the purgeOT: The Purge (USA 2013)

Regie: James DeMonaco

Darsteller: Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder, Adelaide Kane

Freigabe: FSK 16
Laufzeit: 82 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Die Kriminalität im zukunftsnahen Amerika lässt sich nicht mehr eindämmen und die Gefängnisse sind gnadenlos überfüllt. Um die Lage in den Griff zu bekommen, steht der alljährliche Purge-Day kurz bevor: In der zwölfstündigen Generalamnestie bleiben alle illegalen Aktivitäten straffrei – Mord eingeschlossen. Um der ausbrechenden Anarchie zu entfliehen, verbarrikadiert sich Familie Sandine (Ethan Hawke, Lena Headey) in den eigenen vier Wänden. Alles scheint sicher zu sein, bis plötzlich ein Fremder Unterschlupf in ihrem Haus findet. Die Situation gerät außer Kontrolle und eine Kettenreaktion schrecklicher Ereignisse wird das Leben der Familie für immer verändern…

Kritik:

Na wenn das mal nicht nach einem interessanten Film klingt! Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das erste Mal etwas von “The Purge” gehört habe. Sicherlich, man kennt das Szenario, aber das hat ja nicht unbedingt etwas schlechtes zu bedeuten. Schließlich kommt es unter dem Strich immer darauf an, wie es umgesetzt wird.

thepurge1Leider muss man jedoch schon zu Beginn sagen, dass James DeMonacos Beitrag zum Genre nicht unbedingt zu den gutklassigen gehört. Die Idee eines landesweiten “Tag des Terrors” hätte viele Möglichkeiten offen gehalten, doch wird dieses Potential hier nicht einmal im Ansatz ausgeschöpft. Die Geschichte beschränkt sich tatsächlich komplett auf das Haus der Familie Sandine und schränkt sich dadurch selbst sehr ein. Das gezeigte hat man tatsächlich in vielen Filmen ähnlicher Machart schon einmal ganz genau so präsentiert bekommen. Echte Spannung kommt nur sehr bedingt auf, da “The Purge” annäherend über seine gesamte Laufzeit vorhersehbar ist. Auch den konstruierten “Twist” (in Ermangelung eines passenderen Ausdrucks verwende ich diesen für die absolut nicht überraschenden Ereignisse) am Ende konnte man quasi schon von Beginn an kommen sehen. Überraschungsfaktor also gleich Null. Atmosphärisch hat der Film durch die räumliche Einschränkung ebenfalls viele Möglichkeiten verschenkt. Zwar kommt von Zeit zu Zeit schon ein bisschen Survival-Feeling auf, aber auch hier macht die Vorhersehbarkeit des Titels den durchaus vorhandenen Ansätzen wieder ganz schnell einen Strich durch die Rechnung. Und ganz ehrlich: gruselig ist “The Purge” eigentlich nur dann, wenn der Psycho-Sohn der Familie mit seinem seltsamen ferngesteuerten Überwachungsfahrzeug durchs Bild zuckelt. Auch verschenkt DeMonaco die sozialkritische Note, die sein Film hätte haben können komplett, indem er die Ereignisse der Purge-Nacht vollends unkommentiert und unreflektiert lässt.

thepurge2Auch auf der darstellerischen Seite kann man leider nicht viel rühmliches berichten. Die Schauspieler mögen zwar alle routiniert bei der Sache sein, doch viel mehr kommt leider nicht dabei herum. Zwar sticht Rhys Wakefield mit seinem offensichtlichen Overacting als Anführer der Purge-Gang aus dem übrigen Ensemble heraus und gibt einen durchaus gelungenen Bösewicht ab, danach kommt aber leider lange Zeit nichts wirklich berichtenswertes. Die Hauptfiguren waren durch die Bank unsympathisch und oftmals in ihren Handlungen auch unglaubwürdig (so sei zum Beispiel der kleine Nebenplot um den neuen Freund der Tochter und dessen spezielle Art der “Brautwerbung” genannt), ein weiterer Grund weswegen man einfach nicht wirklich mitfiebern konnte. Alles in allem also auch an dieser Stelle: Potential vorhanden, aber gnadenlos verschenkt.

the purgeEffektmäßig hat “The Purge” auch nicht viel zu bieten. Okay, das ist an sich nichts schlimmes, denn eigentlich sollte ein Horrorthriller in erster Linie auf den Thrill setzen. Das Thema hatten wir allerdings oben schon – und wie mir scheint, ist sich auch DeMonaco irgendwann der Tatsache bewusst geworden, dass sein Werk nicht mit der Spannungsebene wird überzeugen können und so hat er im letzten Drittel auch die eine oder andere Actionsequenz eingebaut. Die allerdings auch eher mau ausgefallen sind. Bemühte Brutalitäten können eben 60 Minuten Spannungsarmut doch nicht immer in die richtige Bahn leiten – vor allem dann nicht, wenn sie hinsichtlich der bis dahin eher auf (den nicht vorhandenen) Thrill ausgelegten Geschichte schon irgendwie deplatziert wirken.

Fazit:

4“The Purge” mag zwar kein kompletter Rohrkrepierer sein, ist aber auch nicht weit davon entfernt. Die Darsteller wirken bemüht bis gelangweilt, jedoch nicht überzeugend. Die Geschichte ist insgesamt eher spannungsarm ausgefallen und vorhersehbar gestaltet worden. Man verschenkt jegliche Möglichkeit, aus der an sich sehr interessanten Storyline mehr heraus zu holen. Das es deutlich besser geht, sieht man unter anderem bei Titeln wie “The Strangers“, “Funny Games” oder auch “Killers” von Mike Mendez, die alle ihre eigenen Stärken und eine eigene Handschrift haben – und die ich “The Purge” jederzeit vorziehen würde.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Universal Pictures

Das denken die anderen:

Cellurizon
: 4/10 Punkten

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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