election yearOT: The Purge: Election Year (USA 2016)

Regie: James DeMonaco

Darsteller: Frank Grillo, Elizabeth Mitchell, Mykelti Williamson, Joseph Julian Soria

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 105 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

In der Purge-Nacht herrscht alljährlich zwölf Stunden lang absolute Gesetzlosigkeit.

Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell) setzt sich für die Abschaffung dieses blutigen Gesetzes ein und spaltet die Nation damit in Befürworter und Gegner der brutalen Tradition.

In diesem Jahr fällt das Ritual auf den Abend vor der Präsidentschaftswahl. Sicherheitschef Leo Barnes (Frank Grillo), der sich vor zwei Jahren gegen einen blutigen Racheakt in der Purge-Nacht entschieden hatte, ist für die Sicherheit der Senatorin verantwortlich.

Als die Nacht der puren Anarchie beginnt, werden Roan und Barnes durch einen hinterhältigen Verrat auf die Straße getrieben.

Vollkommen auf sich allein gestellt, kämpfen sie darum, bis zum Morgengrauen zu überleben …

© Universal Pictures

Kritik:

Zu den „Purge“-Filmen habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis. Während der zweite Teil durchaus unterhaltsam war, ist mir der erste trotz guter Ansätze ziemlich schnell auf die Nerven gegangen. Das lag in erster Linie an den schwachen und nervtötenden Darstellern. Mit „The Purge: Election Year“ hat nun also der dritte Teil der Reihe seine Heimkino-VÖ erfahren. Und natürlich habe ich es auf einen Versuch ankommen lassen.

Glücklicherweise macht „Election Year“ da weiter, wo der „Anarchy“ aufgehört hat. Oder besser gesagt: Er bedient sich im Grunde genommen des exakt gleichen Prinzips. Mit James Demonaco hat der Schöpfer der Reihe, welcher auch bereits für die ersten beiden Drehbücher und auch die Regie verantwortlich gewesen ist, wieder in allen wesentlichen Punkten selbst Hand angelegt. Das garantiert auf der einen Seite natürlich ein ähnlich unterhaltsames Gesamtbild, auf der anderen wird dem Film dadurch jedoch auch viel Spannung genommen. Daran ändern auch die beiden zunächst parallel ablaufenden Handlungsstränge nichts. Sie erzählen zwar zunächst eigenständige Geschichten, jedoch ist Kennern des zweiten Teils schnell klar, dass diese sich früher oder später treffen und dann gemeinsam weiter verlaufen werden. Diese Vorhersehbarkeit beschränkt sich dabei nicht nur auf das Storytelling selbst, sondern auch auf die Ereignisse in der Geschichte. Das ist etwas schade, denn so kommt man sich an vielen Stellen wie in einer 1:1 Kopie mit einem anderen Cast vor. Die Atmosphäre hingegen stimmt wieder. Der Film setzt wieder auf eine große Hetzjagd in der Stadt (okay, auch das Prinzip ist spätestens seit „Running Man“ nicht mehr neu), welche auch schön düster und temporeich inszeniert ist. Damit folgt „Election Year“ dem direkten Vorgänger auf dem Fuß.

Was das Cast angeht, bewegt sich ebenfalls alles im grünen Bereich. Kenner der Reihe werden Frank Grillo wiedererkennen. Er mag kein ausgemachter Sympath sein, das passt aber in diesem Fall ausgesprochen gut zu seiner Rolle, die eine konsequente Weiterentwicklung der Figur Leo Barns (ja, er hat jetzt sogar einen Namen) ist. Diese passt gut in den Kontext der Reihe und zu den Ereignissen des zweiten Teils. Mit Edwin Hodge ist ein weiterer Veteran der Reihe dabei, der auch hier wieder in seine Rolle als Dante Bishop schlüpft. Auch hier kann, einhergehend mit mehr Screentime, eine Weiterentwicklung der Figur festgestellt werden. Die Neuzugänge in der Darstellerriege machen ihre Sache ebenfalls recht überzeugend. Allerdings muss man hier feststellen, dass die Figuren als solche dann wieder in das Copycat-Prinzip verfallen, welches „Election Year“ gegenüber dem Vorgänger an den Tag legt. Soll heißen: Im Endeffekt hat man diese Charaktere schon in „Anarchy“ gesehen, wenn auch die Motivationen etwas anders und die Besetzung unterschiedlich gewesen sind.

Auch auf Seiten der Effekte setzt Demonaco auf viel Bekanntes. Der Thrill des Films wird in erster Linie durch action- und temporeiche Verfolgungsjagden erzeugt. Es gibt eine Menge Schießereien, hier und da fliegt mal etwas (recht ansehnlich) in die Luft. Die meisten Special Effects wissen zu gefallen, auch wenn teilweise doch deutlich wird, dass sie aus dem Computer kommen. Ganz besonders fällt das bei einigen Schussverletzungen und den damit verbundenen Blutwolken auf. Die wirken mitunter doch sehr animiert, was das eigentlich recht positive Gesamtbild zumindest leicht stört. Alles in allem würde ich mich über die optische Umsetzung der Effekte aber nicht beschweren wollen, denn „Election Year“ ist in dieser Hinsicht durchaus ansehnlich.

Fazit:

7The Purge: Election Year“ ist im Endeffekt nichts anderes als eine Kopie des zweiten Teils. Wer „Anarchy“ gesehen hat, weiß schon recht genau, was ihn erwartet. Das ist auf der einen Seite natürlich schon ziemlich schade, denn etwas mehr Überraschungen hätten dem Film schon gut getan. Auf der anderen Seite sorgt es aber auch dafür, dass man sich ohne große Probleme an den dritten Teil der Reihe heranwagen kann, wenn man den zweiten ebenfalls mochte. Die Trademarks sind grundsätzlich die Gleichen und mit Frank Grillo und Edwin Hodge bekommt man zudem zwei bekannte Gesichter präsentiert, auch wenn die Figuren sich teilweise deutlich weiterentwickelt haben (immerhin was).

Weitere Filme aus der Reihe auf Stuffed Shelves:

The Purge
The Purge: Anarchy

© des Bild- und Tonmaterials: Universal Pictures

Das denken die Anderen:

Die Nacht der lebenden Texte

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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