Geheimakte inkarríAndré Milewski – Geheimakte Inkarrí

Taschenbuch: 388 Seiten
Verlag: Selbstverlag

Max-Falkenburg-Reihe, Band 5

Mehr zum Buch auf der Autorenhomepage

Klappentext:

Lima, 1954:

Auf Einladung eines spanischen Archäologenteams gelangen der amerikanische Archäologe Professor Crichton und seine Studenten um Max Falkenburg nach Peru. Die Spanier sind dort auf der Suche nach der legendären Inka-Stadt Paititi. Aber schon kurz nach ihrer Ankunft in Südamerika werden die Archäologen das Ziel eines Anschlags.
Der Gefahr trotzend, gelingt es den Forschern, einer der vergessenen Legenden der Inka auf die Spur zu kommen: Dem sagenumwobenen Stab des Inkarrí!
Ihre Expedition führt sie bis in die entlegensten Gebiete der Anden, wo der Mythos seinen Ursprung hat. Doch damit unterschreiben sie ihr eigenes Todesurteil. Denn jedes Geheimnis hat seinen Preis …

© André Milewski

Wer mich kennt weiß, dass ich ein Freund klassischer Abenteuer-Geschichten bin. Sei es nun als Film (Indiana Jones), auf dem PC (Baphomets Fluch & Co.) oder eben in Buchform. Leider wird das Genre nicht übermäßig häufig bedient, weswegen mich seinerzeit André Milewskis “Geheimakte Aton” ziemlich geflasht hat. “Geheimakte Inkarrí” ist der fünfte und neuste Band der Reihe und ich war sehr gespannt darauf, wie sich das Wiedersehen mit Max Falkenberg gestalten würde.

Es wird dann recht schnell klar, dass die Geheimakten ihren Wurzeln treu geblieben sind, denn auch die aktuellste Veröffentlichung Milewskis weiß vom Start weg zu gefallen. Das liegt zum einen natürlich daran, dass mit dem Setting in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts angenehme Assoziationen zu dem Herren mit dem Schlapphut und der Peitsche geweckt werden. Einen wesentlich größeren Anteil daran hat aber die Atmosphäre des Romans. “Geheimakte Inkarrí” schafft es ohne Schwierigkeiten, den Leser direkt in den Urwald Perus mitzunehmen und ihn die Reise von Max & Co. direkt miterleben zu lassen. Hier kommt dem Buch natürlich zugute, dass zum Handlungszeitraum an technischen Schnickschnack wie GPS, Handys oder Internet noch nicht zu denken gewesen ist. Das sorgt dafür, dass die Archäologie noch sehr viel abenteuerlicher erscheint, als es heute wohl der Fall wäre. Die historischen Hintergründe sind (ohne viel nachrecherchiert zu haben) für den Leser schlüssig und glaubwürdig, was dann schon das zweite Drittel der Miete ausmacht. Das dritte ist der Spannungsbogen, der angenehm konstruiert ist, sich langsam und stetig steigert und schließlich in ein tempo- wie actionreiches Finale mündet, welches einen stimmigen Schlusspunkt unter die Geschichte setzt. Na ja, fast einen Schlusspunkt. Lest selbst ;-).

Eine gute Geschichte lebt bekanntlich von ihren Figuren, das ist auch im Fall der “Geheimakte Inkarrí” nicht anders. Wobei man natürlich beachten muss, dass die Story durch ihre Nähe zu oben genannten Abenteuer-Flicks in der Wahl der Charaktere vergleichsweise eingeschränkt ist. Man hat den Helden (Max), der im Grunde genommen die Handlung allein zu stemmen hat … halt, falsch gedacht, denn insgesamt setzt Milewski auf ein gut durchdachtes Figuren-Ensemble, welches zu gleichen Teilen ihren Wert für den Fortgang der Geschichte hat. Somit entfällt der klassische Einzelkämpfer, auf den sich alles fokussiert und in der Folge entsteht eine schöne und nachvollziehbare Gruppendynamik, in der sich die Handlungsträger durch ihre charakterlichen Vorzüge/ Schwächen und ihre Fähigkeiten sehr gut ergänzen. Was bleibt ist der Eindruck, dass man es zu keinem Zeitpunkt mit einem Überhelden zu tun hat, sondern schlicht mit ganz normalen Leuten, die in eine ziemlich schräge Situation geraten sind. Das weiß zu gefallen.

Stilistisch gibt es nichts zu meckern. “Geheimakte Inkarrí” ist flott und zugänglich geschrieben und erinnert auf eine angenehme Art und Weise an typische Pulp-Stories. Flutscht gut, driftet aber letztlich zu keinem Zeitpunkt in eine oberflächliche und unmotiviert heruntergeschriebene Richtung ab. Das trägt einen guten Teil zum Unterhaltungswert bei. Dazu hat man den Eindruck, dass sich André Milewski intensiv mit der Geschichte der Inka und der Geografie Perus auseinander gesetzt hat, denn beide Punkte wirken in ihren Beschreibungen authentisch und überzeugend.

Fazit:

8Geheimakte Inkarrí” war für mich der zweite Roman aus der Max-Falkenburg-Reihe und verstärkt den guten Eindruck, den ich bisher hatte, noch weiter. Der Roman ist sehr unterhaltsam und überzeugt mit starken Figuren an allen Fronten, die sich nicht auf das typische “Held – Nebencharakter”-Spielchen beschränken. Die authentischen Beschreibungen und der gut recherchierte Hintergrund tragen neben dem gelungenen Spannungsbogen ihren Teil zum Lesevergnügen bei – welches man übrigens auch ohne Kenntnisse der anderen Romane haben dürfte.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.