„Öfter mal was Neues“. So ähnlich habe ich wohl gedacht, als mich die Anfrage erreichte, ob ich nicht an einer Bloggerrunde zum Thema „Lieblingsbuch“ teilnehmen möchte, erreicht hat. Ins Leben gerufen wurde die Aktion übrigens von Katharina und „Sei Pipi, nicht Annika“ und es sind natürlich noch einige andere interessante Blogger mit am Start. Eine Menge Lesestoff für euch also.

Der Begriff „Lieblingsbuch“ ist immer etwas schwierig zu handhaben, denn das ändert sich – wahrscheinlich nicht nur bei mir – dauernd. Ich habe mich also für einen All Time Favorite entschieden. Richard Bachmans „Amok„. Wer mit dem Namen nun nichts anfangen kann: Bachman ist das Pseudonym von Stephen King, unter welchem er in seiner Frühzeit einige Romane veröffentlicht hat, die nicht in das typische Schema seines damaligen Schaffens gepasst haben. Ich habe mich gegen eine Rezension entschieden, da es mittlerweile recht lange her ist, dass ich es zuletzt gelesen habe. Ihr müsst also mit einer Vorstellung vorlieb nehmen :-).

amok

Inhalt:

Der Roman handelt von dem 17-jährigen Schüler Charlie Decker, der seinen Chemie- und Physiklehrer John Carlson beinahe mit einem Schraubenschlüssel erschlagen hatte. Während des Unterrichts am nächsten Tag wird Charlie zum Rektor Thomas Denver gerufen, der den Schüler vom Unterricht ausschließt. Statt die Schule zu verlassen, geht Charlie zu seinem Spind und holt eine Pistole sowie Munition. Mit zwei gezielten Schüssen erschießt Charlie die Algebra-Lehrerin Mrs. Underwood und nimmt die Schüler der Klasse als Geiseln.

(Wikipedia.de)

Amok“ ist eines der intensivsten Bücher, die ich gelesen habe. King/ Bachman taucht in dem Buch unglaublich tief in die Psyche eines jungen Menschen ein, der sich selbst schon nicht als ganz normal sieht. Geschickt beschreibt er, was in Charlie vorgeht, wie sein Gemüt immer weiter zum Siedepunkt getrieben wird. Eines seiner Markenzeichen in den aktuellen Romanen ist die tiefschürfende, glaubwürdige Figurengestaltung – aber ganz ehrlich, verglichen mit „Amok“ ist das fast schon oberflächlich. Der Leser begleitet Charlie vom den Ereignissen, die für ihn der Trigger-Moment gewesen sind, über die Geiselnahme im Klassenzimmer bis hin zum unvermeidlichen Ende. Hierbei legt King den Fokus aber nicht nur auf ihn als Täter, sondern gibt auch den Nebenfiguren, seinen Geiseln, eine Menge Raum, sich zu entfalten. Das führt natürlich zum einen oder anderen Katz- und Mausspiel, aber auch dem Stockholm-Syndrom, der Identifikation der Opfer mit dem Geiselnehmer, wird im Roman auf den Grund gegangen.

Ja, „Amok“ ist also weit von den damaligen Werken Kings entfernt (das Buch erschien in den USA 1977, also etwa zur selben Zeit wie die Klassiker „Shining„, „Carrie“ oder „Brennen muss Salem„). Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) zählt es für mich, zusammen mit „Todesmarsch„, zu den besten Romanen, die er bis heute geschrieben hat. Es ist zudem eines der wenigen Bücher, die ich tatsächlich mehr als ein Mal gelesen habe.

Interessanterweise ist „Amok“ auch der Roman, der maßgeblich zur Lüftung des Pseudonyms Richard Bachman beigetragen hat. Der Buchhändler Stephen Brown stieß bei seinen Recherchen zur Person hinter dem Namen auf alte Vertragsunterlagen, in denen der Name „King“ auftauchte. Das aber nur am Rande.

So, das war es auch schon. Ich möchte mich noch einmal für die Einladung, an dieser Bloggerrunde teilzunehmen bedanken. Außerdem lege ich euch natürlich nahe, auch bei den anderen Teilnehmern vorbei zu schauen. Hier die Links und der zeitliche Ablauf:

1.10. Kathrin von Sei Pippi, nicht Annika (http://www.pippistattannika.de): Jonas Jonasson: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
2.10. Kira von Bibliophilie Hermine (www.bibliophiliehermine.blogspot.de): Evy Winter: Coming Home – Alles oder Nichts
3.10. Nine von Nine im Wahn (www.nine-im-wahn.blogspot.de): Anna McPartlin: Irgendwo im Glück
4.10. Vanessa von Bookalicious (www.bookalicious8.blogspot.de): Penelope Ward: Stepbrother Dearest
5.10. Manuela von Lesenswertes aus dem Bücherhaus (www.lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de): Andreas Izquierdo: Apocalypsia
6.10. Sebastian von Stuffed Shelves (www.stuffed-shelves.de): Richard Bachman: Amok
7.10. Marie-Anne von Fantasie und Träumerei (www.fantasie-und-traeumerei.blogspot.de): Kristin Hannah: Die Nachtigall
8.10. Svenja von Buntes Tintenfässchen(www.svenjasbookchallenge.blogspot.de): Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
12.10. Nadine von Nadines Bücherwelt (www.everyones-a-book.blogspot.de): Amy Ewing: Das Juwel
13.10. Meiky von Magnificent Meiky (www.magnificent-meiky.blogspot.de): Anna McPartlin: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
14.10. Alex von Harakiris Leseecke (www.harakirisleseecke.jimdo.com): Nina Blazon: Silfur – Die Nacht der silbernen Augen
15.10. Caro von Bücherwanderin (www.buecherwanderin.de): Jojo Moyes: Ein ganz neues Leben
16.10. Michaela von Aus ganzem Herzen (www.aus-ganzem-herzen.de): Maria Housden: Hannahs Geschenk

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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