kings and foolsTaschenbuch: 224 Seiten
Verlagsgruppe Oetinger

Band 1 der Reihe „Kings and Fools“

Mehr zum Buch auf der Verlagshomepage

Klappentext:

Ein teuflischer König.
Ein Reich voller Schatten.
Vier Jugendliche – ein Schicksal.

Band 1 der modernen High-Fantasy-Reihe mit Mysteryelementen. Für alle, die von „Game of Thrones“ nicht genug bekommen! Ein einzigartiges Projekt von Silas Matthes und Natalie Matt, unterstützt von Bestsellerautor Bernhard Hennen (Elfen-Serie).

Mehr zum Inhalt:
Leuchtend rote Farbe an der Hüttentür: das Symbol der verhüllten Männer! Um Mitternacht werden sie Lucas holen. Wer sie sind und wohin sie ihn bringen, weiß niemand. Nur, dass noch nie jemand zurückgekommen ist, um davon zu berichten.

Kritik:

Normalerweise ist Daniela ja nicht so der High Fantasy-Typ. Ich auch nicht. Aber wenn sie mir dann schon einmal einen Titel aus eben jenem Genre nahelegt, ist es vielleicht tatsächlich eine gute Idee, mal einen Blick ins Buch zu werfen. Was ich in diesem Fall auch getan habe, selbst auf die Gefahr hin, dass „Kings and Fools“ hinsichtlich der Beschreibung (ich bin so überhaupt kein Fan von Game of Thrones und habe den ersten Band drei mal angelesen und drei mal wieder weggelegt) nicht unbedingt zu einem Vergnügen für mich werden würde.

Und der Anfang des Buchs schien dann auch gleich in diese Richtung zu deuten. So richtig Spannung kam nicht auf und die Geschichte plätscherte auf den ersten Seiten lapidar vor sich hin, ohne dass sie mich vom Start weg gefesselt hätte. Ja, klingt wirklich nach Game of Thrones. Nachdem die erste Durststrecke jedoch überstanden war, begann der Spannungsbogen stetig zu steigen und ich fühlte mich als Leser immer mehr von der im Laufe der Handlung immer düsterer und dichter werdenden Atmosphäre gefangen. „Verdammtes Königreich“ entwickelte sich dabei immer mehr von der High Fantasy weg, hin zu einem ordentlichen Einschlag Dark Fantasy – was dann ja auch schon sehr viel mehr mein Genre ist. Letztendlich konnte ich den ersten Band von „Kings and Fools“ nach 30 Seiten kaum noch aus der Hand legen, was durch den Umstand, dass das Buch mit einer überraschend kommenden Wendung direkt vor einem echt fiesen Cliffhanger gefolgt endet, schon ärgerlich ist. Besonders, da Band 2 die Geschichte nicht direkt weiter erzählt, sondern sich mit dem Aufbau einer weiteren Figur aus dem von Matt/ Matthes erdachten Universum befasst.

Die Charaktere des Buchs sind über weite Strecken gelungen, die gängigen Fantasy-Klischees werden löblicherweise nur sehr bedingt aufgefahren. Hauptfigur Lucas ist zunächst zwar noch relativ langweilig, allerdings ändert sich auch das nach den besagten 30 Seiten schnell. Den Autoren gelingt es, seine Motivation und Beweggründe gut herauszuarbeiten, auch wenn mit steigender Seitenzahl die Sympathie für den jungen Mann doch ein wenig abnimmt. Was aber eben an jenen Beweggründen liegt und nicht zwangsläufig negativ ausgelegt werden sollte. Zu den Nebenfiguren findet man schnell und gut Zugang, sie überzeugen über weite Strecken, auch wenn zunächst der Eindruck entstehen mag, dass man die eigentlich interessante Welt von „Kings and Fools“ ganz klar in Schwarz und Weiß eingeteilt hat. Die Graustufen kommen aber noch, wenn auch etwas spät. Trotzdem verlieren die Charaktere ihren Reiz nicht.

Stilistisch kann man dem Autorenduo keine Vorwürfe machen. „Verdammtes Königreich“ ist ein zugänglich geschriebener Fantasyroman, der sich nicht in allzu klassisch anmutende Schreibweise verrennt, sondern tatsächlich dem Motto „modern“ folgt. Dies mag vielleicht dem Umstand geschuldet sein, dass man sich mit der Reihe vorwiegend an jüngere Leser richten möchte (die sicherlich auch ihren Spaß mit dem Buch haben werden), aber auch als langjähriger Genrefreund wird man sicherlich nicht enttäuscht sein.

Fazit:

8Ich kann den auf dem Buchrücken aufgedruckten Vergleich zu „Game of Thrones“ nicht folgen. Wo George R. R. Martin mich nicht im Ansatz zu fesseln vermochte, ist „Kings and Fools“ nach einer kurzen Durststrecke spannend und unterhaltsam geschrieben und Gott sei Dank mehr an der Dark- denn an der High Fantasy orientiert. Der frische Schreibstil sorgt dafür, dass die Seiten schnell flutschen und das fiese Ende lässt den Leser mit dem Gefühl von „Ich will mehr davon“ sitzen. Rundum gelungen und für Fantasyfreunde jeden Alters eine Empfehlung wert.

Sebastian

Sebastian

Ich bin hier auf dem Blog zuständig für alles, bei dem es ordentlich knallt und bei dem eine Menge Blut fließt. Soll heißen, mein Fokus bei Filmen und Büchern liegt auf Action, Thrillern und Horror. Davon ab bin ich aber auch anderen Genres nicht abgeneigt, SciFi und Fantasy findet sich ebenso wie eher ruhige Titel unter meinen Favoriten.
Sebastian

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