der buickOT: From A Buick 8

Taschenbuch: 495 Seiten
Verlag: Heyne Verlag

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Klappentext:

Eines Morgens taucht an einer Tankstelle ein alter Buick auf. Der geheimnisvolle Fahrer verschwindet, und schließlich zeigt es sich, dass der Straßenkreuzer genauso wenig ein Buick ist wie der schwarzgekleidete Fahrer ein Mensch. Der Wagen entwickelt ein ungewöhnliches Eigenleben …

Kritik:

Wenn man dieses Buch in die Hand nimmt, kommt natürlich unmittelbar die Erinnerung an Kings Roman „Christine“ hoch, der – zumindest dem Klappentext nach – doch sehr ähnlich gestrickt wirkt. Dieses Buch ist bekannt, wurde von John Carpenter sehr gut verfilmt, was also genau will uns der Autor mit „Der Buick“ nun sagen? Und vor allem: ist es nur eine Kopie des anderen Buches? Eine Fortsetzung? Oder gar ein Remake?

Glücklicherweise, so viel sei verraten, nichts von alledem. King geht mit diesem Buch eine gänzlich andere Richtung, als es der Kenner seiner Werke auf Grund des Klappentextes vermuten mag. „Der Buick“ hat überhaupt nichts mit „Christine“ zu tun, sondern kann ruhigen Gewissens als ein eigenständiges Werk angesehen werden. Viele Gemeinsamkeiten gibt es also nicht, sowohl was die Atmosphäre, als auch den Spannungsaufbau angeht. Ich kann nicht einmal genau sagen, mit was für einer Art Buch man es hier zu tun hat. Angesiedelt zwischen Horror, Thriller, Drama und Coming of age-Roman ist „Der Buick“ weder Fleisch noch Fisch. Zwar gelingt es King gewohnt gut, die Atmosphäre seiner Schauplätze einzufangen, aber durch die fehlende Richtung fällt es schwer, sich gänzlich auf das Buch einzulassen. Klassischen Spannungsaufbau findet man auch nur selten, prinzipiell kann man sagen, dass man es mit einer Art Episodengeschichte zu tun hat. Einer, die leider einige Längen hat, wodurch sich die Geschichte mitunter sehr zieht. Ich denke, dass 100 Seiten weniger ihren Zweck bald besser erfüllt hätten.

Die Figuren sind schon seit langem Kings Stärke und ähnlich ist es auch hier. Zwar kann „Der Buick“ nicht mit seinen ganz aktuellen Werken mithalten, aber was man über seine Akteure erfährt, ist ausreichend, um sie „gut kennenzulernen“. Was aber leider nichts an der Tatsache ändert, dass sie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können. Wenn man mich also heute, gerade mal eine Woche, nachdem ich das Buch wieder ins Regal gestellt habe, danach fragen würde, wie drei der Figuren mit vollem Namen heißen, könnte ich keine adäquate Antwort geben. Das ist ein bisschen schade, denn gerade etwas erinnerungswürdigere Charaktere hätten den Roman sicherlich ein gutes Stück aufwerten können.

Stilistisch ist „Der Buick“ eines dieser Bücher aus Kings „Zwischenphase“, wie ich es gerne nenne. Über die Jahre hat er sich immer mehr von einem reinen Horrorschriftsteller zu einem Autoren mit einer ganzen Latte von Qualitäten gemausert. In den Umbruch zwischen diesen beiden Episoden seines Schaffens fällt dieses Buch, man erkennt deutlich eine Weiterentwicklung in seinem Können, die Perfektion, die er heute erreicht hat, fehlt allerdings noch. Das sorgt natürlich ein bisschen dafür, dass man sich manchmal fragt, was genau er mit diesem Roman nun eigentlich erreichen wollte, denn letztlich fehlt den Charakteren die Tiefe, für die er so bekannt ist, auf der anderen Seite fehlt aber auch der steile Spannungsbogen, der seine älteren Werke ausgezeichnet hat. Gut geschrieben ist der Roman, keine Frage. Aber eben nichts besonderes.

Fazit:

5Der Buick“ ist für mich eines von Kings schwächsten Werken. Der Story selbst fehlt die Spannung und eine durchgehend gute Atmosphäre, die Figuren erfüllen zwar ihren Zweck, sind aber alles in allem nicht sonderlich bemerkenswert oder gar erinnerungswürdig. In ein Genre lässt sich das Buch auch nicht wirklich einordnen.  Für Fans sicherlich dennoch ein lesenswertes Buch, allerdings keines, welches man anderenfalls unbedingt gelesen haben müsste.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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