r.e.d.OT: RED (USA 2010)

Regie: Robert Schwentke

Darsteller: Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich, Helen Mirren

Laufzeit: 106 Minuten
Freigabe: FSK16

Inhaltszusammenfassung:

Frank, Joe, Marvin und Victoria waren einmal ein Team, das im Auftrag der C.I.A. lästige Probleme erledigte, meist mit fataler Konsequenz. Als Pensionisten langweilen sich die Ex-Agenten zu Tode, bis Frank von einem Killerkommando Besuch bekommt und damit in alte Gewohnheiten zurückfallen muss.

Kritik:

Wenn es alte Recken noch einmal wissen wollen, kommt nicht immer ein wirklich verwertbares Ergebnis dabei herum. Zwar konnte Sylvester Stallone mit den „Expandables“-Streifen durchaus zeigen, dass auch die Senioren unter den Actionhelden durchaus noch eine gewisse Durchschlagskraft an den Tag legen können, aber die Chancen stehen wohl 50:50. Bruce Willis ist nun einer meiner absoluten Favoriten und durch Bullions Besprechung zu „Con Air“ hatte ich zudem Lust auf John Malkovich. Was liegt da dann näher als die mittlerweile zweite Sichtung von „R.E.D.„? Richtig, nicht viel.

r.e.d.Ähnlich wie bei Stallones Söldneraction bekommt man allerdings auch in diesem Fall nicht unbedingt eine innovative Geschichte vorgesetzt, sondern ein Storygerüst, was auf der einen Seite etwas konstruiert wirkt, auf der anderen aber dennoch ihren Zweck erfüllt. Was im Falle von „R.E.D.“ in erster Linie bedeutet, eine rote Linie zu häkeln, auf die man eine Menge Actionsequenzen auffädeln kann. Man sollte also auf keinen Fall mit großen Überraschungen rechnen, sondern sich auf altbekanntes und leichtverdauliches freuen. Zwar hat das Script die eine oder andere kleine Wendung in der Hinterhand, diese kommen letztlich aber nicht vollends zum tragen und sind in den meisten Fällen auch etwas vorhersehbar. Gemixt wird das ganze dann noch mit einer gehörigen Portion Humor, der allerdings leider auch beweist, dass die Zeiten der großen und erinnerungswürdigen One-Liner annäherend vorbei sind. Hier ist es übrigens gerade der nur sehr bedingt für seine Actionkost bekannte John Malkovich, der mit seinen Sprüchen am meisten Punkte einfahren kann.

r.e.d.Womit wir auch direkt bei den Darstellern wären. Das Cast liest sich nicht nur großartig, es ist es auch. Morgan Freeman, Helen Mirren, Richard Dreyfuss und eben Malkovich sind hochkarätige Darsteller, die hier offensichtlich ein bisschen ihre anarchische Seite ausleben durften. Und das tun sie mit sichtlichem Spaß an der Sache. Bruce Willis, einer der wenigen 80er-Helden, die sich tatsächlich als ernstzunehmender Schauspieler etablieren konnten, stinkt dagegen trotz einer immer noch sehenswerten Leistung fast schon ein wenig ab. Das gilt leider auch für Karl Urban, der als Gegenspieler der Rentnertruppe eben diese hochkarätige Leistungsfähigkeit vermissen lässt und hier eine für ihn eher typische Figur gibt. Die Figuren von „R.E.D.“ sind dann, entgegen der Darsteller, auch eher ins Reich der Klischees zu schieben. Passend zur Rahmenhandlung eben.

r.e.d.Die Effektseite muss sich leider schon einiges an Kritik gefallen lassen. Wenn man schon versucht, eine Verneigung vor dem klassischen Actionkino der 80er und 90er Jahre abzuliefern, sollte man bei den SFX nicht auf solch offensichtliche CGIs setzen, die irgendwie nicht so richtig in den Kontext passen wollten und auch nur sehr bedingt überzeugend gewirkt haben. Zumeist war es sehr deutlich ersichtlich, dass die Explosionen, immerhin ein wesentlicher Bestandteil des Film, aus dem Computer kamen. Alles richtig macht „R.E.D.“ hingegen bei den sehr schön inszenierten Shootouts, die einen tatsächlich schon etwas in die 90er zurückversetzen können und damit beim geneigten Actionfreund für ein seeliges Grinsen sorgen sollten.

Fazit:

7R.E.D. – Älter. Härter. Besser.“ kann in erster Linie durch seinen großartigen Cast überzeugen, der an Klasse weit über dem Actiondurchschnitt liegt und ein paar Altstars in untypischen Rollen, dafür mit einer Menge Spaß an ihrem Job präsentiert. Die Figuren selbst sind zwar zumeist blass und oberflächlich geraten, die Geschichte ist dünn und auch die CGI-Effekte können nicht wirklich überzeugen, dafür bietet der Film aber eine Menge Humor, schön in Szene gesetzte Shootouts und damit alles in allem 106 Minuten nette Unterhaltung. Und ein rosa Plüschschwein natürlich.

© des Bild- und Tonmaterials: Concorde

 Das denken die anderen:

Tonight is gonna be a large one: 6/10 Punkten
Filmherum: 1,5/5 Sternen
Myofb: 6/10  Punkten
Medienjournal: 7,5/10 Punkten

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian