green infernoOT: The Green Inferno (USA 2013)

Regie: Eli Roth

Darsteller: Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara, Kirby Bliss Blanton

Laufzeit: 97 Minuten
Freigabe: FSK18

Inhaltszusammenfassung:

Nach einem Flugzeugabsturz muss sich eine Gruppe Studenten und Öko-Aktivisten allein durch den peruanischen Dschungel schlagen. Der Überlebenskampf in der exotischen Umgebung wird zusätzlich auf die Probe gestellt, als die Gruppe auf einen einheimischen Indio-Stamm trifft, der ganz und gar nicht begeistert von der Anwesenheit der Eindringlinge ist. Zu spät stellen diese fest, dass es sich bei dem Stamm um Kannibalen handelt…

Kritik:

Dass Eli Roth eine Schwäche für harte Stoffe hat, weiß man bereits seit seinem Torture Porn-Flick „Hostel„. Sein Film „The Green Inferno“ ist nun also eine Verneigung vor den Kannibalen-Filmen der 70er und 80er Jahre, die nicht nur durch ihre gestellte Brutalität, sondern oftmals auch durch Tiersnuff-Einlagen (das Töten von echten Tieren zu Showzwecken) zu Recht sehr in die Kritik geraten sind. Zumindest das macht Roth auf jeden Fall besser.

green infernoDamit hört es dann aber auch fast schon wieder auf. „The Green Inferno“ übernimmt viele Motive der alten Vorlagen und lässt dabei auch ein sehr wesentliches nicht aus: die Geschichte ist einfach stumpf und grottenlangweilig erzählt. Die ersten 45 Minuten des Films bieten eine aufgesetzt wirkende (da nicht wirklich zum tragen kommende) Studentenprotest-Geschichte, die seicht und langweilig vor sich hinplätschert und mehr als einmal dafür sorgte, dass der genervte Blick gen Uhr und ja, auch der gelangweilte Griff zu Fernbedienung, folgte. Leider geht der Spannungsbogen auch nach der Begegnung mit den Kannibalen nicht nennenswert in die Höhe, zu eng bewegt sich Roth an den Vorbildern, zu wenig passiert – und das was geschieht bleibt jederzeit vorhersehbar. Der Showdown kann eigentlich nicht als solcher bezeichnet werden, denn letztlich ist auch er nur nichtssagend und öde. Zumindest stimmt die Atmosphäre des Films aber. Das grüne Inferno ist tatsächlich ein solches, umgesetzt vor tollen Kulissen. Wenn schon der Rest nicht stimmt, dann zumindest eben das.

green infernoAuch die Darsteller sind nicht unbedingt das grüne (vorsicht, Flachwitz) vom Ei. Ja, die meisten von ihnen sind zumindest überzeugend, viel mehr sollte man allerdings auch nicht erwarten. Eli Roth setzt bei „The Green Inferno“ auf teils aus seinen bisherigen Werken bekannte Schauspieler wie zum Beispiel Hauptdarstellerin Lorenza Izzo, die zwar nett anzusehen ist, davon ab aber nichts nennenswertes beiträgt. Zu zurückhaltend in den Emotionen, zu blass und oberflächlich die Figur. Das Muster zieht sich über einen Großteil des Casts, sodass man am Ende zwar passable Leistungen präsentiert bekommt, die Charaktere aber bei mir mit einer Ausnahme tatsächlich null Empathie erzeugen konnten. Sie waren mir schlicht und einfach egal.

green infernoZumindest auf der Effektseite konnte „The Green Inferno“ aber überzeugen. Roth zielt zwar nicht annäherend  auf den Gewaltgrad der alten Filme ab, bietet aber dennoch einiges an Schauwerten, die dabei auch gut umgesetzt sind. Man verzichtet zwar auf die klassischen Ausweidungen, auch die „Fress-Szenen“ sind vergleichsweise harmlos, dafür kommt Roth aber mit der einen oder anderen fiesen Idee (zum Beispiel zur Feststellung der Jungfräulichkeit) um die Ecke. Keine Sorge, Vergewaltigungen gibt’s genau so wenig wie Tiersnuff. Aber das erwähnte ich ja bereits.

 

Fazit:

3The Green Inferno“ konnte mich nur äußerst bedingt überzeugen. Eli Roth verwurstet in seinem Kannibalenschinken vorwiegend bekannte Motive, ohne dem Genre tatsächlich frische Luft zuzufächeln. Ein Spannungsbogen ist quasi nicht existent, die Figuren sind ebenfalls langweilig und ohne echte Identifikationspunkte. Dadurch sinkt die Motivation, nicht vorzeitig abzubrechen, schon rapide. Einzig die tollen Kulissen und die handwerklich nett umgesetzten Effekte retten den Film am Ende dann doch noch. Aber nur ein bisschen.

© des Bild- und Tonmaterials: Constantin Film

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Sebastian

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Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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