OT: 300: Rise of an Empire (USA 2014)

Regie: Noam Murro

Darsteller: Sullivan Stapleton, Eva Green, Lena Headey, Hans Matheson

Freigabe: FSK18
Laufzeit: 99 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Die Verfilmung von Frank Millers neuestem Comicroman „Xerxes“ wird mit derselben atemberaubenden Optik erzählt wie der Blockbuster „300“: Dieses neue Kapitel des Epos führt uns auf ein weiteres Schlachtfeld – das Meer: Der griechische General Themistokles versucht ganz Griechenland zu vereinen, indem er einen Angriff wagt, der in diesem Krieg die Wende bringen wird.

In „300: Rise of an Empire“ trifft Themistokles auf das gewaltige persische Invasionsheer unter der Führung des zum Gott erhobenen Xerxes und der rachsüchtigen Flottenkommandeurin Artemisia.

© Warner Bros.

Kritik:

Man sieht es schon in der Inhaltszusammenfassung, das Script von “300: Rise of an Empire” ist bemüht darum, der Geschichte möglichst viel Zündstoff zu geben. Sicher, man muss wohl auch direkt Dampf machen, denn das Original “300″ hat wohl in Sachen Guts, Gore & Special Style ziemlich vorgelegt. Kann das Sequel (welches eigentlich eher eine Parallel-Geschichte ist) da dann mithalten?

Eines kann man gleich vom Start weg ganz offen sagen: “Rise of an Empire” wandelt sehr deutlich in den Fußspuren des Vorgängers und weicht dementsprechend auch nicht sehr weit von dessen Erfolgsrezept ab. Das bedeutet in erster Linie, dass man es mit einem actiongeladenen, testosteronversprühenden Vorzeigefilm für ganze Kerle zu tun bekommt. Dem Zuschauer werden im Gemetzel nur wenige Verschnaufpausen gegönnt, bevor das Tempo direkt wieder anzieht und man direkt die nächste Schlacht vorgesetzt bekommt. Das ist allerdings auch ganz gut so, denn anderenfalls wäre nur zu offensichtlich, dass die Geschichte hinter diesem Film fast noch dünner ist als beim Vorgänger. Sicherlich, auch hier zieht man historische Schlachten heran, diese werden aber noch freizügiger interpretiert und bieten nicht viel mehr als ein ziemlich klappriges Storygerüst, um von Massaker zu Massaker springen zu können. Klassische Spannung gibt es dementsprechend auch eher wenig, was aber hinsichtlich der Geschwindigkeit nicht so gravierend ins Gewicht fällt.

Die Darsteller machen ihre Sache dabei routiniert und überzeugend, allerdings fehlt besonders Hauptakteur Sullivan Stapleton schon zu einem gewissen Teil die Ausstrahlung, die Gerard Butler bei seiner Darstellung des König Leonidas im 2006er Original an den Tag legte. Er bleibt vergleichsweise blass, muss sich fieserweise diesen Vergleich aber dennoch gefallen lassen, da er nun einmal das Zugpferd von “Rise of an Empire” ist. Ihm an die Seite gestellt wurde Eva Green, die tatsächlich auch unglaublich böse und hintertrieben rüber kommt und dabei einen wunderbaren Psychopathen-Gesichtsausdruck an den Tag legt – und das tatsächlich den ganzen Film über. Alle anderen Charaktere kann man an dieser Stelle getrost übergehen, denn letztlich sind sie nur für eines gut: Backenfutter kassieren.

Wem die Optik von “300″ gefallen hat, der wird sich auch schnell bei “Rise of an Empire” zurecht finden, denn alles in allem übernimmt Regisseur Noam Murro das Erfolgsrezept Zack Snyders fast 1:1. Das bedeutet nichts anderes als toll animierte Kullissen in Verbindung mit einer Optik, die sich wohl am ehesten irgendwo zwischen Videospiel und Comic ansiedeln lässt. Man merkt den Effekten deutlich an, dass sie größtenteils CGIs sind, anders als bei vielen anderen Filmen hat das hier jedoch keinen störenden Effekt, sondern fügt sich gut in das Gesamtbild, welches der Titel hinterlässt, ein. Die Schlachten selbst werden quasi von Mal zu Mal härter und brutaler, man setzt hier noch einmal einen auf die (ebenfalls schon ziemlich derb ausgefallenen) Sequenzen des Vorgängers drauf. Abgetrennte Gliedmaßen, zerschmetterte Schädel und so weiter und so fort… die Freigabe ab 18 Jahren ist trotz aller Überzeichnung der Gewalt schon gerechtfertigt, auch wenn man dabei sicherlich nicht unerwähnt lassen sollte, dass die Sex-Szene zwischen Thermistokles und Artemisa sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen haben dürfte. Eigentlich wäre sie nämlich überhaupt nicht nötig gewesen, sondern diente  wohl in erster Instanz dazu, dem Geschmadder noch einen Tittenfaktor beizumischen. Aber zumindest weiß der geneigte Zuschauer nun, dass unser Athener härter kämpft als er fickt. Unnötiges Wissen, aber was soll’s schon.

Fazit:

300: Rise of an Empire” richtet sich ganz gezielt an die Freunde des ersten Teils. Wer die Optik in Verbindung mit schwacher Story und heftigen Schlachtsequenzen dort schon zu schätzen wusste, der wird auch hier nicht enttäuscht sein. Der Gewaltgrad ist noch einmal etwas angehoben worden, was aber nicht darüber hinweg täuschen kann, dass der 2006er-Film der bessere ist. Im direkten Vergleich sind die Darsteller und Figuren hier blasser und die Gewaltdarstellung nutzt sich ab einem gewissen Zeitpunkt als Eyecatcher eben auch ab. Trotzdem: unterhaltsames Testosteron-Kino mit toller Optik. Für einen Herrenabend wohl gut geeignet.

© des Bild- und Tonmaterials: Warner Bros.

Habt ihr den Film gesehen? Wie ist eure Meinung? Lasst uns doch einen Kommentar da.

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.

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