stirb langsamOT: Die Hard (USA 1988)

Regie: John McTiernan

Darsteller: Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Reginald Vel Johnson

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 127 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Heiligabend in Los Angeles. Eine Gruppe schwerbewaffneter Männer stürmt ein Bürohochhaus. Die Gangster wollen 624 Mio. Dollar erbeuten, die als Wertpapiere in einem computergesicherten Safe lagern. Eine Partygesellschaft, die im obersten Stock feiert nehmen sie als Geiseln. Nur der New Yorker Polizist McClane kann entkommen. Doch alle Ausgänge sind blockiert und die Telefonverbindungen unterbrochen. Dann wird kaltblütig eine Geisel erschossen: McClane begreift, dass nur er eine Chance hat. Völlig auf sich selbst gestellt nimmt er den bedingungslosen Kampf auf…

© 20th Century Fox

Kritik:

Es gibt diese Filme, die einfach zu bestimmten Anlässen Tradition haben – auch wenn jeder Filmfreund diese Traditionen natürlich immer für sich persönlich anders auslegt. „Stirb langsam“ ist eine dieser Traditionen bei mir. Es ist Heiligabend und Weihnachten ist erst dann da, wenn Jack Gruber (im englischen Original heißt er übrigens Hans Gruber) vom Nakatomi Plaza gefallen ist.

stirb langsamOkay, ich weiß nicht, ob der Spoiler-Tag in diesem Fall nötig wäre, denn ich gehe eigentlich davon aus, dass die meisten unserer Stammleser „Stirb langsam“ schon mindestens ein Mal gesehen haben (außerdem hat er mir das Blogdesign zerschossen…). Tatsächlich bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass der Film bei vielen von euch genauso Tradition hat wie bei mir. Viele Worte zu verlieren ist also vermutlich nicht nötig, aber es ist mir doch irgendwie ein Anliegen, ihn mit im Archiv zu haben. Die Geschichte selbst ist recht typisch für die 80er Jahre. Diese Lone Wolf-Rambo-Nummer zieht sich durch die Actiongeschichte dieser Dekade wie kaum ein zweites Thema. „Stirb langsam“ fährt dieses Schema auf, allerdings ist es die Umsetzung John McTiernans, die den Titel zu einem essenziellen Bestandteil des Genres macht. Zwar weiß man eigentlich ganz genau, was passieren und wie der Film enden wird, aber das ist fast schon nebensächlich. Bei der Erstsichtung ist der Film trotzdem noch sehr spannend, der eigentlich Antreiber ist aber die fulminant umgesetzte Action und der durchgehend hohe Adrenalinspiegel. Sicher, wirkliche Neuerungen bot der Film schon bei seinem Erscheinen nicht, aber die gelungene Atmosphäre auf dem beengten Setting von wenigen Etagen eines Wolkenkratzers funktioniert sehr gut und bietet sich nach wie vor für die Hetzjagd auf McClane an.

stirb langsamDarstellerisch muss man heutzutage auch nicht mehr viele Worte verlieren. John McClane ist wohl noch immer die Paraderolle schlechthin für Bruce Willis. Wenn man bedenkt, dass er weit entfernt davon ist, die erste Wahl gewesen zu sein (er stand erst hinter Schwarzenegger, Mel Gibson, Burt Reynolds, Harrison Ford und Richard Gere) kann man sich heute eigentlich niemand anderen mehr in der Rolle der Kodderschnauze vorstellen. Mit Jack Gruber hat man ihm einen würdigen Gegenspieler zugeteilt, der ausgezeichnet vom leider in diesem Jahr verstorbenen Alan Rickman verkörpert wurde. Gruber hat einfach alles, was einen guten Filmbösewicht ausmacht. Charisma, eine psychotische Ader und zielgerichtete Bösartigkeit. Perfekt. Reginald Vel Johnson gibt McClanes Sidekick Al Powell ebenfalls überzeugend und mit offensichtlichem Spaß an der Sache. Eine runde Sache also.

stirb langsamAuch die Umsetzung wusste bereits bei der Erstsichtung zu gefallen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch hier lassen sich die ausklingenden 80er absolut nicht verleugnen. Die Kamera hält drauf, wenn es blutig wird, es gibt große Explosionen (wenn auch in vergleichsweise bescheidener Anzahl) und jeder gefällte Terrorist wird mit einem markigen Oneliner kommentiert. „Stirb langsam“ ist also in dieser Hinsicht absolut ein Kind seiner Zeit. Nervige, billige und schlecht aussehende CGIs gab es damals nicht wenn ein Film etwas auf sich hielt, also wird gute, alte Handarbeit präsentiert. Deswegen wissen die Effekte auch zu überzeugen und machen einfach Spaß. Die Handschrift McTiernans, der als Regisseur auch für weitere Actionkracher wie „Predator“ verantwortlich zeichnete, ist deutlich und wie zumeist gelungen.

Fazit:

10Stirb langsam“ hat bei mir an Weihnachten Tradition wie kaum ein anderer Film. Obwohl der Titel mittlerweile fast 30 Jahre alt ist, kann ich ihn mir immer wieder ansehen, ohne dass sich die gelungene Action, die markigen Sprüche und der endcoole Hauptcharakter abnutzen würden. Dazu gibt es einen Fiesmöp wie er im Buche steht und eine klasse Atmosphäre. Insgesamt also einer meiner absoluten Lieblingsfilme – und der wird mit Sicherheit auch nächstes Jahr wieder über die Mattscheibe flimmern. In diesem Sinne: Yippie-kah-yeah, motherfucker und allen Lesern ein friedliches Rest-Weihnachtsfest.

© des Bild- und Tonmaterials: 20th Century Fox

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Die Nacht der lebenden Texte

Sebastian

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Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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