersetzer zum Stilbruch gekommen ist, kann somit also weitestgehend ausgeschlossen werden.

Fazit:

Age of Iron – Der Feldzug“ ist leider „nur“ ein guter Nachfolger des großartigen ersten Bandes. Sicherlich, das Buch weist immer noch viele Trademarks des Vorgängers auf, allerdings fehlte mir alles in allem etwas der Pepp und der zynische Humor von „Der Krieger„. Ärgerlich ist auch, dass die Handlung teilweise mit sinnfrei anmutenden Füllkapiteln künstlich gestreckt wurde. Aber man will ja nicht nur meckern, darum muss ich sagen, dass mir (schon im Vorgänger eine große Stärke!) die Entwicklung der Figuren und deren Beziehung zueinander sehr gut gefallen hat. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr, denn eine endgültige Klärung der Verhältnisse muss bis zum 02.11. warten. Dann erscheint nämlich der Abschluss der Trilogie. Ich bin gespannt – und hoffe darauf, dass der Band wieder etwas stärker wird und den Pfiff zurück in die Geschichte bringt.

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Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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