santas slayOT: Santa’s Slay (CAN/ USA 2005)

Regie: David Steiman

Darsteller: Bill Goldberg, Douglas Smith, Emilie de Ravin, Robert Culp

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 82 Minuten

Inhaltszusammenfassung:

Wer hätte das gedacht: Santa Claus ist eigentlich der Sohn Satans und wurde durch eine verlorene Wette zu 1000 Jahren Weihnachtsmann-Spielen verurteilt. Doch Nächstenliebe und Bescherung sind eigentlich nicht die Hobbys des mordlustigen Teufels. Nun ist die Frist endlich abgelaufen! Während das beschauliche Städtchen Hell wie jedes Jahr besinnliche Weihnachten feiert, wird die friedliche Idylle brutal zerstört! Der wahre Santa zeigt sein Gesicht und tobt sich in der Kleinstadt so richtig aus. Durch ein blutrünstiges Massaker werden nach und nach die Einwohner dezimiert… Der aufgeweckte Nicholas und sein verrückt abgestempelter Großvater sind die einzigen, die ihn jetzt vielleicht noch stoppen können…

Kritik:

Zugegeben, nur die wenigsten professionellen Wrestler schaffen es, tatsächlich zum Schauspieler zu mutieren. Pauschal ist Dwayne „The Rock“ Johnson der einzige, der in meinem Gedächtnis spontan über die B-Movie-Hürde springen kann. Sein Kollege Bill Goldberg hat sich wesentlich seltener vor die Kamera gewagt und im Jahr 2005 den Weihnachtsmann in „Santa’s Slay“ gegeben. Eine weitere Runde „Etwas andere Weihnachtsfilme“ ist eingeläutet.

santas slaySchon auf den ersten Blick kristallisiert sich vor allem eines heraus: Der Film mag vieles sein, aber er ist eindeutig kein ernstzunehmender Beitrag zum Horrorgenre. Das war dem Team um Regisseur David Steinman aber offensichtlich absolut bewusst, denn ernst nimmt sich der Film selbst ebenfalls nicht. Die Atmosphäre, die dadurch entsteht, ist dementsprechend auch angenehm selbstironisch. Es wird alles mit einem Augenzwinkern betrachtet, seien es nun die Leute, die Weihnachten durch und durch leben, die Verweigerer oder auch diejenigen, die aus Glaubensgründen ganz darauf verzichten. Auch Bräuche und nicht zuletzt auch die Kirche werden gezielt durch den Kakao gezogen. Spannend ist die Geschichte dabei allerdings nur bedingt, denn die Story ist offensichtlich auf dem Reißbrett entstanden. Natürlich ist die Hetzjagd des teuflichen Weihnachtsmannes ziemlich temporeich ausgefallen, aber trotzdem fällt es nicht sonderlich schwer, die Entwicklung von „Santa’s Slay“ schon recht früh vorauszusagen. Man beschränkt sich also grundsätzlich mehr auf die visuellen Unterhaltungswerte, was auch ganz gut funktioniert.

santas slayDie Darsteller passen zum B-Moviecharme, den der Film von Anfang an versprüht. Bill Goldberg ist, schon bedingt durch seine Statur, ein sehr ungewöhnlicher Santa Claus. Er mordet sich durch die Gegend und haut dabei Oneliner raus, die stellenweise auch sehr gut funktionieren (okay, an anderen sind sie ziemlich öde …). Das erfordert nun nicht unbedingt übermäßig viel darstellerisches Talent, macht aber trotzdem Spaß. Auch die anderen Hauptfiguren, Mac und Nicholas, sind nicht übermäßig tiefgründig ausgefallen, sondern erfüllen in erster Linie ihren Zweck. Sie treiben die Geschichte gut voran, sind in ihren Gedankengängen aber nicht immer besonders logisch aufgebaut. Die Darsteller Douglas Smith und Emelie de Ravin (Claire aus der Kultserie „Lost„) sind zwar offensichtlich mit Spaß bei der Sache, aber man merkt ihnen doch deutlich an, dass es eben „nur“ ein B-Movie ist. Macht aber nichts, denn das passt ja ins Unterhaltungskonzept.

santas slayVon den Effekten sollte man nicht übermäßig viel erwarten. Die Kills unseres unfreundlichen Weihnachtsmannes sind nicht übermäßig explizit ausgefallen, auch wenn die Eröffnungssequenz zunächst darauf hingedeutet hat. Gorehounds werden also mit „Santa’s Slay“ definitiv nicht glücklich werden. Was zu sehen ist, ist aber technisch ganz ansprechend umgesetzt, auch wenn hier (ich weiß, ich wiederhole mich) teilweise doch offensichtlich ist, dass das Buget nicht sonderlich groß gewesen sein dürfte. Dennoch verzichtet man auf CGI-Spielereien, was ich nur mit einem dankbaren Kopfnicken zur Kenntnis nehmen kann. Obwohl das vielleicht speziell den vor dem BlueScreen gedrehten Flugszenen mit Santas diabolischem Rentierschlitten vielleicht noch einen gewissen Pepp hätte geben können.

Fazit:

6„Santa’s Slay“ ist kein Film für die breite Masse. Man merkt an allen Ecken und Enden, dass es sich nicht um einen hochbudgetierten Hollywood-Blockbuster handelt. Vielmehr gibt es einen Film mit einer Menge B-Moviecharme, auf den konsequent gesetzt wird. Das fängt bei den Darstellern an, geht über die Geschichte (die natürlich auch nicht ganz ohne weihnachtliche Werte auskommt) und hört bei den Effekten auf. Ich mag B-Movies und habe mich in den knapp 82 Minuten gut unterhalten gefühlt. Wer allerdings nicht auf diese Art von Film steht, sollte lieber die Finger davon lassen.

(c) des Bild- und Tonmaterials: e-m-s

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian