redemption coverOT: Hummingbird

Regie: Steven Knight

Darsteller: Jason Statham, Senem Temiz, Vicky McClure, Benedict Wong

Freigabe: FSK16
Laufzeit: 96 Min.

Inhaltszusammenfassung:

Vom britischen Militär desertiert lebt Veteran Joey Jones auf der Straße. Er leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die er nur mit Alkohol halbwegs in den Griff kriegt. Auf der Flucht vor zwei Männern, die scheinbar zum Spaß Obdachlose verprügeln, landet er in der leerstehenden Wohnung eines Fotografen, dessen neue EC-Karte nebst PIN zufälligerweise in der Post liegt. Zunächst dauervoll, beschließt Joey schließlich doch, sein Leben umzukrempeln und beginnt als Tellerwäscher in einem asiatischen Restaurant zu arbeiten. Dieses wird, ebenso zufälligerweise, von Kriminellen betrieben, die auf Joey aufmerksam werden. Als schließlich eine Freundin aus seiner Obdachlosenzeit ermordet wird, sinnt der ehemalige Soldat auf Rache.

Kritik:

Die Inhaltszusammenfassung lässt es schon vermuten, „Redemption – Stunde der Vergeltung“ ist ein Film, der das Zufallsprinzip auslebt. Auf eine ziemlich offensichtliche und vor allem auch unrealistische Art und Weise, wie es scheint. Aber auf der anderen Seite ist Jason Statham ja immer für einen straighten und unterhaltsamen Actioner gut, da muss die Story ja nicht unbedingt vor Schlüssigkeit strotzen. 

redemptionEs stellt sich unter diesem Aspekt jedoch schnell Ernüchterung ein, denn ein klassischer Statham-Actioner ist der Titel definitiv nicht. Man bewegt sich hier fast schon im Drama-Genre, in welchem die Unschlüssigkeiten und Logiklücken in der Geschichte dann doch ganz schnell bemerkbar machen. „Redemption“ tingelt ziemlich vor sich hin und lässt beim Zuschauer oftmals das eine oder andere ungläubige Fragezeichen ob der nicht nachvollziehbaren Wendungen auf der Stirn entstehen. Es ist eine gewisse Grundspannung vorhanden, die aber keinen merklichen Anstieg geschweige denn einen richtigen Spannungsbogen zeichnen kann. Die Atmosphäre leidet ebenfalls unter den Unzulänglichkeiten der Geschichte und somit ist zumindest storytechnisch so ziemlich alles vergeigt wurden, was man nur vergeigen kann.

redemptionÄhnliches gilt leider auch für die Figuren. Sein wir ehrlich, niemand erwartet von Statham Ausnahmeleistungen auf schauspielerischer Ebene. Das funktioniert in seinem Stammgenre wunderbar, hier jedoch kommt er mit der typischen Minimalmimik nicht sonderlich weit. Erschwerend kommt hinzu, dass der Charakter Joey Jones so ziemlich jedes Klischee bedient. Desertierter Armeeveteran mit posttraumatischer Belastungsstörung und einem schwerwiegenden Alkoholproblem, um seine Gewaltausbrüche im Griff zu haben. Will sein Leben zum besseren ändern, gerät aber „zufälligerweise“ an Kriminelle, wird selbst zum Kriminellen und kriegt dort „zufälligerweise“ den richtigen Hinweis zum Start seines Rachefeldzugs. Zum Gähnen. Auch Agata Buzek in der Rolle der Nonne Cristina ist alles andere als eine Offenbarung. Sie ist zwar eher als ihr männlicher Gegenpart in der Lage, die Figur auszufüllen, allerdings ist auch die weibliche Hauptfigur alles andere als gut gezeichnet. Aufopfernde Nonne bei Tag, geldunterschlagende, ins Ballett gehende Veteranenvöglerin bei Nacht. Oder so ähnlich. Man merkt also, dass auch an dieser Front nicht unbedingt Qualität geboten wird.

Fazit:

3

Man merkt es schon an der Kürze der Besprechung, dass man über „Redemption – Stunde der Vergeltung“ nicht viele Worte verlieren muss. Langweilige Charaktere in einer schlicht gestrickten, unlogischen und langweiligen Geschichte, die im Grunde genommen nichts auszusagen hat. Vielleicht mal davon abgesehen, dass der Zufall ganz schön oft in 96 Minuten zuschlagen kann. Kein Film für Freunde des klassischen Statham-Films. Und auch keiner für Freunde eines gelungenen Dramas.

© des Bild- und Tonmaterials: Universum Film
Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
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