das arkonadia-rätselAndreas Brandhorst – Das Arkonadia-Rätsel

Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Piper

Omniversum, Band 2

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Klappentext:

Eine uralte Wahrheit, die das Universum verändert …

Ein Bund von mächtigen Völkern, Omni genannt, wacht in der Milchstraße über die Entwicklung von Leben und Zivilisationen. Jasper und seine Tochter Jasmin gehören zu den wenigen Auserwählten, die in den Diensten Omnis stehen. Ihr Auftrag führt sie zu dem fernen Planeten Arkonadia. Seit Jahrtausenden stranden dort immer wieder Raumschiffe unter dem Einfluss einer unerklärlichen Raumzeit-Anomalie. Zudem bewirkt das geheimnisvolle Nerox, das alle 453 Jahre auftritt, technologischen Stillstand und stürzt den ganzen Planeten ins Chaos. Niemand kennt den Ursprung des Phänomens. Jasper und Jasmin sollen das Rätsel von Arkonadia lösen und stoßen dabei auf ein Geheimnis, das eine Milliarde Jahre alt ist und auch Omni betrifft …

© Piper Verlag

Kritik:

Dass Andreas Brandhorst mich mit seinen Veröffentlichungen grundsätzlich plättet, ist nichts Neues. Sowohl »Das Schiff« als auch »Omni«, der direkte Vorgänger zu »Das Arkonadia-Rätsel«, haben mir vom Start weg gut gefallen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an die jüngste Veröffentlichung des Herrn aus Nordhorn.

Und so viel sei vorweg verraten: Ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte des neuen Omniversum-Romans startet 30 Jahre nach den Geschehnissen von »Omni«. In der Lebensspanne der beiden unsterblichen Reisenden nur ein winziger Sprung, weswegen man eigentlich guten Gewissens behaupten kann, dass »Das Arkonadia-Rätsel« unmittelbar anschließt. Die Mission unserer Helden hat es in sich. Wie schon der Vorgänger wird die Geschichte auch hier mit einer Menge Tempo nach vorn getrieben. Und wenn es sein muss mit der Dampfmaschine. Dampfmaschine? Ja, richtig gelesen. Brandhorst schickt Jasper und Jasmin auf den Planeten Arkonadia, auf welchem alle 453 Jahre ein totaler Technik-Blackout auftritt. Dementsprechend wenig fortschrittlich sind die Bewohner und ihre technische Ausrüstung. Der Kontrast zwischen den hochtechnisierten Omni-Völkern und Arkonadia wird super herausgearbeitet. Er weckt beim Leser manchmal fast schon den Eindruck, in einer Steampunk-Geschichte zu stecken. Ebenso gut werden die unterschiedlichen Weltanschauungen und Motivationen aufgezeigt, die aus dieser Situation entstehen. Moral, Motivation, richtig und falsch sind somit ein zentrale Themen des »Arkonadia-Rätsels« und sorgen dafür, dass man es (und das ist typisch für Andreas Brandhorst) nicht mit einem stumpfen ›Pew, Pew, Pew, alle tot‹-Buch zu tun hat. Aus diesen unterschiedlichen Elementen und der äußerst spannend erzählten Jagd nach der Lösung des besagten Rätsels wird erneut ein Pageturner, der rundum unterhaltsam ist.

Mit Jasper und Jasmin werden für Omniversum-Kenner zwei bereits eingeführte Figuren auf den Plan gerufen. Da es sich um die ersten 30 Jahre im neuen Leben von Jasper und Jasmin handelt, ist es für die Charaktere als solche schon ein spannender Abschnitt. Für die beiden ist trotz den 30 Jahren Zeitunterschied zum Vorgänger tatsächlich noch alles neu (was sind schon 30 Jahre, wenn man unsterblich ist?) und so stellt die Geschichte des Romans sie nicht nur vor eine Aufgabe, die für sie eine Bewährungsprobe sein soll. Sie erfordert zeitgleich auch eine Selbstfindung von ihnen. Brandhorst baut diesen Teil der Geschichte wahnsinnig gut auf, lässt besonders Jasmin immer wieder durch Höhen und Tiefen aus Zweifeln, Eingebungen und vermeintlichen Erkenntnissen wandern. Hieraus zieht der Roman eine Menge Spannung, ohne die eigentliche Mission der beiden Reisenden überhaupt zu berücksichtigen. Die Entwicklung, die der Leser miterlebt, ist durchweg bodenständig und glaubwürdig. Auch die Nebenfiguren sind ähnlich realistisch ausgefallen. Besonders der alte Werkzeugmacher Zirzo ist mir sehr ans Herz gewachsen und ein gutes Beispiel für die oben erwähnten differenzierten Moral- und Motivationsvorstellungen. In Sachen Figuren führt »Das Arkonadia-Rätsel« die hohe Qualität des Vorgängers also fort.

Stilistisch ist alles beim Alten. Soll heißen auf gewohnt hohem Niveau. Andreas Brandhorst lässt die literarischen Muskeln erneut spielen und erzählt seine Geschichte temporeich und bildlich. Er lässt Arkonadia in einem Handstreich vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Das Buch entwickelt eine Sogwirkung, die dafür sorgt, dass man es nicht aus der Hand legen möchte. Dabei ist die Erzählweise anspruchsvoll, ohne dabei die Zugänglichkeit zu verlieren. Was will man mehr?

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Fazit:

10»Das Arkonadia-Rätsel« ist ein weiterer Beweis dafür, dass man Science Fiction aus Deutschland ernstnehmen muss. Der Roman braucht sich vor der internationalen Konkurrenz keineswegs zu verstecken. Es stimmt vom hohen Spannungsbogen über die tollen, glaubwürdigen Figuren bis hin zur kongenialen Atmosphäre einfach alles. Also: Rein in den Sprawl und schnellstmöglich zum nächsten Buchhändler!

Weitere Bücher aus dem Omniversum:

OMNI (Band 1)

Habt ihr auch ein Faible für Science Fiction? Bevorzugt ihr nationale oder internationale Autoren? Lasst uns doch einen Kommentar da.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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