Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Wunderlich Verlag

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Klappentext:

Das Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen.
Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald.
Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei…

Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt..

Kritik:

Ich fand bereits Winkelmanns letzten Roman, „Deathbook„, recht überzeugend, was aber nicht zuletzt aus der interessanten Idee, die dahinter stand, resultierte. Mit „Killgame“ ist nun sein neuester Roman erschienen, dieses mal in klassischer Erzählweise und natürlich, treu der Autorentradition, wieder ein Thriller. Auch wenn die Geschichte dahinter auf den ersten Blick sehr an den Film „Surviving the Game“ erinnert, muss das ja nicht zwangsläufig etwas negatives heißen.

Wie auch schon der Vorgänger dreht das Buch sehr schnell und sehr stark an der Spannungsschraube. „Thriller“ ist also tatsächlich die absolut passende Beschreibung für „Killgame„, denn nachdem die Geschichte mich erstmal gepackt hatte, ließ sie mich auch nicht mehr los. Dem Autoren gelingt es dabei sehr gut, die Atmosphäre der Großstadt Frankfurt, in der der erste Teil des Buches spielt, einzufangen, noch einmal bildlicher wird es dann nach dem Szenariowechsel nach Kanada. Hier konnte Winkelmann mich vollends überzeugen. Was mich zunächst überhaupt nicht zu überzeugen vermochte war jedoch ein ganz wesentlicher Teil der Haupthandlung: das Verschwinden Nias nach Kanada. Auch wenn es jetzt ein kleiner Spoiler ist, ich fragte mich über denen Großteil der Geschichte, warum unbedingt eine Deutsche entführt und nach Kanada verschleppt wird, in meinem Hinterkopf gellte schon der Unlogik-Alarm. Allerdings tatsächlich nur über einen Großteil der Geschichte, denn die Auflösung nach dem Finale (welches sehr action- und temporeich ausgefallen ist) sorgt dann doch dafür, dass wieder ein passender Schuh daraus wird. Chapeau, Herr Winkelmann! Nicht überzeugen konnten mich allerdings die Wendungen in der Geschichte, denn die waren leider zumeist vorhersehbar und man kann somit nicht von einer Überraschung sprechen.

Die Figuren sind hingegen sehr interessant ausgefallen. Vermittelt der Autor zunächst noch den Eindruck, dass man es im Fall von Dries Torwellen mit einem besorgten Familienmitglied zu tun hat, wir nach und nach eine Hintergrundgeschichte aufgebaut, die aus dem netten Onkel mehr und mehr einen unangenehmen Zeitgenossen macht, den man eigentlich fast schon als Antihelden bezeichnen möchte. „Killgame“ ist einer dieser Romane, die im Laufe der Geschichte vieles auf den Kopf stellen, was man zunächst über die Figuren weiß, allerdings – wie bereits erwähnt – zumeist mit Ankündigung, sodass die echte Überraschung ausbleibt. Das ändert aber nichts daran, dass nicht nur Hauptakteur Dries mit seinen Ecken und Kanten bodenständig und realistisch wirkt, sondern auch seine Gegenspieler als auch die gesuchte Nichte Nia. Hier kann ich allerdings nicht näher ins Detail gehen, um die Story nicht in einem zu starken Maß zu spoilern.

Über Andreas Winkelmanns Stil muss man nicht viele Worte verlieren. In den Beschreibungen sehr detailreich, gelingt es ihm mit der zackigen und auf den Punkt gebrachten Schreibe sehr gut, dem Leser ein Bild vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Tempo da, wo es gebraucht wird, ruhige Passagen dort, wo sie angebracht sind. Man findet schnell Zugang zu „Killgame“ und ist am Ende dann dennoch überrascht, wie schnell das Buch durch ist.

Fazit:

Andreas Winkelmann konnte mich mit „Killgame“ noch mehr überzeugen, als es schon mit „Deathbook“ der Fall gewesen ist. Der Roman ist von Anfang bis Ende spannend, bringt interessante Figuren mit und lässt die Hetzjagd durch Kanada zu einem Spaßmacher für Thrillerfreunde werden. Lediglich die vorhersehbaren Wendungen muss sich das Buch ankreiden lassen, davon ab ist aber alles im grünen Bereich. Gerne mehr davon.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.