OT: Taken 3

Regie: Olivier Megaton

Darsteller: Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Forest Whitaker

Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 110 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Der ehemalige Top-Agent Bryan Mills (Liam Neeson) steht vor den Trümmern seines Lebens: Er wird fälschlicherweise eines grausamen Mordes beschuldigt, dessen Opfer ihm sehr nahe stand. Während er selbst plötzlich ins Fadenkreuz eines hartnäckigen Polizeiinspektors (Forest Whitaker) gerät, muss Mills einmal mehr seine ganz besonderen Fähigkeiten einsetzen, um den wahren Killer zu finden und ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Denn für ihn gilt es jetzt, das Einzige zu schützen, das für ihn zählt – seine Tochter…

Kritik:

Liam Neeson in Krawallstimmung, das kommt, wie wir spätestens seit dem Überraschungshit „96 Hours“ oder dem Nachfolger „96 Hours – Taken 2“ wissen, immer ganz gut. Während der zweite Teil, zumindest von der Story her, ein ziemlicher Aufguss (wenn auch ein unterhaltsamer) des ersten gewesen ist, liest sich die Geschichte des Trilogie-Abschlusses dann doch etwas anders. Was ja prinzipiell gar nicht mal so schlecht ist.

Grundsätzlich hat sich aber davon abgesehen kaum etwas geändert. Mills ist, wie immer, auf einer wilden Hatz. Das Einzige, was sich für ihn geändert hat, ist die Seite. Der Verfolger wird zum Verfolgten, statt seine Tochter zu retten will er dieses Mal also den Mord an seiner Ex-Frau aufklären und dadurch seine Unschuld beweisen. Das geht natürlich nicht ohne ordentlich Randale im Müttergenesungsheim und so setzt auch „Taken 3“ auf das Prinzip seiner Vorgänger. Eine Menge Action und Tempo, die den Adrenalinspiegel des Zuschauers hoch halten, überdecken die eher mäßig interessante Handlung, die zudem auch noch ziemlich vorhersehbar daher kommt. Zumindest der Twist am Ende ist alles andere als innovativ, das passt aber gut zum mittlerweile auch recht ausgelutschten „Alter Mann auf Rachefeldzug“-Szenario. Aber immerhin ist meine Befürchtung, dass man dieses Mal das Meerschweinchen eines Kumpels von Bryan entführt hat, nicht eingetroffen. Alles andere ist, wie bereits erwähnt, Standardkost, aber zumindest auf einem Niveau, das nicht langweilig wird. Man sollte nicht mit allzu hohen Spannungsspitzen rechnen, auch nicht mit einer Story, die bis ins letzte Detail logisch durchgeplant ist. Dafür gibt es aber wieder einige markige One Liner und eine Menge Krawall. Gut, die Auflösung ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber darüber kann ich in diesem Fall hinweg sehen.

Darstellerisch ist man dem Grundensemble der „Taken„-Filme treu geblieben. Liam Neeson und Maggie Grace geben das gewohnt dynamische Vater-/ Tochter-Gespann ab und sind mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache. Famke Janssen hat (wen wundert’s) nur einen Gastauftritt, gibt aber zumindest eine hübsche Leiche ab. Als Gegenspieler wird dieses Mal natürlich auch nicht auf einen infernalischen Mädchenhändler gesetzt, sondern Mills bekommt es mit einem Cop zu tun, der von Forest Whitaker gespielt wird. Und der meiner Meinung nach der größte Schwachpunkt in Hinsicht auf die Charaktere ist. Zwar gibt auch Whitaker seinen Polizisten durchaus überzeugend, allerdings wirkt es schon leicht seltsam, wenn er die ganze Zeit darauf aus ist, Mills festzusetzen nur um ihn nach diversen Kontakten am Ende des Films darüber in Kenntnis zu setzen, dass er ja nie an seine Schuld geglaubt hätte – und besonders die Begründung, die er dafür bringt, scheint ein bisschen sehr naiv. Das nimmt der Figur in letzter Instanz schon etwas die Glaubwürdigkeit.

Auf Seiten der Effekte gibt es auch viel gewohntes. Liam Neeson ist die gehabt coole Sau, die sich auch im Rentnenalter nicht von Kugeln und Keilereien aufhalten lässt. Die ShootOuts und Kampfszenen sind, ähnlich wie in „Taken 2“ insgesamt zwar langsamer ausgefallen als die Highspeedeinstellungen des ersten Teils, wissen aber immer noch durchaus zu gefallen (schließlich wird Mills ja auch nicht jünger und schneller). Insgesamt liegt der Fokus auch auf dieser Art von Action, wobei natürlich auch Verfolgungsjagden und diverse (immerhin gut aussehende) Explosionen nicht fehlen dürfen. Dennoch kann man sagen, dass die Effektseite nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt wird, man bekommt es also nicht alle 20 Sekunden mit Hollywood-Bombast zu tun. Das ist, wie auch etwas etwas gemächlichere Tempo, durchaus angenehm.

Fazit:

Taken 3“ wird vielerorts als der schwächste Teil der Reihe dargestellt, was ich so nicht zwangsläufig unterschreiben würde. Natürlich fehlt ihm, im direkten Vergleich zu „96 Hours„, etwas der Drive und nicht zuletzt auch die Überraschung darüber, dass Oskar Schindler auf seine alten Tage noch zum Haudrauf mutiert. Insgesamt liegt aber die Action und der Unterhaltungswert doch auf dem Niveau des zweiten Teils, welcher mir ja (anders als so manchem Kollegen) auch schon recht gut gefallen hat. Wer daran ebenfalls seinen Spaß hatte, sollte auch ruhig einen Blick auf den letzten Teil der Trilogie werfen.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Universum Film

Das denken die anderen:

Medienjournal: 7/10 Punkten
Filmherum: 3/5 Sternen
Myofb: 8/10 Punkten
Cellurizon: 3,5/10 Punkten
Die Nacht der lebenden Texte

Hat der Titel euer Interesse geweckt? Dann könnt ihr ihn hier bei Amazon bestellen:

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

Letzte Artikel von Sebastian (Alle anzeigen)