OT: A Christmas Horror Story (USA 2015)

Regie: Grant Harvey, Steven Hoban, Brett Sullivan

Darsteller: George Buza, Percy Hynes White, Rob Archer, Jeff Clarke, William Shatner

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 96 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

ADVENT. ADVENT. DIE HÖLLE BRENNT.

Eine blutige Weihnachtsgeschichte von den Machern von Ginger Snaps.

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Liebe, der Freude und des Friedens – EIGENTLICH. Doch nicht in Bailey Downs… Dieses Jahr wird das kleine Städtchen von etwas Bösem heimgesucht. Ein sadistischer Geist der Weihnacht jagt eine kleine Gruppe Teenager durch die Katakomben einer Schule; der dämonische Begleiter des Heiligen Nikolaus durchstreift die Straßen und Wälder; und eine Horde wild gewordener Zombie-Elfen macht selbst vor dem Weihnachtsmann keinen Halt. Eines ist sicher: dieses Jahr gibt es bestimmt keine weiße Weihnacht.

(c) WVG Medien GmbH

Kritik:

Man merkt es meiner Filmauswahl wohl an, ich bin noch immer bei den „etwas anderen Weihnachtsfilmen“. Nun ist es kein Geheimnis, dass jedes Jahr neue Weihnachtskomödien erscheinen. Und natürlich der Quoten-Weihnachtshorror. Und es begab sich aber zu der Zeit (die da 2015 ist), dass der Episodenhorror „A Christmas Horror Story“ erschien.

Es gibt viele Beispiele, dass dieses Format gut funktionieren kann. „Katzenauge“ oder „Trick ‚r Treat“ wären solche Genrevertreter. Es gibt aber auch mehr als genug Beispiele dafür, dass diese Herangehensweise gründlich in die Hose gehen kann. Das hat mir zuletzt „Southbound“ bewiesen. Ich bin also immer etwas vorsichtig, wenn ich an solche Titel herangehe. Nicht zuletzt auch aus dem Grund, dass in vielen Fällen nur vereinzelte Episoden des Gesamtwerks tatsächlich überzeugend sind. So ähnlich verhält es sich auch bei „A Christmas Horror Story„. Es werden diverse Mythen verwurstet, die allerdings nicht alle direkt mit Weihnachten in Verbindung stehen. Wir begegnen zwar wieder einmal dem Krampus und dürfen dem Weihnachtsmann bei der Hatz auf zombifizierte Elfen zuschauen, das Wechselbalg und die Haunted School-Episode sind aber nur durch das winterliche Setting ins Programm gerutscht. Die einzelnen Teile des Films sind sehr lose miteinander verbunden, man findet hier und da kleine Schnittpunkte der Handlungsstränge, ohne dass sich am Ende jedoch ein großes Ganzes ergibt. „A Christmas Horror Story“ arbeitet die einzelnen Geschichten zudem auch nicht am Stück ab, sondern wechselt immer wieder zwischen ihnen hin und her. Dadurch entsteht so mancher Cliffhanger-Moment, was der Spannung natürlich sehr zu Gute kommt. Finale Auflösungen gibt es dann wirklich erst ganz zum Schluss. Gerade bei Episodenfilmen ist es mir persönlich immer wichtig, dass auch die Pointen sitzen. Glücklicherweise tun sie das hier zumeist. Besonders die Weihnachtsmann-Geschichte ist ziemlich böse ausgefallen, auch die Story um den Krampus wusste insgesamt zu gefallen. Die Schul-Episode war dagegen vergleichsweise schwach und das Wechselbalg funktioniert zwar, ist aber nicht gänzlich überzeugend. Was dagegen überzeugt ist die Atmosphäre. Die Geschichten unterscheiden sich hier sehr voneinander, wechseln von abgefahren (Santa-Elfen-Massacre) bis hin zu sehr düster, gruselig und bedrohlich (Dämonen in der Schule). Insgesamt bin ich also in diesem Punkt doch ganz angetan.

Darstellerisch kann man beruhigt grünes Licht geben. William Shatner ist in seiner Rolle als saufender Moderator einer Weihnachts-Radiosendung zwar etwas unterfordert, andererseits ist der Mann mittlerweile ohnehin ein wandelndes Klischee. Dass er also eine Figur aus dem Abziehbilderalbum verkörpert ist dementsprechend nicht sonderlich störend. Die anderen Darsteller machen ihre Sache routiniert bis überzeugend. Auch hier gibt es zwar keine großen Ausbrecher nach oben, allerdings eben auch nicht nach unten. Einzig der junge Orion John weiß durch seine Besessenen-Mimik durchweg zu überzeugen. Für den jüngsten Darsteller im Cast sicherlich eine mehr als akzeptable Leistung. Die Charaktere sind insgesamt wenig hintergründig, was man aber der Erzählweise des Films zuschreiben darf.

A Christmas Horror Story“ weist zudem auch ganz gute Effekte auf. Zwar versuchen die meisten Episoden eher mit übersinnlichen und gruseligen Elementen zu überzeugen, doch hier und da gibt es dennoch so manche Schauwerte. Besonders die Santa vs. Killerelves-Episode ist hierbei ironischerweise besonders deftig ausgefallen und trägt den Geschmadder-Faktor des Films fast im Alleingang. Auch die Masken sind einigermaßen überzeugend, auch wenn der Krampus im direkten Vergleich zu Michael Doughertys Film doch etwas abstinkt. Insgesamt aber solide und zumeist auch ehrliche Handarbeit. Das gibt Sympathiepunkte.

Fazit:

A Christmas Horror Story“ ist insgesamt ein brauchbarer Beitrag zum (Anti-)Weihnachtskino. Die einzelnen Episoden wissen zwar nicht alle vollumfänglich zu überzeugen, zumeist passt die Stimmung aber. Auch der Spannungsbogen bewegt sich über einen Großteil der Laufzeit, auch bedingt durch die häufigen Cliffhanger, auf einem passablen Niveau. Darstellerisch wird niemand überfordert, lediglich Orion John als Wechselbalg ist tatsächlich ein echter Lichtblick im Cast. Kurz gesagt: kann man sich ansehen, besonders wenn man keine Lust auf klassische Weihnachtsunterhaltung hat.

(c) des Bild- und Tonmaterials: e-One/ WVG Medien GmbH

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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