san andreasOT: San Andreas (USA 2015)

Regie: Brad Peyton

Darsteller: Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Ioan Gruffudd

Freigabe: FSK 12
Laufzeit: 110 Min.

Inhaltszusammenfassung:

Einem Wissenschaftler glauben zu schenken, der behauptet Erdbeben voraussagen zu können, dürfte recht schwierig sein. Dumm nur, wenn er das tatsächlich kann. Durch ein gewaltiges Beben wird die Stadt Los Angeles in Schutt und Asche gelegt. Dümmer noch, wenn das nur der Anfang ist. Die Katastrophe läuft entlang des San Andreas Grabens weiter durch die USA und erreicht schließlich die Stadt San Francisco. Für den Rettungspiloten Ray Gaines beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn er weiß, dass seine Tochter in Lebensgefahr schwebt.

Kritik:

Man mag über schauspielende Wrestler im Allgemeinen sagen was man will, eines steht fest: die Filme mit Dwayne „The Rock“ Johnson in der Hauptrolle haben in den meisten Fällen einen Unterhaltungsfaktor, den man ihnen einfach nicht absprechen kann. Nichts, was für die Ewigkeit im Gedächtnis bleibt, allerdings auch nichts, was man als Zeitverschwendung betiteln möchte. Entsprechende Erwartungen hatten wir an „San Andreas“ und waren innerlich schon einmal auf Popcorn-Kino eingestellt.
san andreasUnd genau so steigt man auch direkt ein. „San Andreas“ beginnt mit einer Bergrettungsaktion, zur Einführung des Hauptcharakters, die in 5 Minuten mehr Action und Spannung zu packen vermochte, als es beim zuvor gesehenen „Big Game“ über die gesamte Laufzeit der Fall gewesen ist. Auch wenn es danach erstmal zu einer kleinen Verschnaufpause für die Vorstellung der anderen Figuren kam, wurde dieses Level anschließend über die volle Filmlänge gehalten. Eine Menge Action, gut inszeniert, auch wenn man einiges aus der Story schon im Voraus hat erahnen können. Die Geschichte erfindet das Rad nämlich nicht neu, sondern vermischt viel bekanntes miteinander, wenn auch auf eine durchaus gefällige Art. Schade, dass einige Logiklücken nicht geschlossen wurden und dass die Jagd nach der zu rettenden Tochter in erster Linie durch mehr oder weniger glückliche Zufälle in die richtige Richtung gelotst wird. Atmosphärisch stimmt hingegen alles, die zerstörten Städte sind halt… nun ja, zerstört. Und sehen dabei doch noch gut aus.

san andreasAuf darstellerischer Seite gibt man sich wenig Blöße. Sicherlich, wie ich eingangs schon erwähnte kann man von einem Dwayne Johnson kein Schauspiel auf der Stufe eines Sean Connery oder eines Tom Hanks erwarten. Muss auch gar nicht sein, da man ja ohnehin am ehesten die Fans eines Stallone oder Schwarzenegger als Zielgruppe haben dürfte – und genau diese bedient „The Rock“ auch gut. Routiniertes Schauspiel ohne große Ausschläge nach oben und unten, was man auch ruhigen Gewissens für den Rest des Casts bescheinigen darf. Weniger überzeugend sind an manchen Stellen aber die Figuren. So ist Ray Gaines das, was man in einem Onlinespiel wahrscheinlich als „Imbalanced“ betiteln würde. Ein Kerl wie ein Baum, ohne große Schwächen, dafür mit einer Menge Stärken, der auch noch alles kann. Einzig an ein paar kurzen Stellen scheint etwas mehr Menschlichkeit durch, was man sich durchaus öfter gewünscht hätte, um den Eindruck der Unbesiegbarkeit etwas zu revidieren. Glücklicherweise betrifft das aber nur die männliche Hauptrolle, der weibliche Gegenpart in Form von Alexandra Daddario als Tochter Blake ist da schon überzeugender ausgefallen. Auch wenn sie ebenfalls extrem tough geschrieben ist. Und dauernd mit den Brüsten wackelt (im Ernst: die männliche Zuschauerschaft hätte man nicht permanent so explizit auf den Vorbau der guten Dame hinweisen müssen, dass er selbst der weiblichen Zuschauerschaft auffällt).

san andreasSeine ganze Stärke spielt „San Andreas“ bei den Effekten aus. Hier merkt man halt, dass man es mit Popcorn-Kino zu tun hat, welches eigentlich auch nicht viel etwas anderes sein will. Und diese Effekte sind absolut gelungen. Ich bin zwar eigentlich kein Fan des Overflow, aber was hier geboten wird ist alles in allem einfach sehenswert. Tolle Kulissen und größtenteils überzeugende CGIs bieten hier ein Gesamtbild, welches das Herz von Freunden des Katastrophenfilms höher schlagen lässt. Ein rundes Gesamtpaket für Knall-Bumm-Kaputt-Fans, in deren Augen einfach nicht genug in Schutt und Asche gelegt werden kann.

Fazit:

7„San Andreas“ gehört nicht zu den Filmen, die man irgendwann einmal als Klassiker bezeichnen wird. Es ist ein Film für den Moment, der über die gesamte Laufzeit ein sehenswertes Actionspektakel ohne übermäßigen Tiefgang bietet. Routinierte darstellerische Leistungen bei stark überzeichneten Figuren tragen ihren Teil dazu bei, dass man auch die Figuren nicht lange im Hinterkopf behalten wird. Macht aber nichts, denn seinen Zweck hat der Titel erfüllt: mich knappe zwei Stunden lang zu unterhalten. Und mehr braucht es im Prinzip ja auch nicht.

(c) des Bild- und Tonmaterials: Warner Home Entertainment
Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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