Sin City 2OT: Sin City: A Dame to Kill For

Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez

Darsteller: Bruce Willis, Mickey Rourke, Josh Brolin, Eva Green, Jessica Alba

Freigabe: FSK 18
Laufzeit: 98 Min.

Inhaltszusammenfassung:

Sin City. Der Name ist Programm. In dieser Stadt regieren die Kriminellen, die Gewalt, die Drogen, die Sünde. Da ist zum Beispiel Marv, der nach einer durchzechten Nacht versucht, sich die Autowracks und übel zugerichteten Leichen um ihn herum zu erklären. Was nur noch mehr Tote nach sich zieht. Etwa zur gleichen Zeit nimmt der Spieler Johnny dem brandgefährlichen und hochkorrupten Senator Roark eine Menge Kohle beim Poker ab. Und ist sich durchaus bewusst, dass das gefährliche Konsequenzen haben kann. Privatdetektiv Dwight hat ganz andere Probleme. Seine gefährliche Vergangenheit glaubt er hinter sich gelassen zu haben, bis Ava wieder in sein Leben tritt. Er verfällt ihr. Wieder. Und ist bereit für sie zu töten. Und dann ist da noch Nancy, die der Selbstmord ihres Retters John Hartigan langsam aber sicher in den Wahnsinn – und in einen blutigen Rachefeldzug – treibt. Und immer mit dabei: der gute, alte Marv.

Kritik:

Ich muss gestehen, dass es recht lange her ist, dass ich den ersten Sin City gesehen habe. Dementsprechend war, abgesehen von der sehr außergewöhnlichen Optik, auch nicht mehr so viel im Gedächtnis, die Erwartungshaltung relativ gering. Was wahrscheinlich auch recht gut war, denn leider konnte mich “A Dame to Kill for” nicht vollends überzeugen.
Sin City 2Gleich vorweg muss man jedoch sagen, dass das sicherlich nicht an der unvergleichlichen Sin City-Atmosphäre gelegen hat, die auch hier wieder voll durchschlägt. Ich bin kein Comicleser, kenne also die Vorlage nicht, kann aber mit gutem Gewissen sagen, dass beide Titel eine sehr spezielle, sehr geile Optik haben, die auch wie aus einem Guss wirkt. Der nur sehr partielle Einsatz von Farbe wirkt verdammt gut und lässt die düstere Welt von Schöpfer Frank Miller noch brutaler und heftiger erscheinen. Der Spannungsbogen hingegen ist nicht zu jeder Zeit auf diesem Niveau, sondern leistet sich hier und da den einen oder anderen Einbruch. Zwar greift das Regieduo Rodriguez/ Miller wieder auf den schon aus dem Vorgänger bekannten Kniff, die Geschichten nicht chronologisch, sondern gut verquirlt zu erzählen, zurück, was jedoch leider kein Garant für konstante Spannung ist. Besonders die Episode um Stripperin Nancy ist ein ziemlicher Tiefpunkt in dieser Hinsicht – wird allerdings im Gegenzug durch die anderen Geschichten, welche deutlich interessanter daher kommen, wieder etwas aufgewertet. Die Schicksale der Figuren sind letztlich miteinander verwoben und so ergeben die vier erzählten Geschichten am Ende doch wieder ein halbwegs rundes Gesamtbild mit einigen Längen und kleineren Logiklücken (im Ernst, die Cops lassen sich von einer Handvoll Prostituierter einschüchtern?).
Sin City 2Darstellerisch hat “A Dame to Kill for” ebenfalls unterschiedlichste Qualitäten. Oder eben auch Nicht-Qualitäten. Josh Brolin und Mickey Rourke, letzterer hat bereits im ersten Film den Marv gegeben, liefern eine tolle und überzeugende Leistung ab, legen deutliche Spielfreude an den Tag und sind so überzeugend, wie es bei einer Comicverfilmung dieser Art nur sein kann. Etwas weniger Marv wäre zwar vielleicht nicht schlecht gewesen, was aber Rourkes Leistung nicht schmälert. Eva Green passt wie die Faust auf’s Auge auf die Rolle der Ava, einem nudistisch veranlagten Miststück durch und durch und Joseph Gordon-Levitt mag zwar auf den ersten Blick etwas deplatziert in Sin City wirken, weiß aber dennoch (oder vielleicht eher gerade deshalb) gut zu überzeugen. Jessica Alba hingegen… breiten wir den Deckmantel des Schweigens darüber und vermerken einfach, dass sie dabei war und vermutlich den Arsch-und-Titten-Faktor noch etwas nach treiben sollte. Überzeugend war sie jedenfalls nicht, glänzte mit Minimalmimik und… sonst nichts. Bruce Willis dick auf Poster und Cover zu knallen grenzt übrigens an eine Frechheit, wenn man sich überlegt, dass er gefühlt vielleicht 5 Minuten Screentime hatte… aber das ist eine andere Geschichte.

Sin City 2Die Effekte von “A Dame to Kill for” zu bewerten ist recht schwer, denn wie bereits eingangs erwähnt, ist der Film größtenteils in Schwarz/Weiß gehalten. Die wenigen Farbtupfer sind dafür allerdings sehr gut gesetzt und betonen mitunter die Charaktereigenschaften der Figuren sehr gut, wie man am Beispiel der Ava sieht und verleihen dem Film eine ganz eigene Form der Härte. Es spritzt und splattert ordentlich, aber eben alles zumeist unter einem S/W-Filter. Das wirkt, auch wenn ich mich zu erinnern meine, dass der erste Teil mit deutlich weniger und vor allem deutlich weniger überzogenen Actioneinlagen ausgekommen ist.

Fazit:

6“A Dame to Kill for” ist alles in allem kein schlechter Film. Nur leider auch kein richtig guter. Zwar ist die Atmosphäre stimmig, wenn auch stellenweise fast schon zu glattpoliert, allerdings gleicht das den mitunter doch sehr flachen Spannungsbogen nicht aus. Besonders die Episode um Nancy zieht den Film immer wieder nach unten, besonders da die Darstellerin der Hauptfigur dazu auch noch eine sehr schwache und nicht sonderlich überzeugende Leistung abliefert. Für einen netten Filmabend alles in allem also sicherlich brauchbar, allerdings nichts, was länger im Gedächtnis haften bleiben würde.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Splendid
Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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